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27.05.2010

BBC-Fernsehen: Religion nur „lästige Pflicht“?

Der Moderator Roger Bolton. Foto: BBC

London (idea) – Kritik am geringen Stellenwert von Religion im BBC-Fernsehen kommt aus den eigenen Reihen der führenden britischen Rundfunkanstalt. Anders als der Hörfunk scheine das Fernsehen in der Hand von säkularen Skeptikern zu sein, die religiöse Berichterstattung als „lästige Pflicht“ ansähen, sagte Roger Bolton, der eine BBC-Radiosendung mit Zuschauerreaktionen moderiert.

Er schlug vor, einen Religionsredakteur bei den BBC-Nachrichten zu etablieren ähnlich wie der Experte für Wirtschaftsfragen Robert Peston. Dies sei nötig, um die religiöse Perspektive in die aktuelle Berichterstattung, etwa über außenpolitische Themen oder Fragen medizinischer Ethik, einzubringen, so Bolton. Er sprach am 25. Mai in London bei der Präsentation von preisgekrönten Rundfunksendungen über religiöse Themen. Der Leiter der BBC-Abteilung für Religion und Ethik, der Muslim Aaqil Ahmed, habe nur einen begrenzten Spielraum und Einfluss auf die aktuelle Fernsehberichterstattung, meinte Bolton.

BBC weist Kritik zurück

Sprecher der Rundfunkanstalt wiesen seine Kritik zurück. Im vorigen Jahr habe man 164 Stunden religiöses Programm gesendet. Gleichwohl hatte die Generalsynode der anglikanischen „Kirche von England“ auf ihrer Frühjahrstagung „tiefe Sorge“ über wahrnehmbare Einschnitte bei der religiösen Medienberichterstattung zum Ausdruck gebracht. Im Januar beklagte der BBC-Moderator und bekennende Christ Simon Mayo, dass Religion in der Rundfunkanstalt in zunehmendem Maße an den Rand gedrängt werde. Bei Komikern, die im Fernsehen auftreten, seien oft antichristliche Tendenzen spürbar. Sie stünden „an der Front des neuen Atheismus“. Der Radiomoderator Jeremy Vine erklärte, es sei fast sozial unannehmbar geworden, im Rundfunk zu sagen, dass man an Gott glaube. 

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