Bayern: Kirche soll „Dritten Weg“ verlassen

Der neue Landesgeschäftführer der kirchlichen Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in Bayern, Diakon Klaus Hubert ist für Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Foto: kda Bayern
Nürnberg (idea) – Die evangelische Kirche sollte ihren „Dritten Weg“ im Tarifrecht verlassen. Dafür plädiert der neue Landesgeschäftführer der kirchlichen Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in Bayern, der Neuendettelsauer Diakon Klaus Hubert (47).
Der „Dritte Weg“ bedeutet, dass Löhne, Gehälter und Arbeitsbedingungen in Kirche und Diakonie nicht zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern ausgehandelt, sondern in einer von Dienstgebern und Mitarbeitervertretungen paritätisch besetzten Kommission vereinbart werden. Dabei sind Streik und Aussperrung ausgeschlossen. Hubert fordert in einem Interview mit den „Nürnberger Nachrichten“, dass auch in Kirche und Diakonie Verhandlungen mit den Einheitsgewerkschaften geführt werden. Der Dritte Weg schade der Glaubwürdigkeit der Kirche: „Wir werden draußen oft gefragt, wie wir unser Tarifrecht mit dem Eintreten für gleichberechtigte Sozialpartnerschaften außerhalb der Kirche vereinbaren können.“ Hubert wurde am 22. Januar in Nürnberg in das Amt eingesetzt. Die AfA wird von mehr als 500 Ehrenamtlichen getragen, die sich für die Belange von Arbeitnehmern einsetzen. Zu ihren Treffen in 40 Orten kommen nach eigenen Angaben fast 4.000 Personen. Bei einer Begegnung des Landessynodalausschusses mit dem AfA-Vorstand bezeichnete die Präsidentin der Landessynode, Dorothea Deneke-Stoll (Ingolstadt), die AfA als wichtigen Dienst der Kirche für Menschen, die von ihren üblichen Angeboten kaum erreicht würden.
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