Werben  |  Bestellen  |  Login  |  Kontakt  |  Impressum
06.07.2009

Hamburger Gemeinde sorgt für Diskussionen

Ein halbes Jahr nach seinem Dienstantritt in der Gemeinde St. Johannis im Stadtteil Eppendorf verlässt Heiko Boysen die Gemeinde.

Hamburg (idea) – Eine theologisch konservativ geprägte Kirchengemeinde in Hamburg hat Diskussionen ausgelöst. Es geht um die Person des Pastors: Ein halbes Jahr nach seinem Dienstantritt in der Gemeinde St. Johannis im Stadtteil Eppendorf verlässt Heiko Boysen die Gemeinde.

Dies geschehe auf seinen eigenen Antrag hin, teilte Boysens Dienstvorgesetzter, Propst Johann Hinrich Claussen (Hamburg), auf der Internetseite der als Eppendorfer Hochzeitskirche bekannten Kirchengemeinde mit. Zugleich wies er einen Bericht des „Hamburger Abendblattes“ als falsch zurück, nach dem es in der Gemeinde zu einem internen Konflikt gekommen und Boysen ein Mobbing-Opfer geworden sei. Unter der Schlagzeile „Pastoren-Mobbing in der Hochzeitkirche?“ hatte die Zeitung darüber berichtet, dass der Pastor anonyme Drohbriefe erhalten hätte, weil dessen „ungeklärte private Lebenssituation“ offenbar vielen in der Gemeinde nicht passe. Boysen ist geschieden und hat eine Lebensgefährtin. Claussen stellt dazu fest: „Dem Kirchenvorstand ist hinsichtlich des Umgangs mit Pastor Boysen keinerlei Vorwurf zu machen.“ Boysens Wechsel in eine andere Aufgabe sei „der beste Weg“ und eine „gemeinsam von allen Beteiligten getragene Lösung“.

Boysen verlässt Gemeinde „aus persönlichen Gründen“
Kritisch zum Bericht im Hamburger Abendblatt äußert sich auch der Kirchenvorstand: „Gerüchte werden nicht wahrer dadurch, dass sie oft wiederholt werden.“ Boysen habe nach einem Beratungsprozess mit Claussen eine Auszeit genommen und trete zum 15. Juli eine neue Stelle in der nordelbischen Kirche an. Er verlasse die Gemeinde „aus persönlichen Gründen“. Weiter heißt es: „Die vereinbarte Vertraulichkeit richtet sich nicht gegen ihn, sondern dient seinem Schutz.“ Zudem wurde vereinbart, dass er ab sofort weder Gottesdienste noch Amtshandlungen vornimmt. Auf der Homepage wird er nicht länger als Pastor der Gemeinde geführt.

Vorstandsmitglied der Kirchlichen Sammlung
Boysen ist als Beisitzer Vorstandsmitglied der „Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis“ in der nordelbischen Kirche. Vorsitzender Pfarrer Ulrich Rüß (Hamburg) war bis zu seinem Ruhestand Ende 2008 selbst an St. Johannis tätig und hatte Boysen als seinen Nachfolger empfohlen. Rüß befindet sich derzeit in Urlaub und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Wie idea erfuhr, soll Boysen gegen seine Residenzpflicht verstoßen haben und nicht in das Pastorat eingezogen sein. Dadurch soll es Problemen in seiner Amtsführung gekommen sein, weil er oft nicht erreichbar gewesen sei. Seine privaten Lebensverhältnisse seien der Gemeinde bereits vor seiner Berufung bekannt gewesen und von ihr akzeptiert worden. Der Kirchenvorstand hofft, dass „nach den ungerechten Angriffen“, der die Gemeinde ausgesetzt war, „nun wieder Friede“ einkehrt. Bis zur Berufung eines Nachfolgers ist Martin Hoerschelmann einziger Pastor an St. Johannis-Eppendorf. Er steht der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche nahe. In der Gemeinde wurden im vergangenen Jahr 67 kirchliche Trauungen vollzogen.

Wenn Sie diesen Beitrag im Forum kommentieren möchten, dann schicken Sie eine E-Mail mit der Überschrift an: bernhard.limberg@idea.de.

 
© 2011 idea e.V. - Evangelische Nachrichtenagentur