Afghanistan: Wo Menschen noch mehr unter Kälte leiden

Christliches Hilfswerk: 8.000 Menschen erhalten Lebensmittelrationen. Foto: Shelter Now Germany e.V.
Kabul/Braunschweig (idea) – Mit klirrender Kälte, die derzeit Deutschland bibbern lässt, müssen die Menschen in Afghanistan den ganzen Winter lang zurechtkommen. Viele haben aber kein festes Dach über dem Kopf, von einer Heizung ganz zu schweigen.
Darauf macht Udo Stolte (Braunschweig), deutscher Direktor des internationalen christlichen Hilfswerks Shelter Now (Zuflucht Jetzt), aufmerksam. Über 8.000 Menschen in Kandahar und Kabul hat Shelter Now mit Lebensmitteln für den Winter versorgt. Dringend werde weitere Hilfe benötigt, so Stolte. Ausgelöst wurde die Winterhilfsaktion durch Hilferufe regionaler afghanischer Regierungsstellen. Zahlreiche afghanische Familien seien unerwartet vor Gewalt und Terror aus Pakistan in die Provinzhauptstadt Kandahar geflohen und hätten damit ein großes Versorgungsproblem ausgelöst, so Stolte. „In dieser unsicheren Gegend, wo außer unseren einheimischen Kräften nur wenige andere Hilfswerke tätig sind, sichern wir 670 Familien das Überleben in der kalten Jahreszeit.“ Mit fünf Litern Speiseöl, einem Kilo Tee, drei Kilo Zucker, fünf Kilo Bohnen und 50 Kilo Mehl komme jeder Flüchtlingshaushalt über die Runden. Eine weitere notleidende Bevölkerungsgruppe wird laut Stolte von der Hilfsaktion erreicht. Nahrungshilfe erhielten in einem Lager bei der Hauptstadt Kabul 560 vertriebene Familien der Volksgruppe Chalou, die von vielen Afghanen verachtet werde. Shelter Now ist seit 1988 in Afghanistan tätig. Von den 29,8 Millionen Einwohnern sind etwa 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Christen, meist Ausländer, wird auf etwa 10.000 geschätzt.
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