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01. Februar 2010

Ärzteteam rettet Tausenden das Leben

Seit zehn Jahren 64 Einsätze rund um den Erdball. Das Bild zeigt den Vorsitzenden und Initiator des Teams, den Arzt Georg Müller. Foto: idea/Rösler

Seit zehn Jahren 64 Einsätze rund um den Erdball. Das Bild zeigt den Vorsitzenden und Initiator des Teams, den Arzt Georg Müller. Foto: idea/Rösler

Wetzlar (idea) – Bei Katastrophen in allen Erdteilen ist das Ärzteteam des christlichen Hilfswerks „humedica“ (Kaufbeuren) binnen weniger Tage zur Stelle. Das seit zehn Jahren bestehende Team verzichtete auf seine Geburtstagsfeier und veranstaltete stattdessen am 30. Januar eine Benefizveranstaltung für die Opfer des Erdbebens in Haiti.

Dabei kamen über 25.000 Euro zusammen. Davon hatten Hörer und Zuschauer von ERF Medien (Evangeliums-Rundfunk/Wetzlar) 20.000 Euro gespendet. Vorsitzender und Initiator des Teams ist der Arzt Georg Müller (Solms bei Wetzlar), Wie er auf der Veranstaltung gegenüber idea berichtete, sei ihm Idee zur Gründung 1999 bei einem Besuch in der indischen Millionenmetropole Hyderabad gekommen, der Hauptstadt des Bundesstaates Andhra Pradesh. Er besuchte damals als Vorsitzender des deutschen Zweiges des internationalen Missionswerks „Operation Mobilisation“ (Mosbach bei Heidelberg) einen christlichen Kongress. Er habe seinen Arztkoffer dabei gehabt und sei prompt gebeten worden, Slumbewohner zu behandeln. Damals habe er beschlossen, mit mehreren deutschen Kollegen ein größeres Hilfsprojekt durchzuführen. Binnen eines halben Jahres habe er daraufhin einen einwöchigen Einsatz im Februar 2000 organisiert. Dabei hätten 15 Ärzte 15.000 Menschen in Hyderabad betreut und fünf Tonnen Medikamente als Hilfsgüter zur Verfügung gestellt. Der Einsatz habe rund 120.000 Mark gekostet. „Das war sehr effektiv eingesetztes Geld“, so Müller. Der Wunsch, das Ärzteteam institutionell zu verankern, sei von humedica positiv beantwortet worden. Heute zählten 850 medizinische Kräfte und 130 Koordinatoren zum Ärzteteam, das seitdem bei 64 Einsätzen aktiv war. Tausende Verletzte verdanken dem Team ihr Leben. Auch wenn nicht alle ehrenamtlichen Mitarbeiter bekennende Christen seien, so erfolge der Einsatz immer aus einer christlichen Motivation heraus, erläuterte Müller.

Haiti: Amputation mit Taschenmesser

Den über 200 Gästen der Veranstaltung in Wetzlar schilderte der Chirurg Prof. Bernd Domres (Tübingen) seine Erfahrungen in Haiti. Der 71-Jährige gehörte zu den ersten beiden humedica-Teams, die vier Tage nach dem Erdbeben vom 12. Januar ihre Arbeit aufnahmen. Allein in der ersten Woche habe man 106 lebensgefährlich Erkrankten das Leben retten können, sechs seien gestorben. Eine dringende Beinamputation habe man wegen zunächst fehlender Geräte mit einem Taschenmesser ausführen müssen, erläuterte Domres. 313 Patienten seien ambulant und 126 stationär betreut worden. Domres rechnet damit, dass die medizinische Hilfe noch mindestens ein Jahr lang erfolgen muss. Müller kündigte an, dass humedica für die Haiti-Hilfe eine Kooperation mit dem internationalen Hilfswerk „Habitat for Humanity“ (Lebensraum für die Menschheit)  eingehen wolle. Dieses Werk mit Sitz in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia) ist darauf spezialisiert, Häuser für Menschen in Not zu errichten.

Wenn Sie diesen Beitrag im Forum kommentieren möchten, dann schicken Sie eine E-Mail mit der Überschrift an: bernhard.limberg@idea.de.

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