Antichristliche Graffiti in Marburg
Marburg (idea) – In Marburg tauchen immer mehr antichristliche Graffiti auf: An zwei Stellen in der Stadt sind Zeichnungen zu sehen, die ein gekreuzigtes Schwein zeigen, verbunden mit dem Slogan „Jesus du Opfer“. Christen in der Stadt reagieren entsetzt.
Ob ein Zusammenhang mit dem Kongress für Psychotherapie und Seelsorge besteht, der vom 20. bis 24. Mai in Marburg stattfindet, steht nicht fest. Die Veranstaltung hat bundesweit Aufsehen erregt: Grüne, Schwulenverbände und linksradikale Gruppen haben zu Protesten aufgerufen, weil zwei der 130 Referenten angeblich Konzepte zur „Umpolung“ von Homosexuellen vertreten. Doch auf dem evangelikalen Kongress spielt die Homosexualität nach Angaben der Veranstalter gar keine Rolle. Schon in den letzten Tagen waren zahlreiche christliche Einrichtungen in Marburg mit kongresskritischen Slogans beschmiert worden.
Theologe: Der Spott hat eine neue Qualität erreicht
Der nun gezeigte „öffentliche Spott“ über den christlichen Glauben habe „eine neue Qualität erreicht“, meint der Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Uferkirche, Dr. Ulrich Wendel. Gegenüber der Zeitschrift DIE GEMEINDE erklärte der baptistische Theologe: „Eindeutig aber richtet sich die Aussage dieses Graffitos nicht gegen bestimmte – konservative oder evangelikale –Strömungen der Kirche, sondern gegen die Kernbotschaft des christlichen Glaubens überhaupt: Jesus Christus als Gottes Sohn wurde als stellvertretendes Opfer gekreuzigt.“
Wenn es ein antijüdischer oder antiislamischer Inhalt wäre ...
Theologiegeschichtlich steht ein solches Bild nach Überzeugung von Wendel in einer uralten Tradition: Die erste bekannte Darstellung von Jesus als Gekreuzigtem sei vermutlich ein Spott-Graffito, das einen Gekreuzigten mit Eselskopf zeigt. Wendel ist davon überzeugt: „Wenn solche Graffiti einen antijüdischen oder antiislamischen Inhalt hätten, ginge ein Aufschrei durch unsere Stadt und eine Toleranz- und Respekt-Debatte wäre in vollem Gang.“ Diese Graffiti werfen für Wendel die Frage auf: „Welche gesellschaftliche Befindlichkeit drückt sich hier aus, wenn nicht einzelne Kirchen oder Gruppen verspottet werden, sondern das Zentrum des christlichen Glaubens?“ Wendel ist davon überzeugt, dass gerade das Bild mit dem Schwein die religiösen Gefühle vieler überzeugter Christen verletze.
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