Wahlprogramm
15. April 2013

SPD will Ehe für Homosexuelle öffnen

Foto: idea
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Augsburg (idea) – Falls die SPD im Herbst die Bundestagswahl gewinnen sollte, stehen in ethischen Fragen große Veränderungen bevor. Das geht aus dem Wahlprogramm hervor, das auf dem Parteitag am 14. April in Augsburg einstimmig beschlossen wurde. So wollen die Sozialdemokraten die Ehe für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften öffnen und sie damit auch im Adoptions- und Steuerrecht gleichstellen. Die Gleichheitsrechte in Artikel 3 des Grundgesetzes will die Partei zudem um die sexuelle Identität ergänzen: „Wir gehen entschieden vor gegen Homophobie und tragen zur Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen bei.“ Mit Blick auf Partnerschaft und Familie heißt es im Programm, die Rollen von Männern und Frauen hätten sich verändert. Die Menschen lebten heute in unterschiedlichen Modellen: „Sie sind verheiratet oder unverheiratet, sie sind Singles oder geschieden, alleinerziehend oder in Patchwork-Familien.“ Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, werde die SPD im Falle eines Wahlsieges deshalb die Ganztagsbetreuung in Kindertagesstätten und an Schulen so ausbauen, dass alle, die es wünschen, ein Angebot bekämen. Frauen sollen zudem nach dem Willen der SPD die gleichen Löhne bekommen wie Männer. Bislang liege der Durchschnittslohn von Frauen nur bei 77 Prozent dessen, was Männer verdienten. Für die Aufsichtsräte und Vorstände großer Unternehmen ist darüber hinaus eine Quote vorgesehen: 40 Prozent der Spitzenpositionen sollten Frauen vorbehalten sein. Mit Blick auf die Kirchen heißt es: „In den Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften arbeiten viele für ein solidarisches Miteinander. Sie sind wichtige Partner für uns auf dem Weg zu einer besseren Gesellschaft und im Diskurs ethischer Fragen.“ In das Parteiprogramm mit dem Titel „Deutschland besser und gerechter regieren: Für ein neues soziales Gleichgewicht in unserem Land!“ sind erstmals auch Vorschläge eines Bürgerkonvents eingeflossen.

„Alternative für Deutschland“: Familie ist Keimzelle der Gesellschaft

Auch die neue Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) verabschiedete am Wochenende in Berlin ihr Programm. Dieses umfasst bislang nur gut drei Seiten. Im Kern fordert sie darin eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. „Deutschland braucht den Euro nicht”, heißt es. Die Wiedereinführung der D-Mark dürfe kein Tabu sein: „Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.” Hoffnungslos überschuldete Staaten sollten durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Zudem möchte die AfD die Demokratie stärken und Volksabstimmungen und -initiativen nach Schweizer Vorbild einführen. Unter den Stichworten „Alterssicherung und Familie“ fordert die Partei, Kinder stärker bei der Rentenberechnung zu berücksichtigen: „Deutschland hat zu wenige Kinder und muss kinder- und familienfreundlicher werden.“ Die Partei stehe für den Schutz der Familie „als Keimzelle der Gesellschaft“. Eine solidarische Förderung von Familien sei eine Investition in die gemeinsame Zukunft und ein wesentlicher Teil des Generationenvertrages.

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10 Kommentare

Talmidvor 1 Jahr und 194 Tagen

Ich kann "antony" nur zustimmen. Wer behauptet, es sei eine freie (und bewußte?) Entscheidung, homosexuell zu sein, vergiftet gerade auch in unseren christlichen Kreisen das ohnehin schon heikle Klima. Ich habe mich im Alter von ungefähr 12 oder 13 Jahren ganz sicher nicht dafür entschieden, schwul zu sein. Während Jungs in meinem Alter plötzlich anfingen, sich für Mädchen zu interessieren, und Mädchen auf einmal ein Auge für Jungs hatten, habe ich entdeckt, daß ich mich sehr zu Jungs hingezogen fühle und Mädchen mich völlig kalt lassen. Wer will nun behaupten, Heterosexualität sei eine "Entscheidung"? Zu behaupten, Homosexualität sei eine Entscheidung oder ein Lebensstil, bringt gerade auch uns Christen, die wir darunter leiden, in eine schlimme Lage, denn damit unterstellt man, man wäre erstens zumindest in der ein oder anderen Form selbst daran schuld, diese Neigung zu haben, und könne sie zweitens zudem "ganz einfach ablegen", ohne dabei große Anstrengung zu haben. Das ist aber nicht so. So ist es nicht bei mir, so ist es nicht bei anderen Betroffenen, mit denen ich Austausch hatte, und so ist es auch nicht bei Millionen anderen Homosexuellen weltweit (unabhängig vom Glauben). Gerade weil man sich nicht einfach "umentscheiden" kann, finden wir betroffene Christen, die Gott lieben, ganz unterschiedlich zu einem Leben, das Gott wohlgefällig ist. Ich kenne einen echt lieben Bruder persönlich, der seine Neigung nach vielen Jahren so überwunden hat, dass er heute mit einer Frau verheiratet ist und drei Kinder hat. Ich freue mich für ihn, denn er ist glücklich. Eine andere Schwester, mit der ich mal bekannt war, sieht ihren Lebensweg mit Gott darin, in Enthaltsamkeit zu leben, in "persönlicher Heiligung", weil sie (zumindest bisher) einfach nichts für Männer in dieser besonderen Weise empfinden kann. Bei mir selbst ist es wohl auch so, daß ich niemals heterosexuell empfinden werde. Nach vielen Jahren (ich bin jetzt 34) bin ich zu dem Schluß gekommen, daß ich meinen Frieden mit Gott und mit mir selbst habe, wenn ich enthaltsam lebe. Das klingt für viele so "anstrengend entbehrlich", aber für mich ist es, von diversen Anfechtungen und Versuchungen, die sicher jeder Christ mal hat, abgesehen, ein guter Weg. Also, wer sagt, es sei eine Entscheidung, soll doch einfach mal versuchen, sich seiner Heterosexualität zu entledigen und etwas für das gleiche Geschlecht empfinden - mal sehen, ob das so schnell geht!!!

antonyvor 1 Jahr und 197 Tagen

@Thomas G: Wenn es so wäre, wie Sie sagen, dann würde das ja bedeuten, dass sich jeder einfach so oder so entscheiden kann. Das widerspricht aber eklatant der Erfahrung der Betroffenen. Auch unter Therapie erfahren zwar viele, aber keineswegs alle Betroffenen, die das wünschen, Veränderung. Offen gesagt: Ihr Kommentar ist nicht nur psychologisch wenig kompetent, sondern ist auch geeignet, Betroffenen, die Veränderung wünschen, aber nicht erreichen, zu signalisieren: "Selber schuld".

Talmidvor 1 Jahr und 197 Tagen

Herzlichen Dank für all diese Rückmeldungen, die ich nicht erwartet habe! Es ist sehr tröstlich, so etwas zu lesen! Bitte vergessen Sie alle nie, daß es auch Brüder und Schwestern gibt, die diese Neigung zwar haben, aber Gott aufrichtig lieben, ihm wohlgefällig leben wolllen und dennoch Schwierigkeiten damit haben, weil sie eben diese unguten Gefühle haben. Sie müssen gar nichts "Spektakuläres" tun - ein geschwisterlicher Händedruck, ein ehrliches Lächeln, eine aufrichtige Fürbitte sind schon einmal ein riesiger Schritt auf dem Weg, den wir Betroffene gehen müssen, um irgendwann in der ein oder anderen Form frei zu sein von dieser "quälenden Neigung" oder zumindest in Enthaltsamkeit Frieden damit zu haben. Nochmals vielen Dank! Gott segne Sie! 1. Johannes 4,7-10: "Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott; und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe. Hierin ist die Liebe Gottes zu uns offenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten. Hierin ist die Liebe: Nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden."

Thomas Gvor 1 Jahr und 197 Tagen

@Talmid Homosexualität ist keine unfreiwillige Neigung, sondern sehr wohl eine Entscheidung. Unter Umständen ist diese Neigung frühkindlich geprägt, sehr viel häufiger aber konditioniert durch die Umwelt. Was allerdings nicht bedeutet, dass man eine Minderheit verfolgen oder ächten sollte.

frogvor 1 Jahr und 197 Tagen

@Talmid: Große Hochachtung vor Ihrer Einstellung und Ihrem Lebensstil. Wäre gerne teil einer Gemeinde, die solche Geschwister mit Freude in ihrer Mitte hat.

hans.leichvor 1 Jahr und 198 Tagen

Ich bin tief betroffen. Talmid hat mich sehr nachdenklich gemacht und mich ins Herz getroffen. Ich bin ich doch möglicherweise einer von den Selbstgerechten, die zu schnell abfällig oder verurteilend über Homosexuelle denken und nicht den hilfsbedürftigen Bruder oder hilfsbedürfigen Menschen sehen, der evtl. persönlicher oder gebetsbegleitender Hilfe bedarf? Unser Herr Jesus Christus sagt es uns immer wieder: auch wenn wir die Sünde ablehnen sollen, so sollen wir doch den Sünder lieben, ihm vergeben und ihm Hilfe gewähren wie einem Bruder. Ich will unmittelbar Jesus Christus um Vergebung für mein bisheriges Denken und handeln über Homosexuelle bitten und um seine Wegweisung im Umgang mit Homosexuellen. Talmid danke ich für diesen Mahnruf und wünsche ihm die Wegweisung unseres Herrn Jesus Christus in eine Gemeinde, wo neben der wahrhaftigen Verkündigung die Vergebung, Liebe und Hilfe nicht zu kurz kommen. Dass die SPD die Ehe und Familie der gleichgeschlechtlichen Beziehung gleichstellen will, ist Ausdruck der atheistischen Grundhaltung dieser Partei und der Spekulation, mit Toleranz mehr Stimmen gewinnen zu können.   Hans Leich, Mannheim        

Katharinavor 1 Jahr und 198 Tagen

Lieber Talmid. Ich bin sehr traurig über das, was Sie schreiben. Gerade scheinen Sie sehr verletzt worden zu sein. Sie wissen, daß Gott, der auferstandene HERR, Sie sehr liebt und auf Ihrer Seite steht, wenn Menschen sich lieblos und verletzend verhalten. Bleiben Sie auf jeden Fall Jesus treu und halten Sie sich an ihm fest! Glauben Sie mir, es gibt keine Gemeinde, in welcher es auf Dauer keine Verletzungen, Verfehlungen, Lieblosigkeiten oder gar Rassismus gibt! Bleiben Sie IN IHM , dann kann Ihnen nichts passieren. Jesus hat uns nicht den Himmel auf Erden versprochen – eher das Gegenteil. Doch gibt ER uns den Heiligen Geist als Tröster und hilft uns, wenn wir ihn anrufen. Immer! Nicht immer, wie wir erwarten, aber wie ein guter Vater seinem Kind hilft – zum Besten! Ich kann Ihnen nur von Herzen raten, vielleicht noch etwas Geduld zu haben mit den Menschen, die leider häufig überfordert sind mit vielen Problemen, die sie nicht verstehen können. – Sollten Sie einmal eine andere, bibeltreue Gemeinde finden, möchte ich Ihnen raten, sich dort nicht zu outen! Wenn überhaupt, dann nur in persönlicher Seelsorge. Heterosexuelle Menschen reden auch mit niemand in der Gemeinde über ihre persönliche Sexualität. Es wäre für Sie ein Selbstschutz! Ich verspreche Ihnen, Talmid, für Sie zu beten – vielleicht tun es noch mehr Leute!?  

antonyvor 1 Jahr und 198 Tagen

@ talmid --- Meine allergrößte Hochachtung vor Ihrem Weg! Ich habe größten Respekt vor homosexuell empfindenden Christen, die sich bemühen, mit ihren Neigungen so umzugehen, wie Sie das beschreiben. Ein Freund von mir gehört auch dazu, und dazu kann ich nur sagen: Hochachtung!! Ich bin froh über jeden, der einen Weg wie Sie geht. Damit geben Sie ein Zeugnis, was viele Menschen ermutigt, die ebenfalls homosexuell empfinden, sich aber Gottes Anspruch stellen wollen. Dass Christen Sie wegen Ihrer Neigung verurteilen und nicht damit umgehen können, dass Sie sich offen dazu bekennen, ohne sie auszuleben, finde ich sehr sehr bedauerlich. --- Zur Position der SPD in dieser Frage möchte ich aber sagen, dass davon ein ganz anderes Signal ausgeht, nämlich die Botschaft "Zwischen homosexuelle Ehe und heterosexueller Lebensgemeinschaft besteht kein prinzipieller Unterschied". Dem würde ich widersprechen.

Talmidvor 1 Jahr und 198 Tagen

@esszetthi: Warum schafft die SPD das deutsche Volk ab? Durch solche Gesetze wird es nicht mehr oder weniger Homosexuelle geben. Wer etwas anderes glaubt oder vermutet, tut mir leid, denn Homosexualität ist keine Entscheidung, sondern eine unfreiwillige Neigung. Ich habe mich früher als "bibeltreu" bezeichnet und empfand es als das größte Geschenk meines Lebens, daß ich in eine bibeltreue Gemeinde finden durfte. Derzeit überlege ich mir ernstlich, die Gemeinde sehr schweren Herzens zu verlassen, weil ich einfach müde und ernüchtert bin. Ich dachte immer, ich als homosexueller Christ könnte dafür kämpfen, daß meine bibeltreuen Geschwister in allen unterschiedlichen Gemeinden erkennen, daß es nicht nur CSD-Homosexuelle gibt, Homosexuelle, die ihre Neigung gut und richtig finden, sondern gerade auch in den eigenen Reihen unserer Gemeinden Brüder und Schwestern, die es mit unserem Herrn Jesus und einem "sauberen Leben" zu seiner Ehre aufrichtig und ernstlich meinen, Brüder und Schwestern, die sich diese Neigung nicht ausgesucht haben, sondern im wahrsten Sinne des Wortes darunter leiden - gerade auch vor Gott und dem biblischen Anspruch, den sie achten und würdigen. Aber das ist jetzt nicht mehr so. Überall lese und höre ich nur, was für eine ekelhafte Sünde diese Neigung sei und welche "Perversion" sie darstelle. Niemand, so gut wie niemand dieser heterosexuellen Geschwister scheint sich auch nur mal fünf Minuten die Mühe zu machen, darüber nachzudenken, wie man solchen Menschen helfen, ihnen geschwisterlich in Liebe, Anteilnahme, Gebet und Geduld beistehen kann, nein, es ist ja viel einfacher, hervorzuheben, wie ekelhaft und pervers diese Neigung ist, was letztlich nichts anderes bedeutet als: "Du als Homo bist eine Schande! Haub ab!" Das macht mich traurig ... und es hat mich inzwischen sehr ernüchtert. So schreibe ich hier an alle Leser, die es mit Gott und der Bibel ernst meinen: Kümmert Euch erst einmal um den Balken vor Eurem eigenen Auge, bevor Ihr Euch bequemt, über den Splitter im Auge der Geschwister zu lästern und zu urteilen! Oder noch besser: Seid still, haltet den Mund, seid nicht selbstgerecht und selbstgefällig, sondern schaut "Ist da jemand in meiner Gemeinde, der darunter leidet - wie kann ICH ihm beistehen und helfen?", doch ich ahne, dass das hoffenungslos ist ... Schade, sehr schade, man will ja lieber verurteilen und sich selbst für sündlos halten ... Ich glaube, ich werde wieder ein Christsein ohne Gemeinde leben, denn es gibt ja anscheinend nur Gemeinden, in denen man Menschen wie mich verteufelt, oder Gemeinden, in denen man widerbiblisch Homosexualität fördert - beides ist keine Option für mich, denn bei den einen, bei denen ich gerne wäre, will man mich nicht, und zu den anderen, wo man Sünde für gut und richtig erklärt, habe ich ganz sicher nichts zu suchen ... An alle Leser Gottes Segen auf dem weiteren Weg!

esszetthivor 1 Jahr und 199 Tagen

Die SPD schafft das deutsche Volk ab.

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