26. März 2012

Geistliche Erweckung in Nordafrika

Geistliche Erweckung in Nordafrika

Amman (idea) – Der „Arabische Frühling“ hat im muslimisch geprägten Nordafrika zu einem wachsenden Interesse am christlichen Glauben geführt. Das wurde bei den Beratungen des Leitungsgremiums der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) deutlich. Die Exekutive tagte vom 23. bis 26. März in Amman (Jordanien). Im vergangenen Jahr hätten sich in Nordafrika 110.000 Personen – vor allem ehemalige Muslime – für ein Leben als Christ entschieden, hieß es unter Berufung auf evangelikale Pastoren in der Region.

Damit seien in einem Jahr mehr Menschen „wiedergeborene Christen“ geworden, als es zuvor in allen arabischen Ländern zusammen gegeben habe. „Die Kirche erlebt eine Erneuerung“, sagte ein Repräsenant aus der Region, der aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden will. Ehemalige Muslime, die zum Christentum übergetreten seien, erzählten offen von ihren Glaubenserfahrungen und stießen damit auf Interesse: „Was Gott in diesem Ländern offenbar mit uns vorhat, übersteigt unsere Vorstellungskraft.“

Libanon: Fernsehevangelisation über Ostern

Auch im Libanon gebe es nun mehr missionarische Möglichkeiten. Die dortigen Evangelikalen würden weniger von Muslimen als durch traditionelle Kirchen wie Maroniten und Katholiken bedrängt. Dennoch sei es ihnen gelungen, über Ostern erstmals eine Fernsehevangelisation zu organisieren.

Christen kümmern sich um Flüchtlinge aus Syrien

In Sorge sind die europäischen Baptisten über die Entwicklung in Syrien: „Wir wissen nicht einmal, wofür wir beten sollen.“ Unter Präsident Baschar al-Assad habe es im Land Stabilität und Versammlungsfreiheit gegeben, auch wenn die Christen gewusst hätten, dass immer Spitzel des Staates in ihren Veranstaltungen gewesen seien. Nach dem Ausbruch der Gewalt seien viele Christen, aber auch Muslime, geflohen. Um diese Flüchtlinge im Libanon kümmerten sich vor allem christliche Hilfsorganisationen. Doch anders als etwa in der Türkei, wo ganze Zeltstädte errichtet worden seien, lebten die Syrien-Flüchtlinge im Libanon oft in Familien, die für sie ihre Häuser geöffnet hätten. Die EBF führte die Frühjahrstagung ihrer Exekutive erstmals in Jordanien durch, um die Baptisten im Nahen Osten zu stärken. In Jordanien, dem Libanon, Syrien, Ägypten und Israel leben insgesamt 6.700 Baptisten in etwa 100 Gemeinden.

Karte: US Government/Central Intelligence Agency

 

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