06. Oktober 2011

Millionen Blinde könnten geheilt werden

Bensheim (idea) – Schon Jesus hat Blinde geheilt, und nach rund 2.000 Jahren sind schwere Sehbehinderungen immer noch ein Massenphänomen. Weltweit sind rund 39 Millionen Menschen ohne Augenlicht, doch 80 Prozent von ihnen müssten gar nicht blind sein: Ihre Krankheit könnte vermieden werden oder sie wäre zu heilen.

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Rund 90 Prozent aller Blinden leben in Entwicklungsländern; dort ist die Behandlung von Augenerkrankungen oft unzureichend. Sehbehinderungen führen in der Dritten Welt vielfach zu Arbeitslosigkeit und in der Folge Armut. Das teilte die Christoffel-Blindenmission (CBM) mit Sitz in Bensheim bei Darmstadt der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf Anfrage mit.

Grauer Star als häufigste Ursache

Die mit Abstand häufigste Ursache für eine Erblindung bei Erwachsenen wie auch bei Kindern ist der sogenannte Graue Star – eine Trübung der Augenlinse. Darauf ist rund die Hälfte aller Erblindungen, fast 20 Millionen, zurückzuführen. In Industrieländern gibt es dafür gute Behandlungsmöglichkeiten. Mit einem kleinen ambulanten Eingriff kann die Linse ersetzt werden. In Entwicklungsländern kommt diese Operation zum einen aus Kostengründen kaum zum Einsatz, zum anderen mangelt es an Medizinern: Statistisch gesehen muss ein Augenarzt eine Million Menschen versorgen.

Ziel: Bis 2020 vermeidbare Blindheit überwinden

Bei der „Woche des Sehens“ vom 8. bis zum 15. Oktober will die CBM auf die Ursachen vermeidbarer Blindheit und deren Bekämpfung aufmerksam machen. Unter dem Motto „Sehen, was geht!“ tourt die Organisation beispielsweise durch Schulen in Baden-Württemberg. Dort können Schüler erleben, was es heißt, blind zu sein und wie einfach es sein kann, Menschen das Augenlicht wiederzuschenken. Seit 1966 fördert CBM Hospitäler in der Dritten Welt, die Operationen gegen den Grauen Star durchführen. Ein Eingriff bei Erwachsenen kostet 30 Euro. Im vergangenen Jahr konnten rund 644.000 Star-Operationen mit Unterstützung der CBM ermöglicht werden. Zusammen mit anderen Organisationen verfolgt sie das Ziel, bis zum Jahr 2020 die vermeidbare Blindheit weltweit zu überwinden. Die CBM gehört zur Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) und unterstützt über 800 Projekte mit behinderten Menschen in 89 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Gegründet wurde sie 1908 von Pastor Ernst Jakob Christoffel (1876-1955), der im Orient blinden und ausgestoßenen Menschen half.

Foto: CBM

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