Mali
23. Oktober 2012

Militäreinsatz wird wahrscheinlicher

Die Bevölkerung leidet unter den Folgen des Konflikts. Foto: PR
Die Bevölkerung leidet unter den Folgen des Konflikts. Foto: PR

Bamako/Fürth/Dietzhölztal (idea) – Zu einem möglichen Militäreinsatz in Mali haben sich Vertreter deutscher Missionswerke zurückhaltend geäußert. Die derzeitige Situation sei jedoch wahrscheinlich nur durch militärisches Eingreifen zu ändern, erklärten zwei Missionsleiter auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Nach einem Militärputsch hatten radikale Islamisten im März dieses Jahres gemeinsam mit Rebellen der Tuareg, einem einheimischen muslimischen Nomadenvolk, den Norden Malis erobert. Dort wollen sie eine strenge und radikale Form des Islam durchsetzen und den Einfluss des Westens beenden. Nach sieben Monaten des politischen Chaos hatten die Staats- und Regierungschefs der EU vergangene Woche in Brüssel Pläne für eine Lösung der Krise diskutiert. Die Bundesregierung erklärte, im Falle einer militärischen Operation Militärberater in das Krisengebiet zu entsenden, sich jedoch nicht an Kampfhandlungen zu beteiligen. Nach Angaben der EU sind bereits etwa 450.000 Menschen vor Unterdrückung und aus Angst vor dem islamischen Religionsgesetz, der Scharia, aus dem Gebiet geflohen.

Ein Einsatz wird blutig werden

Der Leiter des Missionswerks „Neues Leben Ghana“ (Fürth/Odenwald), Georg Stoll, teilte idea auf Anfrage mit, Gewalt widerspreche dem christlichen Glauben zutiefst, ein Ende der islamistischen Herrschaft im Norden sei jedoch womöglich anders nicht zu erreichen: „Ein Militäreinsatz wird mit großer Sicherheit sehr blutig und brutal werden. Aber wenn nichts geschieht, ändert sich nichts.“ Die Islamisten würden weitere Teile des Landes erobern und ihre Position festigen, erklärte Stoll. Auch die einheimischen Moslems hätten Angst und wünschten sich ein Ende der Gewalt. „Neues Leben Ghana“ hat aber nach wie vor 35 einheimische Mitarbeiter im Süden Malis, die sich um Hilfsprojekte für die hungernde Bevölkerung kümmern. Vor Beginn der Unruhen betrieb die Organisation auch in Timbuktu im Norden des Landes eine Bibelschule.

Guerillakrieg möglich

Auch der Leiter der Allianzmission (Dietzhölztal/Mittelhessen), Erhard Michel, sagte idea, wenn nichts geschehe, werde das verheerende Auswirkungen auf die Entwicklung Westafrikas haben. Michel befürchtet jedoch andererseits, dass ein militärischer Eingriff den Beginn eines Guerillakriegs bedeuten könnte: „Die Islamisten sind geschult im Guerillakrieg. Wir haben schon in vielen anderen Teilen der Welt erlebt, dass sich solche Auseinandersetzungen schließlich im Untergrund fortsetzen. Sie werden sich zerstreuen, in die Nachbarländer gehen oder sich in entlegenen Gebieten verstecken.“ Das Missionswerk hatte im Mai dieses Jahres seine drei Missionarsfamilien abgezogen, plant aber, ab Januar wieder in Mali tätig zu werden. Von den rund 14 Millionen Einwohnern des Landes sind über 87 Prozent Muslime, 10 Prozent Anhänger von Naturreligionen und 2,6 Prozent Christen. Mali galt lange Zeit als Vorzeigemodell eines friedlichen Zusammenlebens Angehöriger verschiedener Religionen.

1 Kommentare

Johannes3.16vor 2 Jahren und 92 Tagen

Überall, wo die Ideologie des Islam die Macht bereits hat oder wo sie angestrebt wird, gibt es Krieg und Unfrieden. Die mindesten Menschenrechte werden in diesen Herrschaftsgebieten werden mit Füßen getreten und der Kampf gegen die "Ungläubigen" wird mit aller Härte geführt. Dass es so sein muss, steht im Koran an vielen Stellen. Warum wollen das unsere Politiker und Kirchenleiter nicht zur Kenntnis nehmen? Ist die Verstockung, das Nicht-Mehr-Hören-Können, das die Heilige Schrift vorhersagt, bereits eingetreten?

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