Freizeit-Monitor
30. August 2013

Kirchgang ist nicht sehr beliebt

Tendenziell gehen mehr Niedriggebildete als Höhergebildete zum Gottesdienst. Foto: istock
Tendenziell gehen mehr Niedriggebildete als Höhergebildete zum Gottesdienst. Foto: istock

Hamburg (idea) – Der Kirchgang gehört nicht zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten der Deutschen. Neun Prozent aller Bürger ab 14 Jahren gehen mindestens einmal pro Woche in eine christliche Gemeinde, 18 Prozent einmal pro Monat, 35 Prozent einmal pro Jahr und 65 Prozent seltener oder niemals. Der durchschnittliche monatliche Gottesdienstbesuch ist in den vergangenen sechs Jahren um drei Prozent gesunken. Das geht aus dem „Freizeit-Monitor 2013“ hervor. Für diese Studie befragte die Stiftung für Zukunftsfragen von British American Tobacco (BAT) in Hamburg 3.000 Personen ab 14 Jahren. Sowohl die Alten wie die Jungen zählen zu den eifrigsten Kirchgängern: 31 Prozent der Ruheständler gehen mindestens einmal im Monat zum Gottesdienst, gefolgt von den Jugendlichen mit 22 Prozent. 18 Prozent der Familien mit Kindern lassen sich regelmäßig in der Kirche sehen, während die Alleinstehenden mit sechs Prozent das Schlusslicht bilden. Auf dem Land ist der Kirchgang mit 24 Prozent stärker verbreitet als in den Städten (13 Prozent). Tendenziell gehen mehr Niedriggebildete (20 Prozent) als Höhergebildete (17 Prozent) zum Gottesdienst. Auch die großen Kirchen führen Statistiken über den Kirchgang. Nach den jüngsten Zahlen aus dem Jahr 2011 kamen an einem Durchschnittssonntag 3,7 Prozent der 23,6 Millionen evangelischen Kirchenmitglieder und 12,3 Prozent der Katholiken zum Gottesdienst.

Knapp vier Stunden Freizeit pro Werktag

Die Bundesbürger haben pro Werktag im Durchschnitt drei Stunden und 49 Minuten freie Zeit; das sind 14 Minuten weniger als im Jahr 2010. Ruheständler verfügen mit fünf Stunden und acht Minuten über das größte Kontingent, Familien mit Kindern mit zwei Stunden und 47 Minuten über das kleinste. Jugendliche haben durchschnittlich vier Stunden frei, doch büßten sie gegenüber 2010 am meisten ein, nämlich 49 Minuten. Die häufigste Freizeitbeschäftigung ist das Fernsehen: 96 Prozent schauen sich das Programm mindestens einmal pro Woche an. Darauf folgen das Telefonieren von zu Hause aus (88), Radiohören (86) sowie Zeitschriften oder Zeitungen lesen (75).

Jeder Fünfte ist ehrenamtlich aktiv

19 Prozent nehmen mindestens einmal pro Monat eine ehrenamtliche Aufgabe wahr – zwei Prozent mehr als im Jahr 2007. Am stärksten engagiert sind hier Familien mit Kindern (25 Prozent), gefolgt von den Ruheständlern (22). In einem Verein aktiv sind 22 Prozent der Deutschen; hier liegen die Jugendlichen mit 51 Prozent mit weitem Abstand an der Spitze, gefolgt von Familien mit Kindern (25). In einer Bürgerinitiative engagieren sich acht Prozent der Befragten; das sind fünf Prozent weniger als vor sechs Jahren. Alle Altersgruppen sind mit Anteilen zwischen sieben Prozent (Alleinstehende sowie Familien mit Kindern) und zehn Prozent (Ruheständler) relativ gleichmäßig verteilt.

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6 Kommentare

solrexvor 1 Jahr und 49 Tagen

@lupe: An meinem Wohnort gibt es eine große Martin-Luther-Kirche. Diese Kirche hat 3000 Mitglieder. Sonntags finden sich dort etwa 30 - 35 Kirchgänger ein, wenn nicht gerade mal Weihnachten ist. Dies ist wahrscheinlich schon ein repräsentativer Querschnitt in unseren Städten. Auf dem Land sind die Zahlen wie in dem Bericht angeführt etwas besser. - Leider muss man "milan" recht geben!

milanvor 1 Jahr und 49 Tagen

@lupe: Ich kenne wenige. Darunter sind auch Bekehrte, was man von den Kirchenfürsten wohl nicht behaupten kann.

lupevor 1 Jahr und 49 Tagen

milan@ - Anscheinend müssen Sie ALLE evangelischen PfarrerInnen in der EKD persönlich kennen, um eine so globale Aussage treffen zu können.

milanvor 1 Jahr und 52 Tagen

Was soll man auch in einem fast leeren Kirchgebäude mit ein paar toten Gebeinen, antibiblischen Predigten, Pastoren, die die Heilsbotschaft verworfen haben, die eventuell schwul sind und deren Verständnis von lebendiger Gemeinde bei grüner Politik beginnt und beim Kaffeekränzchen endet.

WPEVvor 1 Jahr und 53 Tagen

Wie auch... kann man doch hören und empfinden, dass man sich ändern sollte. Dass man Korrektur erfährt... und den eigenen Willen dem Gottes unterordnen soll. Ja, wenn man es denn zu hören bekommt.

solrexvor 1 Jahr und 53 Tagen

Kirchgang ist nicht sehr beliebt: Warum sollte es denn auch anders sein? Was kann ich denn in der Kirche noch wertvolles für mein Leben hören? Tagespolitik, Familienpapier der EKD, Kampf gegen Rechts, die Bibel ist nicht Gottes Wort, es gibt kein Jenseits, Jesus ist nicht auferstanden, Er kommt auch nicht wieder. Ewiges Gericht – ebenfalls Fehlanzeige. So könnte man noch weiter fortfahren. Also, braucht sich doch niemand über den weiteren Besucherschwund wundern.

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