Stuttgarter Dekan
21. April 2013

Kirchenverkauf an Muslime möglich

Der evangelische Stadtdekan von Stuttgart, Hans-Peter Ehrlich. Foto: PR
Der evangelische Stadtdekan von Stuttgart, Hans-Peter Ehrlich. Foto: PR

Stuttgart (idea) – Keine Einwände gegen einen möglichen Verkauf einer Kirche an eine islamische Gemeinschaft hat der evangelische Stadtdekan von Stuttgart, Hans-Peter Ehrlich. Der Tageszeitung „Stuttgarter Zeitung“ sagte der 65-Jährige, ein Kirchenverkauf an Muslime sei für ihn kein Tabu. Die Stuttgarter Religionsgemeinschaften hätten ein Recht auf Orte für Zusammenkünfte und Gebete. Allerdings könne man nicht sagen: „Wir haben eine Kirche übrig. Wollt ihr die nicht?“ Dafür wäre eine längere Annäherung nötig, so der Dekan, der im Juni in den Ruhestand geht. Er ist kirchenpolitisch bei der „Offenen Kirche“ engagiert, was seiner Ansicht nach ein „Karrierehindernis“ ist. Er sei einmal als Bischofskandidat im Gespräch gewesen, aber wegen seiner Mitgliedschaft bei der „Offenen Kirche“ „war das schnell vorbei“.

In der EKD umstritten

In der EKD ist der Verkauf von Kirchen an Muslime umstritten. Eine EKD-Richtlinie verbietet es, einer muslimischen Glaubensgemeinschaft eine nicht mehr genutzte Kirche zu überlassen. Als das islamische Zentrum Al Nour in Hamburg die entwidmete Kapernaum-Kirche kaufte, sprach der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider (Berlin) von einer „geistlichen Zumutung für die Menschen, die dort leben und sich mit der Kirche identifiziert haben“. Für den Synodenpräsident der „Nordkirche“, den „Grünen“-Politiker Andreas Tietze, sind Richtlinien hingegen „Menschenwerk“, das man auch ändern könne. Muslime hätten die gleiche religiöse Wurzel wie Juden, nämlich den Stammvater Abraham. Im vorigen Jahr sorgte die Umwandlung der evangelisch-methodistischen Kreuz-Kirche in Mönchengladbach in ein alevitisch-muslimisches Versammlungshaus für Aufsehen und teilweises Unverständnis.

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7 Kommentare

Harryffmvor 1 Jahr und 213 Tagen

Irgendwie haben so manche Kirchenfürsten keine Ahnung von dem, was sie reden. Gehen die Wurzeln des Judentums auf Abraham zurück? Oder gehen sie darauf zurück, dass Gott sich ein Volk erwählt hat?   Leerstehende Kirchen könnten doch auch von kleineren Freikirchen genutzt werden, die keine Möglichkeit haben, adäquate Räume kaufen oder mieten zu können. Aber nein, immer mehr kleinere Gemeinden müssen in Industriegebiete "auswandern" weil sie kein Geld haben, gute Räume in einer für die Gemeindearbeit guten Umgebung zu bekommen. Aber dabei geht es ja "nur" um Christen. Oder wie sieht es mit den Migrantengemeinden aus? Hier kommt es immer wieder zu Problemen in gastgebenden Gemeinden, weil wir nicht mit der Kultur der anderen auskommen, warum gibt man nicht ihnen die "ausgedienten" Kirchen?   Oder noch besser: Wie wäre es denn, wenn die traditionellen Kirchen sich ihrer Aufgabe gem. Matthäus 28 besinnen und wieder evangelistisch aktiv werden? Aber das würde ja wieder an Arbeit grenzen, es wird doch lieber darauf gewartet, dass die Menschen in die Kirchen kommen - und weil Kirchen aufgegeben werden müssen, können die ja auch nen weiteren Weg auf sich nehmen.   Warum setzen sich diese Kirchenführer nicht dafür ein, dass in islamischen Ländern Kirchen gebaut werden dürfen und Menschen ihre Religion, ihren christlichen Glauben, offen leben dürfen? Weil es einfacher ist, hier einen auf Religionsfreiheit zu machen als sich für Christen in anderen Ländern einzusetzen.   Vielleicht passiert ja eine positive Änderung, gerade in Stuttgart, wenn dieser Stadtdekan mit einer dicken Pension, die von den immer weniger werdenden Kirchengliedern gezahlt werden müssen, sich in einen Ohrensessel vor den Kamin setzt und die letzten Jahre seines Daseins sich in Stille übt. So kann er keinen Schaden mehr anrichten und keinen solchen Unsinn mehr erzählen.

Germanevor 1 Jahr und 214 Tagen

Die verantwortlichen Theologen in der Evangelischen Kirche haben deren Mitgliederzahl – natürlich regional unterschiedlich – seit dem Zweiten Weltkrieg in etwa halbiert! In jedem halbwegs intakten Unternehmen würden die verantwortlichen leitenden Leute demzufolge sukzessiv entlassen. 

solrexvor 1 Jahr und 214 Tagen

Dass der evangelische Stadtdekan Hans-Peter Ehrlich keine Einwände gegen einen möglichen Verkauf einer Kirche an eine islamische Gemeinschaft hat, ist im Grunde nicht gerade verwunderlich. Ehrlich ist Vizepräsident im Rotary Club Stuttgart und vertritt auch dort den Gemeindienst. http://www.rotary1830.org/Stuttgart/vorstaendphpe_rocas.   Die verschiedenen Rotary Clubs in Deutschland arbeiten daran, den Interkultureller und interreligiösen Dialog zu verstärken. http://rotary1850.org/distrikt/03_dienste/interkult/islam/fakten_islam.php   Wie können wir unsere internationalen Aktivitäten, insbesondere den „Internationalen Dialog“ mit den Ländern Polen, Litauen, Lettland und Estland sowie den "Interreligiösen Dialog" mit den Menschen der islamischen Welt vertiefen und bereichern? Zielsetzung: Seit 2007 wollen wir im Distrikt 1850 den interkulturellen und den interreligiösen Dialog in unserem Distrikt verbessern und vertiefen helfen. Wir sind ein kleines Serviceteam für die 62 Clubs im Distrikt. Im Einzelnen bieten wir an: 1. Wir möchten das Wissen in den 62 Clubs des Distrikts um den Islam verbessern helfen. 2. Wir möchten Kontakte zu Menschen islamischen Glaubens pflegen, aufbauen und / oder ausweiten. 3. Wir möchten den Dialog miteinander stärken. http://rotary1850.org/distrikt/03_dienste/interkult/index.php   Dies ist der freimaurerische Geist in dieser Vereinigung. Diese Clubs vertreten schließlich keinesfalls den Geist der Wahrheit. Alle Religionen sind hier „gleich gültig“! Die Wahrheit der Bibel ist also „gleichgültig“!  

Johannes3.16vor 1 Jahr und 215 Tagen

Ob es für diesen Kirchenbeamten ein Tabu ist oder nicht: er ist ein weiterer Islamversteher, der sich nun bald auf einem dicken Pensionspolster von seiner harten Arbeit erholen kann.

hans.leichvor 1 Jahr und 215 Tagen

Mit solchen Äußerungen wie: "Kirchenverkauf an Muslime kein Tabu-Thema" und "Abraham Vater von Juden und Moslems" zeigen doch die Herren Ehrlich und Tietze was an geistlichem Fundament bei Ihnen vorhanden ist, nämlich recht wenig.   Das geistliche Niveau bei Mitgliedern der "Offenen Kirche" oder von Grünen-Politikern ist doch inzwischen hinlänglich bekannt. Da ist es nicht verwunderlich, daß sich Herr Tietze auch für das Bischofsamt beworben hat. Wie lange wird es noch dauern, bis das letzte evangelische Kirchenmitglied die Irrlehre und Vernebelungsstrategie dieser "Kirchenpolitiker" erkannt hat und Konsequenzen gezogen hat, oder auch: wie lange wird der dreieinige Gott diesem Treiben der "Verführer" noch zusehen? Die gläubige Gemeinde ist zu Gebet und "Abwahl" solcher "Verführer" aus ihrem Verantwortungsbereich aufgerufen. Hans Leich, Mannheim

Schmallvor 1 Jahr und 215 Tagen

Ich hoffe, alle Beteiligten stört es ebensoviel, dass eine Kirche leer steht, wie die Tatsache, dass eine leerstehende Kirche an eine muslimische Gruppe verkauft werden kann! Denn aus christlicher Sicht ist es gleichgültig, ob die Menschen nun nicht an Jesus Christus glauben oder nicht an Jesus Christus glauben und einer anderen Weltanschauung/Religion angehören (und deshalb keinen Kontakt zur Kirche haben). Diese Vorstellung, wir hätten alle die gleichen Wurzeln - Abraham - ist so ziemlich gleichgültig. Sicherlich interessant für geschichts-interessierte, aber theologisch irrelevant. Aber vielleicht ist diese bliblische Sichtweise nicht das Ding von jenem Dekan (und jener "offenen Kirche"-Gruppierung). Wenn meine Gemeinde ausziehen würde, um an einem anderen Ort weiterzumachen, würde ich unser Kirchengebäude an den höchstbietenden verkaufen, da es aus profanen Stein besteht. Mit den Mitteln würde ich dafür sorgen, dass die Gemeindearbeit finanziell erhält, was sie dazu befördert, Menschen zu lebendigen Steinen in die wahrhaftige Kirche einzubauen. Ich liebe ja auch alte (und historische) Kirchengebäude. Aber für mich ist die alles entscheidende Frage: Was nützt es Jesus Christus und seiner Gemeinde? U.a. ist für mich nicht die entscheidende Prämisse: Kirche aufgeben, aber bitte nicht in die Hände von XY... Mir ist klar, dass sich viele daran stören, dass (gerade) Muslime das Gebäude kaufen würden. Aber es ist sch... egal: Was zählt ist nicht, was die (oder andere) nicht tun/ oder tun, sondern was wir mit Gott daraus machen. Und eine tote, weil ungenutzte, leere Kirche ist schon der 'worst case'!

Leovor 1 Jahr und 215 Tagen

Ein Kirchenverkauf an Muslime ist für mich auch kein Tabu. Aber er ist ein großes Armutszeichen für unsere christliche Kirche in Deutschland! Mit diesen verbürgerlichten, niederschwelliger Wohlfühlversammlungen (Gottesdienst will ich viele dieser landeskirchlichen"Events" gar nicht nennen) schüttet man das Kind mit dem Bade aus. Ich muss mir zwar fest auf die Zunge beißen. Aber der Missionseifer und die konsequente (liturgische) Anbetung des einen Gottes nötigt mir schon Respekt für die Muslime ab.

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