Gender Mainstreaming
02. August 2013

Eine Ideologie greift Glaube und Familie an

Der Professor für Physiologie und Biokybernetik, Manfred Spreng. Foto: idea
Der Professor für Physiologie und Biokybernetik, Manfred Spreng. Foto: idea

Erlangen (idea) – Zum Widerstand gegen das „Gender Mainstreaming“ ruft der Professor für Physiologie und Biokybernetik, Manfred Spreng (Erlangen), auf. Diese Ideologie propagiert eine Gleichschaltung der Geschlechter, aber auch von Gruppen wie Homosexuellen oder Intersexuellen. In der evangelischen Kirche spielt die Bewegung eine große Rolle, etwa mit Gender-Beauftragten. Wie Spreng in der Zeitschrift „CA – Confessio Augustana“ (Neuendettelsau bei Nürnberg) schreibt, sei der Begriff erstmals 1995 auf einer Weltfrauenkonferenz in Peking eingeführt worden und werde seither in UN-Dokumenten offiziell verwendet. Damit verbunden sei ein Katalog von Forderungen wie Abschaffung der Vollzeit-Mütter, freier Zugang zu Verhütung und Abtreibung, Förderung homosexuellen Verhaltens, sexuelles Experimentieren im Kindesalter, Entrechtung der Eltern und eine gleich große Männer- und Frauenquote. Religionen, die sich diesem Programm verschließen, müssten „der Lächerlichkeit preisgegeben werden“, laute ein „augenöffnender Spitzensatz“, so Spreng.

Zerstörung der göttlichen Lebensordnung

Die Gender-Ideologie lässt sich nach seinen Worten nicht mit medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen vereinbaren: „Es ist an der Zeit aufzuwachen und aufzustehen, denn die wissenschaftlichen Fakten sollten Mut machen, uns zusammenzutun, jetzt wo wir besser und klarer sehen, wie stark sich diese Ideologie gegen die göttliche Lebensordnung zerstörend wendet.“ Es sollte laut Spreng möglich sein, „Frausein und Mannsein ehrlich und deutlich zu bejahen und dankbar für die gegenseitige Ergänzung, Verstärkung und Optimierung zu sein, um mit Gottes Hilfe einen Lebensbereich zu schaffen, in dem Kinder und Enkelkinder sich in Entfaltung bewegen und entwickeln können“.

Gleichmacherei statt Gleichberechtigung

Gender Mainstreaming sei „mit einer beispiellosen gesteuerten Kampagne der Gesellschaft übergestülpt worden“. Ziel sei die Beseitigung einer scheinbaren Unfreiheit, die in der Festlegung der biologisch-geschlechtlichen Identität von Mann und Frau liegen solle. Behauptet werde, dass kein angeborener biologischer Unterschied bestehe und nur die Anerziehung eines Rollenverhaltens entscheidend sei. Es handelt sich laut Spreng um einen „nie dagewesenen Umerziehungsprozess, der jedes Bewusstsein für die Mann/Frau-Matrix langfristig löschen will“. Es gehe nicht um Gleichberechtigung, sondern um Gleichmacherei.

Mann und Frau „ticken“ nicht gleich

Aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht seien die Unterschiede der Geschlechter offenbar. Sie zeigten sich nicht nur in den äußeren Geschlechtsmerkmalen, sondern auch in den Gehirnen von Mann und Frau. Sie ließen sich an mindestens sieben Gebieten des Zwischen- und Großhirns feststellen. So hätten Frauen generell mehr Nervenzellen (graue Zellen), aber weniger verbindende Nervenfasern. Dadurch könnten sie emotionale Situationen intuitiv schneller erfassen, Männer hingegen Informationen besser verknüpfen und sich besser orientieren. Das männliche Gehirn sei so verdrahtet, dass es überwiegend sachlich begreife. Frauen zeigten dagegen mehr Einfühlungsvermögen. Wenn man diese Unterschiede dekonstruiere, nehme der Mensch Schaden.

Genderismus will den Menschen von Gott emanzipieren

Letztlich höhle Gender Mainstreaming auch die Familie aus, denn die der Geschöpflichkeit zuwiderlaufende Ideologie führe zu einer individualistisch geprägten Gesellschaft ohne echte Väter und Mütter. Spreng zufolge sind die Ansätze schon zu erkennen: „Hoheit über die Kinderbetten wird vom Staat durch die Forderung nach immer mehr Kinderkrippen angestrebt.“ Zudem wolle sich der vom Genderismus geprägte Mensch noch mehr von Gott emanzipieren: „Er rebelliert gegen die Schöpfung und will nicht mehr wahrhaben, dass in Mann und Frau, Ehe und Familie ein gute Lebensordnung von Gott gegeben ist.“ Die Zeitschrift „CA – Confessio Augustana" wird von der „Gesellschaft für Innere und Äußere Mission“ (Neuendettelsau) herausgegeben.

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10 Kommentare

P_Logosvor 274 Tagen

@1Kor13-13 Dass „Von einer "Gleichschaltung der Geschlechter" beim Gender-Mainstreaming nicht im geringsten die Rede sein“ kann und „es ... um Gerechtigkeit“ geht ist pures Wunschdenken von Gender-Ideologen und Gender-Gläubigen. Ginge es WIRKLICH um Gleichberechtigung, dann bräuchte dem Kind kein neuer Name gegeben zu werden. SIE sind es, der mit der schönfärberischen Behauptung, es ginge bei Gender-Mainstreaming um Gleichberechtigung, Falschheiten verbreitet. Bitte machen Sie sich erst mal sachkundig. Nehmen Sie Ihre ideologischen Scheuklappen ab und sehen der harten Wahrheit ins Gesicht. Hier nur beispielhaft ein Artikel, der rein gar nichts mit Evangelikalen zu tun hat, der Ihre Behauptung, es ginge um „Gleichberechtigung“, gründlich widerlegt: http://www.zeit.de/2013/24/genderforschung-kulturelle-unterschiede/komplettansicht Sie sollten sich bewusst werden, wie sehr Sie Ihre eigenen Worte bzw. Vorwürfe treffen.

milanvor 1 Jahr und 115 Tagen

@J.D.: Der Gott Israels sei Ihrer Seele gnädig.

Joachim Datkovor 1 Jahr und 115 Tagen

Zu 04.08.2013 um 18:26 Uhr: "Gott gestattet dem Menschen zu leben wie er möchte, aber zum Schluss kommt das Gericht." Lassen Sie sich nicht anlügen! Es macht keinen Sinn, was die Priester da seit Jahrtausenden erzählen. Wie groß der Humbug ist, sehen Sie vielleicht am "Ägyptischen Totenbuch", da gibt es eine ähnlich groteske Stelle: http://chumbaba.bplaced.net/Totenbuch/Totenbuch.htm "Im Zentrum der Halle steht eine Waage, auf der das Herz (als Sitz des Verstandes und der Moral des Menschen) des Verstorben gegen die Feder der Wahrheit (Ma'at) gewogen wird." 

milanvor 1 Jahr und 116 Tagen

Herr Datko, Gott gestattet dem Menschen zu leben wie er möchte, aber zum Schluss kommt das Gericht. So wird dereinst auch Ihr Reden gerichtet werden, wie das eines jeden anderen auch. Ob Sie nun urgeknallt sind, aus dem Meer kommen und vom Affen evolutioniert sind, lassen Sie mich folgendes sagen: Sie mögen ja vielleicht doch vom Affen abstammen, ich, als Kind Gottes, jedenfalls nicht.

Joachim Datkovor 1 Jahr und 117 Tagen

Es gibt keine Götter! - Zitat aus dem Artikel: "Zerstörung der göttlichen Lebensordnung" - Was soll eine göttliche Lebensordnung sein? - Sollen wir uns von Priestern sagen lassen, wie wir leben? - Die Priester sollten ihr eigenes Weltbild, die abrahamitische Gottesvorstellung, überprüfen. Wie kann man mystische Geschichten in ständiger Wiederholung erzählen, die vor Unsinn strotzen? Man nehme die mystische Geschichte von der Zerstörung Sodoms und Gomorrhas durch den abrahamitischen Gott, was für ein Unsinn! So einen "Gott" würde man heute mit Interpol suchen und einsperren. Streng gläubige Menschen sollten von Zeit zu Zeit Urlaub vom Glauben nehmen.

HrTe0mavor 1 Jahr und 117 Tagen

@1.Kor. 13,13: Entweder sie verschweigen bewusst die ganze Thematik des GM oder sie kennen diese nicht. Es geht im Gender Mainstreaming mitnichten um die Gleichberechtigung von Mann und Frau, sondern darum, den Menschen einzureden, dass es kein biologisches Geschlecht gibt, sondern dass das Geschlecht sozial antrainiert wird. Der Begriff "Gender" bezeichnet nicht das biologische Geschlecht, sondern das soziale Geschlecht. Das biologische Geschlecht wird im Englischen mit "Sex" verwendet. Schon die Begriffsauswahl ist verräterisch. Wer sich über die Gender Theorie umfassend informieren will, sollte nicht vergessen, den sog. "John-Joan Fall" oder "David Reimer Fall" in seine Beurteilung einfliessen zu lassen. Ich habe mich mit GM beschäftigt und lehne diese "Theorie von Vollidioten" konsequent ab.

1Kor13-13vor 1 Jahr und 117 Tagen

Es ist gräuslich, wenn selbst Professoren nicht mehr in der Lage sind, einen einfachen Sachverhalt wirklichkeitsgetreu darzustellen. Von einer "Gleichschaltung der Geschlechter" kann beim Gender Mainstreaming nicht im geringsten die Rede sein. Es geht um Gerechtigkeit: Geschlechtergerechtigkeit, angefangen davon, dass Frauen denselben Lohn für dieselbe Arbeit bekommen bis dahin, dass Jungen im Kindergarten dringendst auch männliche Betreuung brauchen und die Werkbank nicht immer nur im Keller verstaubt. Es ist geradezu eine Katastrophe, wie sehr in der evangelikalen Bewegung Vorurteile und Falschheiten verbreitet und ungeprüft weiterverbreitet werden, die nichts, aber auch gar nichts mit der Realität zu tun haben. Gerade weil Männer und Frauen unterschiedlich sind, muss man aufpassen, dass sie nicht wegen der Unterschiede benachteiligt werden. Gender Mainstreming bedeutet nicht, dass die Geschlechter gleich gemacht werden, sondern dass sie gerecht behandelt werden. Zu tun ist da immer noch genug. Und wer mit offenen Augen durch die Welt blickt, der wird merken, dass es in Gottes Schöpfung zwischen Mann und Frau ein weites Spektrum gibt: Menschen, die wegen ihrer Ausstattung der Chromosomen oder unterschiedlicher Austattung von Hormonen nicht ganz männlich und auch nicht ganz weiblich sind. Menschen, die sich im falschen Geschlecht geboren fühlen. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, wird zur Erkenntnis kommen: Es ist nicht richtig, alle entweder in die Schublade "Mann" oder in die Schublade "Frau" zu stecken. Es gibt in Gottes Schöpfung wesentlich mehr. Und auch diese Menschen sind angemessen und gerecht zu behandeln. Es ist traurig und beschämend, wie die Evangelikale Bewegung mit dieser Problematik umgeht. Und es ist unerträglich, wenn selbst promovierte Menschen öffentlich die Unwahrheit verbreiten.

Supperiddevor 1 Jahr und 117 Tagen

Die Überschrift ist, meiner Meinung nach, nicht treffend formuliert: "Eine Ideologie greift Glaube und Familie an" Den Glauben von aufrichtigen Christen wird er sicherlich nicht angreifen. Sie können glauben, wissen und vor allem: denken; letzteres ist solchen, die den Genderismus propagieren, wohl nicht möglich.

milanvor 1 Jahr und 117 Tagen

Um der Welt zu widerstehen, braucht man eine lebendige Beziehung zum Schöpfer durch Jeshua und dem Geist, der kommen konnte, nachdem Jeshua aufgefahren war.

Lutheranusvor 1 Jahr und 118 Tagen

Es ist sehr zu begrüßen, dass auch von wissenschaftlicher Seite diesem ideologischen Wahn des Gender Mainstream entgegen getreten wird. Es ist die Aufgabe von uns Christen, klar und deutlich zu bekennen, dass Mann und Frau unterschiedlich sind, gleichwertig, aber mit verschiedenen Aufgaben bedacht und in einem von Gott vorgegebenen Verhältnis zu einander, es mag nun dem Zeitgeist entsprechen oder nicht. Gender Mainstream ist eindeutig antichristlicher Wahn, ist Aufruhr gegen Gott und sein Wort und seine Ordnungen, ist auch widernatürlich. Es ist ganz schlimm, dass die Großkirchen sich, wie leider immer, auch dieser Ideologie unterworfen haben. Darum heißt es für bibel- und bekenntnistreue Christen, sich bibel- und bekenntnistreuen Kirchen, wie etwa der Evangelisch-Lutherischen Freikirche oder den freien lutherischen Bekenntnisgemeinden, anzuschließen.

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