EKD-Familienpapier
03. August 2013

EKD rechnet mit langem Diskussionsprozess

EKD rechnet mit langem Diskussionsprozess
Oberkirchenrätin Cornelia Coenen-Marx. Foto: EKD

Hannover (idea) – Die EKD rechnet mit einem länger anhaltenden Diskussionsprozess über die umstrittene Orientierungshilfe zu Ehe und Familie, der sich im kommenden Jahr fortsetzen wird. Das am 19. Juni vom Rat der EKD veröffentlichte Papier hat heftige Reaktionen in der kirchlichen und weltlichen Öffentlichkeit hervorgerufen. Es rückt von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt ein erweitertes Familienbild, das etwa auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften einschließt. Die Orientierungshilfe ist selbst in den Reihen der EKD, besonders unter theologisch konservativen Protestanten, sowie in der katholischen Kirche auf meist heftige Kritik gestoßen, während es von der Mehrheit der evangelischen Kirchenleiter verteidigt wird. Die Ad-hoc-Kommission, die das Papier erarbeitet hat, werde noch einmal zu einer abschließenden „Reflexionssitzung“ zusammenkommen, schreibt Oberkirchenrätin Cornelia Coenen-Marx (Hannover) im Auftrag des EKD-Ratsvorsitzenden, Nikolaus Schneider (Berlin), in einer Antwort auf einen Offenen Brief des Missionswissenschaftlers Prof. Peter Beyerhaus (Gomaringen bei Tübingen). Dieser hatte dem Ratsvorsitzenden den Rücktritt nahegelegt und das EKD-Papier als „Desorientierungshilfe“ bezeichnet. Die evangelische Kirche wende sich damit ab von dem „uns in der Bibel gewiesenen Leitbild der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau als Stiftung Gottes, des Schöpfers“ und fördere den sittlichen Verfall.

Auch über theologische Orientierung sprechen

Coenen-Marx, die der 14-köpfigen Ad-hoc-Kommission unter Vorsitz der früheren Bundesfamilienministerin Christine Bergmann (SPD) angehört, versichert Beyerhaus, dass auch seine Überlegungen „in den innerkirchlichen Diskurs eingehen werden, den wir – die EKD wie auch viele Landeskirchen gemeinsam mit Akademien, Fakultäten, Familienverbänden, mit Diakonie und Männer- und Frauenzentren für das nächste Jahr planen. Das Thema füge sich gut in das Themenjahr 2014 „Kirche und Politik“ ein. Dabei sei sich die EKD bewusst, dass viele Kritiker sich – wie Beyerhaus – nicht auf den sozial- und familienpolitischen Brennpunkt des Textes bezögen, sondern die theologische Orientierung im Blick hätten. Bei einigen zeige sich der starke Wunsch, das Thema Ehe noch einmal verstärkt und differenziert in den Blick zu nehmen. Insgesamt freue man sich, dass dieses Thema erneut ins Zentrum der gesamtkirchlichen Arbeit gerückt sei.

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11 Kommentare

Pascalvor 1 Jahr und 49 Tagen

Die Ad-hoc-Kommission und der EKD Rat haben mit der Orientierungshilfe offiziell zum Kirchenvolk gesprochen und ihr Zeugnis stimmt überein: "Wir müssen Familie neu denken." Wenn sie jetzt unter dem Druck der öffentlichen Ablehnung über das bereits Gesagte reflektieren wollen, werden ihnen bloß andere verbale Formulierungen zu den selben Sachverhalten einfallen, denn für sie ist nämlich das biblische Leitbild der Ehe als lebenslange Verbindung eines Mannes mit einer Frau auch ein erdachtes Modell, das nun eben durch ein anderes ersetzt werden soll. In guter liberal-theologischer Sicht ist für sie Gott ein Produkt des menschlichen Bewußtseins und Gottes Wort ist Menschenwort, das aus jeder Zeit heraus, in jede Zeit hinein neu formuliert werden kann und soll. Kontinuität gibt es nicht, wie es auch die Wahrheit nicht gibt, da sind ihnen Traditionen schon lieber, weil die eben so hübsch verschieden und vielfältig scheinen. Wir haben es hier mit Bewußtseinriesen zu tun, von denen es in Psalm 73,9 heißt: "Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das soll gelten auf Erden." Aber dann geht es weiter V.20: "Wie ein Traum verschmäht wird, wenn man erwacht, so verschmähst du, Herr, ihr Bild, wenn du dich erhebst." Ist also alles schon dagewesen, deshalb "seid nüchtern und wachet".

milanvor 1 Jahr und 50 Tagen

Diskussion jetzt voraus, dass es um etwas Wahrhaftiges geht, jedoch ein Interpretationsspielraum besteht! Das fragwürdige Familien- und Ehepapier beruht jedoch auf Unwahrheiten und zweitens gibt in Gottes Wort keinen Interpretationsspielraum im wesentlichen, weder für die Ehe, noch für Homosexualität. Zu diskutieren würde dem Thema auch noch eine gewisse Legitimität im Nachhinein zubilligen, was unbedingt vermieden werden sollte. Nur die vollständige Ablehnung ist zu vertreten.

3054114vor 1 Jahr und 50 Tagen

Psalm 33: Nun habe ich in den letzten Wochen alle mir zur Verfügung stehenden Eingaben, Pressemeldungen und auch die Stellungnahmen der Bischöfe Bedform-Strom und Fischer via live-Stream zur Kenntnis genommen. Hier wird, diplomatisch sehr gut verpackt und freundlichst formuliert folgendes deutlich: 1. Wir Kritiker haben alle die Orientierungshilfe mißverstanden. Sie wollte eigentlich Mut zur Ehe und Familie machen. Bedform-Strohm versteigt sich sogar in die Hoffnung, dass die Ehe positive Auswirkungen auf die gleichgeschlechtliche Partnerschaft haben sollte. Er spricht von einer Vision! Gebetsmühlenartig wird immer wieder dies behauptet. 2. Diplomatisch geschickt wird der Protest in eine positive Diskussionsatmosphäre umgedeutet und dabei wird umgangen, dass der Protest keineswegs unwillkomen sei. 3. Die "Katze aus dem Sack" aber lassen die Verteidiger der unseligen Schrift, wenn es um die Bibel geht. Die, die Pfarrer auf Bibel und Bekenntnis ordinieren, distanzieren sich selber gleichzeitig von den Grundlagen unserer Kirche. Sie verschleiern das mit dem "neuen Lesen und Verstehen" der biblischen Texte. Es ist wie bei manchem, was "BILD" schreibt. Sie waren dabei! Sie waren dabei in der Antike, wo homosexuelle Beziehungen an der Tagesordnung waren und wissen, dass die damals eben nicht so waren wie heute in "Treue, Verlässlichkeit und Verantwortung". Und solche Behauptungen kommen von promovierten und habilitierten Theologen! Diese Kirchen-Menschen haben sich verzockt. Und da bleibt nur die Aufforderung von Prof. Beyerhaus: Rücktritt, wegen "Geschäftsschädigung". Und zwar nicht nur in Hannover. Allerdings gäbe es auch einen anderen und wunderbaren Ausweg, der ein Heimweg zum lebendigen Gott und eine Neuausrichting am geoffenbarten Wort Gottes wäre. Auch Pfarrer und Bischöfe dürfen sich bekehren. Ist das nicht eine gute Nachricht!

Der Leservor 1 Jahr und 50 Tagen

Da fragt man sich doch, warum Präses Schneider nicht selbst antwortet - obwohl er ja in dem Offenen Brief von Prof. Beyerhaus persönlich zum Rücktritt aufgefordert wurde! -, noch nicht einmal die Vorsitzende des Arbeitskreises beauftragt, sondern auf die dritte Reihe zurückgreift. Soll damit Prof. Beyerhaus gezeigt werden, für wie unwesentlich man ihn hält? Präses Schneider hat zu verantworten, dass die Luther-Dekade sich zu einem Desaster für die EKD entwickelt und wir werden 2017 sehen, wohin die EKD letztlich gekommen ist. Für einen einmaligen Feiertag zum Reformationsjubiläum einzutreten, reicht nicht - was gäbe es aus heutiger Sicht an diesem Tag auch zu feiern?

Enricovor 1 Jahr und 50 Tagen

Das war schon immer die Masche des Teufels: "Steter Tropfen höhlt den Stein"...

solrexvor 1 Jahr und 50 Tagen

Endloses theologisches Geschwafel und diskutieren mit der EKD bringt nichts! Wer bitte soll sich denn an diesem unsäglichen Papier orientieren? Niemals kann eine Lüge dadurch zur Wahrheit werden, wenn sie pausenlos und oft genug wiederholt wird. Auch wenn noch so viele „blinde Blindenleiter“ an die Front geschickt werden, ändert sich an der Wahrheit Gott sei Dank absolut nichts. Die EKD hat die Dogmen der Rot/Grünen Parteien voll in ihr Programm aufgenommen. Was soll nun als Nächstes folgen? Die Bibel erwähnt den kommenden Abfall vom wahren Glauben und warnt davor: 2. Thes 2,3: "Lasset euch niemand verführen in keinerlei Weise; denn er kommt nicht, es sei denn, daß zuvor der Abfall komme." 2Kor 6,17: "Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der HERR, und rührt kein Unreines an, so will ich euch annehmen!"  

vor 1 Jahr und 50 Tagen

Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis. Ach nein, Reflektionssitzung nennt man das ja. Anscheinend bewirkt der Protest doch etwas. An der Haltung der EKD wird sich zwar nichts ändern, aber man denkt zumindest einmal darüber nach. Ich habe mich immer gefragt um welche Art von Menschen es sich im Entscheidungsgremium der EKD handelt. Sind es Personen die einfach verblendet sind, oder Personen die ganz bewusst die Kirche heute zerstören wollen?

Servatiusvor 1 Jahr und 50 Tagen

Wiederholt wurde erklärt, daß es an dem Papier nichts zu ändern gebe. Wozu dann der „Diskurs“? Viele Kritiker haben die theologische Orientierung im Blick: natürlich, denn die ist im Papier ja wohl völlig daneben geraten. Ob allerdings die, mit denen dieser Diskurs geplant ist, dazu fähig sein werden, ist die Frage. Frau Coenen-Marx benennt ja nur die üblichen Gremien und Funktionäre, die wieder über die Köpfe der Gemeinde hinweg- und an den Herzen der Gemeinde vorbei-reden werden. Unsere Gemeindeglieder brauchen doch keinen neuen Diskurs (den wievielten in dieser Quassel-Kirche?), sie brauchen und wollen Orientierung und Vergewisserung. Die erfolgten bisher auf der Basis des akzeptierten Gotteswortes, der Erfahrung des Auferstandenen im eigenen Leben, von der auch Kirchenfernere wesentlich mehr wissen als die Gremien ahnen. Unsere Gemeindeglieder möchten gerne eine klare Begründung der Ehe, die sie schon viele Jahre in Höhen und Tiefen führen oder jetzt neu beginnen, aus biblischen Quellen heraus, und keine verkrampften Bemühungen, welchen Zeitgeist auch immer zu adaptieren. Sie kämpfen um ihre Ehe gegen den Zeitgeist, die EKD kämpft mit dem Zeitgeist gegen die Ehe.

Johannes Hardtvor 1 Jahr und 50 Tagen

Ist ja lustig, dass jetzt diejenigen, die dieses Papier verbrochen haben, wieder darüber eine Besprechung abhalten wollen. Meine Güte, ruft all die zusammen, die sich dagegen wenden. Das wäre eine offene Diskussion. Aber davor hat die Kirchenleitung Angst.

milanvor 1 Jahr und 50 Tagen

Was sollen denn Diskussionen bringen? Dass die Wahrheit weichgeprügelt wird? Verwässert? Angepasst? Die EKD fährt stetig in Richtung Abgrund und möchte immer mehr Menschen im Fall mit sich ziehen. Die Beliebigkeit ihrer "religiösen" Aussagen könnte man als religiösen Schwachsinn katalogisieren. Aber was soll's. Es geht den Regierenden am schwarzen Hut vorbei. Gibt es da noch irgendwas zu retten? Wohl nicht! Es bleibt die Trennung der Bibeltreuen von den Abgefallenen. Das Traurige daran ist, wird der Finanzfluss nicht ausgetrocknet, die Abgefallenen werden weiter machen wie bisher und weiter Sterne in den Abgrund ziehen.

bibelleservor 1 Jahr und 50 Tagen

Affen haben keine Religion. Wenn es stimmt, dass sich der Mensch aus diesen entwickelt hat, ist jede Religion ( auch Judentum und Christentum ) Produkt menschlichen Denkens, gleichwertig und verhandelbar. Nur wenn Gott selbst die Welt geschaffen hat und sich zu erkennen gibt, ist das anders. Zu dieser Ansicht kommt man aber nicht durch noch so lange Diskussionen, sondern man muss dem Auferstandenen begegnen. Wenn das nicht geschieht, gibt es keine Chance für einen guten Ausgang der Gespräche und die Umkehr der bibelkritischen EKD.

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