Homosexualität
27. März 2013

Therapien für hilfesuchende Minderjährige verbieten?

Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt. Foto: idea/kairospress
Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt. Foto: idea/kairospress

Berlin/Hannover (idea) – Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen und Präses der EKD-Synode, Katrin Göring-Eckardt, steht hinter einem umstrittenen Vorstoß ihrer Partei zur Homosexualität. Die Bundestagsfraktion will per Gesetz therapeutische Angebote verbieten lassen, die minderjährigen Homosexuellen helfen wollen, ihre sexuelle Orientierung zu verändern. Die Fraktion kündigte an, einen Gesetzentwurf in den Bundestag einzubringen. Göring-Eckardt – sie lässt ihre Ämter als Synodenpräses und EKD-Ratsmitglied bis zum Ende des Bundestagswahlkampfs ruhen – sagte gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“, sie unterstütze den Entwurf voll und ganz. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Volker Beck, hatte sogenannte „Konversionstherapien“ als „erhebliches, gesundheitliches Risiko“ bezeichnet. Evangelische Seelsorge-Organisationen und die Deutsche Evangelische Allianz kritisierten das Vorhaben der Grünen. Man werde die Diskriminierung von Menschen, die unter ihrer sexuellen Orientierung litten und Hilfe suchten, nicht hinnehmen, erklärte der Vorsitzende der Allianz, Präses Michael Diener (Kassel).

EKD: Homosexualität ist nicht therapiebedürftig

Die EKD hält Therapien mit dem Ziel, die sexuelle Orientierung Minderjähriger zu ändern, für „problematisch“. Zugleich steht sie der Forderung der Grünen nach einem Verbot zurückhaltend gegenüber. „Die EKD versteht Homosexualität grundsätzlich nicht als Krankheit und sieht diese darum auch nicht als therapiebedürftig an“, erklärte der Vizepräsident im EKD-Kirchenamt, Thies Gundlach (Hannover), auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Bei Minderjährigen sei die „Entdeckung einer aufkeimenden Homosexualität einzuzeichnen in die Entwicklungen und Veränderungen, die mit der Adoleszenz insgesamt gegeben sind und die mitunter zu einer tiefgreifenden Verunsicherung führen können“. Die EKD halte Therapien für solche Personen für „unangebracht“. Man halte sie selbst dann „für problematisch, wenn der Wunsch von verunsicherten Minderjährigen und deren Erziehungsberechtigten kommt“.

Aufklärung sinnvoller als Verbot

Eine andere Frage sei allerdings, ob diese Problematik mit einer gesetzlichen Sanktion angemessen bearbeitet werde. Gundlach: „So problematisch solche Therapieangebote sind, so sehr plädiert die EKD für Entängstigung gegenüber homosexuellen Empfindungen bei Minderjährigen; ihr erscheint eine Initiative, die in jugendtauglicher Form Aufklärung über die vielfältigen Formen von Sexualität bietet, sinnvoller als das Instrument des Verbotes.“

Hessischer CDU-Fraktionschef: Göring-Eckardt ist an Synodenspitze „nicht tragbar“

Unterdessen hat der hessische CDU-Fraktionsvorsitzende Christean Wagner (Wiesbaden) den Grünen „antikirchliche Positionen“ vorgeworfen: „Sie wollen den bekenntnisorientierten christlichen Religionsunterricht in Schulen abschaffen, sie wollen es zulassen, dass religiöse Bekenntnisse straffrei verunglimpft werden dürfen, und sie wollen Kruzifixe aus öffentlichen Gebäuden entfernen lassen.“ Vor diesem Hintergrund sei die Spitzenkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl, Göring-Eckardt, als Präses der EKD-Synode „besonders unglaubwürdig und an der Spitze der evangelischen Kirche nicht tragbar“. Grüne und Kirche – das passe „einfach nicht zusammen“.

12 Kommentare

Clairevor 1 Jahr und 302 Tagen

Wenn ein von homosexuellen "Ehe"-partnern adoptierter Junge während der Pubertät spürt, dass er womöglich nicht ebenfalls wie seine "Eltern" ist, wer klärt ihn auf? Wer unterstützt ihn? Geht nicht, ist verboten! Er hat gefälligst schwul zu werden!

vor 1 Jahr und 302 Tagen

Frau Göring-Eckardt täte gut daran, sich völlig aus der Tätigkeit innerhalb der Synode der Evangelischen Kirche zu verabschieden! Gott sagt eindeutig, dass er Heißes oder Kaltes will... aber das Zwischendrin gibt es für ihn nicht... sozusagen wie es gerade passt? Es ist schon massive Menschenverachtung, wenn man es einem jungen Homosexuellen nicht zugesteht, christliche Hilfsprogramme anzunehmen, die ihm möglicherweise helfen, seine Homosexualität verstehen zu lernen, aber auch Wege zu suchen, um aus ihr heraus zu finden. Da wo Gottes Liebe greifen kann, hat kein Mensch das Recht entgegen zu steuern!

75173vor 1 Jahr und 303 Tagen

Was HAT ein leitendes KIRCHENAMT mit dem GLAUBEN AN DEN GOTT DER BIBEL und die WAHRHEIT seines WORTES zu tun? NIX und wieder NIX! War das schon mal anders? Vielleicht! Wann?

Johannes3.16vor 1 Jahr und 303 Tagen

Diese Frau ist nur noch unerträglich - in jeder Beziehung!

WPEVvor 1 Jahr und 303 Tagen

Nur keine Toleranz und Hilfe denen, die eine Veränderung/Umkehr als richtig für sich ansehen? Welch eine Gesellschaft, welch eine Politik, welch eine Partei!

solrexvor 1 Jahr und 303 Tagen

„Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen und Präses der EKD-Synode, Katrin Göring-Eckardt, steht hinter einem umstrittenen Vorstoß ihrer Partei zur Homosexualität. Die Bundestagsfraktion will per Gesetz therapeutische Angebote verbieten lassen.“ Die gesamte EKD hat, wie man sieht, die biblische und reformatorische Glaubensbasis verlassen. Die EKD diskriminiert und kriminalisiert damit Evangelikale und Pietisten mit ihrer Haltung. Es wird deutlich, dass die EKD heute von den Grünen dominiert wird.

Großevor 1 Jahr und 303 Tagen

Es ist erschreckend, wie sich in Deutschland innerhalb kürzester Zeit das Klima von Wohlwollen gegenüber Christen in Diffamierung, Blasphemie und Ablehnung wandelt. Jetzt soll das - wie im Artikel angesprochen - auch noch staatlich sanktioniert werden. Leider betreffen diese Versuche aber in der Regel nur Christen, die den Glauben als zentrale Kraft ihres Lebens und die Bibel als ihren Maßstab betrachten. Leute wie Katrin Göring-Eckardt haben das biblische Fundament bereits vor langer Zeit verlassen. So wundert es auch niemanden wirklich, zu was für Äußerungen sie sich immer wieder hinreißen lässt. So zeigt sich jeden Tag deutlich, wes Geistes Kind man ist. Dass Jesus selbst diese Entwicklungen seinen Gemeinden schon lange angekündigt hat, wissen wir. Wenn wir es heute tatsächlich erleben, ist das schon noch mal eine ganz andere Sache. Richten wir deshalb unseren Blick auf das vor uns liegende Karfreitags- und Ostergeschehen! Paul Deitenbeck sagt: "Gottes Sohn stirbt draußen vor dem Tor, damit ich drinnen im Vaterhaus für immer Heimatrecht habe." Das es aber mitten in Europa damit so rasant zur Sache geht...

UlrichMottevor 1 Jahr und 304 Tagen

Abgesehen von älteren Kirchenbeamten und ähnlichen Ausnahmen erkenne ich niemanden, der angesichts der Haltung höchster EKD-Repräsentanz biblische Gründe hat, nicht zur konservativeren Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche bzw. der konservativen Evangelisch-Lutherischen Freikirche oder konservativen Gemeinden bei der Kamen-Initiative, dem Maleachikreis, dem Forum Evgl. Freikirchen, der Bruederbewegung.de, dem Institut für reformatorische Theologie, Reformierten Baptistengemeinden, Gemeinden Christi, der Lutherischen Bekenntniskirche usw. zu wechseln.  

Johannes Hardtvor 1 Jahr und 304 Tagen

Frau Göring-Eckardt ist in meinen Augen ganz unmöglich. Wieso sie noch fromme Sprüche von sich gibt, während sie andere Christen verunglimpft... Da passt sie am Ende zur EKD? Ich bin entsetzt. Liest denn niemand mehr in der Bibel? Selbst Präses Schneider hat doch zugegeben, dass es in der Bibel heißt... Wenn Menschen, ob jung oder alt, unter einer homosexuellen Veranlagung leiden und Hilfe suchen, dann ist es eigentlich die Pflicht der Kirche, hier zu helfen. Allerdings gibt es wohl nicht sehr viele Seelsorger, die sich da wirklich gut auskennen. Falsche Beratung kann in der Tat ungute Ergebnisse haben. Darum sollte man solche Ratsuchende immer zu wirklichen Fachleuten schicken. Gerade in der Jugend können ganz unterschiedliche Gefühle aufkommen. Die Homolobby möchte aber jeden sofort in ihren Reihen sehen - der da etwas unsicher ist. Früher sagte man, dass die Zuneigung zum eigenen Geschlecht und eine tiefe Freundschaft zueinander vor allzu früher sexueller Bindung an das andere Geschlecht bewahrt. Heute ist alles so sexualisiert, dass eben eine ganz normale menschliche Zuneigung und Freundschaft irgendwie gewissen Personen nicht mehr möglich erscheint. Ich hoffe, dass es in unserer Kirche noch genügend gewissenhafte Pfarrer und Diakone gibt, die jungen Menschen schon im voraus gute Ratgeber sind.

esszetthivor 1 Jahr und 304 Tagen

Die EKD ist krank. Volker Beck leidet an Homo-Manie und erwartet, dass ihm die durch den Gesetzgeber bestätigt wird.

Hoffnungstraegervor 1 Jahr und 304 Tagen

Respekt vor dem hessischen Fraktionsvorsitzenden. Er zeigt mehr christliches Profil als der EKD-Ratsvorsitzende. Die von mir eigentlich bisher geschätzte Synodal-Präsidentin ist für dieses Amt absolut nicht mehr tragbar. Wie kann kann man in diesem Amt nur so einseitig informiert sein und die erfolgreichen seelsorgerlichen Therapien an diesen notleidenden jungen Menschen mit negativen Auswüchsen in Verbindung bringen. Diese Haltung ist einer total christenfeindlichen Ideologie der grünen Führungsspitze geschuldet und der verantwortliche Präses schweigt dazu. Vielleicht liegt es auch daran, dass unter seiner Verantwortung in seiner Landeskirche eigentlich verbotene gegen die Kirchenordnung verstoßende Segenshandlungen an homosexuellen Paaren vorgenommen wurden und damit ein Fass geöffnet wurde, dass nicht nicht mehr zu schließen ist.

Thomas Gvor 1 Jahr und 304 Tagen

Vor zwei Tagen schrieb ich folgendes: Es ist ja gerade das Vertrauen in die geltenden Normen, das zurzeit zerstört wird. Die “normale“ heterosexuelle Beziehung wird zur Spießbürgergemeinschaft degradiert. Kinder kann man sich nach belieben Kaufen oder nennt es jetzt Adoptieren und Normal ist nicht gleichbedeutend seelisch Heil und gesund sondern je nachdem, wo man aufwächst, überhaupt kein erstrebenswerter Moment mehr. Normalität wird einfach umgedeutet und negiert und auf diese Art zum Mainstream. Ausgerechnet die Homosexuelle Minderheit ist es nun die ihrerseits, glaubt dem Rest der Welt erklären zu müssen, was moralisch richtig ist. Nach deren Logik ist das, was gestern krank und pervers (verdreht) war, heute richtig und gesund. Das Gender Mainstreaming versucht eine dritte Spezies zu etablieren, die es so einfach nicht gibt, dabei ist die Zunahme an Homo- und Transsexuellen Menschen ein Produkt der verdrehten Realität und Wirklichkeit. Wo die Kirche in dieser Diskussion bleibt, wird die Zeit uns zeigen aber so wie es zurzeit aussieht, gibt es dort kaum Charisma und Geradlinigkeit sondern man beugt sich politischen Verhältnissen.   Und nun kommt dieser Bericht als Bestätigung dessen. - Schade

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