Kirche & Staat
06. April 2013

Debatte um Kirchensteuer ist neu entbrannt

Der Vorsitzende der Jungen Liberalen, Lasse Becker. Foto: PR/Philipp Wehrend
Der Vorsitzende der Jungen Liberalen, Lasse Becker. Foto: PR/Philipp Wehrend

Berlin (idea) – Um die Kirchensteuer ist erneut eine Debatte entbrannt. Politiker aus den Reihen von FDP, SPD und der Linkspartei plädieren für die Abschaffung des staatlichen Kirchensteuereinzugs. Im Auftrag der großen Kirchen ziehen die Finanzämter von deren Mitgliedern Kirchensteuern ein. In Baden-Württemberg und Bayern beträgt der Hebesatz acht, in den übrigen Bundesländern neun Prozent der Lohn- bzw. Einkommenssteuer. Der Staat erhält dafür eine Gebühr etwa in Höhe von drei Prozent des Aufkommens. Die evangelischen Landeskirchen erhielten so im vorigen Jahr etwa 4,5 Milliarden Euro von ihren 23,9 Millionen Mitgliedern, die katholischen Bistümer knapp fünf Milliarden E...

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9 Kommentare

Limettevor 1 Jahr und 202 Tagen

Der Kirchensteuereinzug würde mich nicht stören, sehr wohl aber die Staatsdotationen......200 Jahre Entschädigungszahlungen? Von allen Bürgern, auch denen, die keine Christen sind? Wo gibt es denn sowas noch? Nur um die Bischofsgehälter zu bezahlen? Umdenken, ablösen!

Schmallvor 1 Jahr und 205 Tagen

Die Kirchensteuer wurde eingeführt im Rahmen eines größeren Abgabesystems: Größere gesellschaftliche Gruppierungen (auch weltliche!) können bei einen bestimmten Rechtsstatus - der an Mitgliederzahl & Haltung zum Grundgesetz anknüpft (Körperschaft des öffentlichen Rechts) - auf Wunsch die Erhebung der Mitgliedsbeiträge (=Kirchensteuer hier) durch den Staat vollziehen. Dies ist sehr kostengünstig - für beide: Der Staat erhebt von der ohnehin erhobenen Steuer (Einkommensteuer (ESt) und (Teil der ESt:) Lohnsteuer) nochmals einen zusätzlichen Betrag. Ihm fallen dafür kaum Kosten an. Es ist im Grunde eine bloße Rechnung (X Steuern * 0,09 bzw. 0,08). Diesen erhobenen Betrag - vermindert un 3 Prozent als Aufwandsentschädigung für den Staat (!) - leitet er an die Kirchen weiter. Eingeführt wurde das Ganze aus folgende Gründen: Der Staat spricht der Gruppierung aufgrund ihrer Ausrichtung und Größe eine gesellschaftliche Verantwortung zu. Deren Umsetzung will er fördern und dies tut er, indem er die Beitragserhebung abwickelt. Damit stellt er einen relativ konstanten und sicheren Zufluss der Mittel bereit. Mit diesem kann geplant werden. Tolle Idee; aber heute überflüssig: Es gibt Daueraufträge!

Johannes3.16vor 1 Jahr und 206 Tagen

Die Abschaffung der Kirchensteuer würde ein Gutes bewirken: Kirche müsste sich auf ihre ureigenste Aufgabe konzentrieren, nämlich die Botschaft des Evangeliums unter die Menschen zu bringen. Kirchliche Hierarchien und ausufernder kirchlicher Bürokratismus müssten abgebaut werden, denn das Geld für die Gemeindearbeit (z.B. der Zehnte) müsste vor Ort von den Gemeindegliedern aufgebracht werden. Zur Zeit geschieht jedoch höchst Widersprüchliches: immer weniger Menschen gehören in Deutschland noch zur Kirche, immer mehr treten aus oder wandern ab in Freie Gemeinden, der durchschnittliche Gottesdienstbesuch liegt bei etwa drei Prozent der Mitglieder und trotzdem steigen die Einkünfte der Kirche - durch erhöhtes Steueraufkommen! Da kann man recht sorglos aus dem Vollen schöpfen und für die unsinnigsten Projekte, die oft mit der eigentlichen Aufgabe der Kirche nichts zu tun haben, zum Fenster rauswerfen. Die Abschaffung der vom Staat eingezogenen Kirchensteuer wäre also ein erster Schritt auf dem Wege zur Gesundung der Kirche. Die Freikirchen beweisen das. @HX7: Zu ergänzen wären noch viele andere unnütze Ausgaben von Kirchenleitern, die zum großen Teil von der Gemeinde (Basis) nicht legitimiert sind: allein 48 Islambeauftragte innerhalb der Westfälischen Kirche - die Zahlen in den anderen Landeskirchen werden "gedeckelt". Dann die erheblichen Geldflüsse der EKD an die so genannten "palästinensischen Christen" - etwa 2.500 bis 3.000 in Israel und Jordanien mit einem "Bischof" an der Spitze, die immer wieder Unruhe in Israel schaffen. Dazu das Gehalt und die häufigen Reisen des "Nahostbeauftragten", Ex-Bischof Friedrich, der eigentlich jetzt ganz normaler Pfarrer in einer kleinen Gemeinde sein sollte. Sein Nachfolger Bedford-Strohm spendierte gerade erst kürzlich 20.000 Euro, damit Türken den Prozess gegen die mutmaßlichen NSU-Leute mitverfolgen können. Beide Bischöfe haben dagegen niemals Geld für die Opfer der Christenverfolgung in islamischen Ländern (einschließlich der Türkei) locker gemacht. Auch ist an die Kosten der vielen merkwürdigen Veranstaltungen der Ev. Akademie Bad Boll zu denken etc. etc. Hier könnte man seitenlang über den Missbrauch kirchlicher Gelder schreiben. So etwa über die Renovierung des Schleswiger Büros des neuen Nordkirchen-Bischofs Ulrich, der dieses Zweigbüro für eine knappe Million Euro (nicht DM!) auf Vordermann bringen ließ ...

Lutheranusvor 1 Jahr und 206 Tagen

Nun gehört die Art und Weise, wie die Kirchen Geld einsammeln, nicht zu den Lehrfragen, da Gott der HERR über solche Dinge nichts vorgeschrieben hat. Allerdings finden wir in der Schrift keinerlei Hinweise auf eine "Kirchensteuer", wie auch immer sie geartet sein soll, etwa als eine zwangsweise Abgabe der Christen an ihre Kirchen. Das ist allerdings unbiblisch, da das Neue Testament nur freiwillige Gaben kennt. So wird das auch in den freien Kirchen gehandhabt. Und die Verquickung von Kirche und Staat, wie sie in der BRD immer noch der Fall ist, ist allerdings gänzlich unbiblisch, denn Christus propagiert Matth. 22,21 ganz klar die Trennung von Kirche und Staat. Es ist doch ein Skandal, dass Menschen durch das Einwohnermeldeamt einer Kirche zugeordnet werden, obwohl sie weder den Pastor, noch die Gemeinde, noch die Lehre der betreffenden Kirche kennen. Es wird Zeit, dass solcher Unsinn aufhört. Das würde dann auch dazu führen, dass die Kirchen sich wieder um das kümmern würden, weshalb Christus will, dass die Christen sich um Wort und Sakrament verbinden: um Gottes Wort auszubreiten durch Verkündigung, Lehre, Unterweisung, Ermahnung, Trost.

PhyshBournevor 1 Jahr und 206 Tagen

Es ist nicht einmal eine Steuer – sie ist ein bloßer Mitgliedsbeitrag, der aus Kostengründen via Finanzamt eingezogen wird. Manche Fitnessstudios haben übrigens einen höheren Monatsbeitrag als die Kirche. Und wer sich über zu hohe Mitgliedsbeiträge beklagt, muss bei dem Satz (8-9% der Lohnsteuer) recht gut verdienen, kann es also verkraften. Hier geht am Ende nicht um die Steuer, sondern darum, die Kirche zu bekämpfen.

Leovor 1 Jahr und 206 Tagen

Die beiden großen Denominationen in Deutschland (die sogenannte altkatholische Kirche kann man hier ruhig als unbedeutend unterschlagen) behaupten: Menschen, die keine Kirchensteuer mehr zahlen (wollen), treten gleichzeitig aus der Kirche aus. Das ist unwahr, hat keinen biblischen Beleg und für einen Römer ist es sogar eine Missachtung der päpstlichen Autorität! Es gibt keine Zwangsverbindung zwischen gläubiger Mitgliedschaft in der Kirche und der Entrichtung einer Kirchensteuer! (Vergl.: Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte, die auf Anordnung von Papst em. Benedikt XVI. am 13. März 2006 veröffentlicht wurde). Es täte so manchen unserer verwöhnten Pfarr-Herren und Pfarr-Herrinnen gut, mal auf den Boden der realen Welt zurückgesetzt zu werden. So könnten sie mal sehen wie es sich anfühlt, ohne großzügige staatlichen Zuwendungen, sich selber die Ärmel hochkrempeln zu müssen. Paulus und Aquila waren Zeltmacher (Apg 18,3) und haben es vorgemacht. Der Herr selbst hat mit seiner eigener Hände Arbeit die meiste Zeit seines irdischen Lebens gearbeitet und die meisten lebendigen Kirchen in der Welt folgen seinem Vorbild! Also weg mit der Kirchsteuer!    

StSDijlevor 1 Jahr und 206 Tagen

Als ob die Kirchensteuererhebung das größte Problem sei. Viel wichtiger wäre doch zu erwähnen, wie viel die Kirchen aus dem allgemeinen Steuerhaushalt bekommen. Dadurch wird das Kirchenbudget fast verdoppelt.

HX7vor 1 Jahr und 206 Tagen

Die Frage ist ganz einfach zu beantworten. Man schaue nur einmal, was mit diesen Geldern gemacht wird: Bezahlen von ProfessoreInnen, die nach der historisch-kritischen Methode arbeiten (die Kritik dazu sollte jeder selbst erforschen. Kurzum: Es ist methodischer Atheismus), Vorantreiben von Homosexualität und Gender-Ideologie, Verbreiten der Ansicht, Allah ist mit dem Herrn identisch (Ziel soll sein mit Muslimen Freundschaft zu haben und ihnen in Nächstenliebe zu dienen und das Evangelium zu bezeugen und keinen Chrislam zu betreiben) usw. Was ist nur mit der Kirche los? Sie biedert sich geradezu jedem Zeitgeist an und hängt an der Bibelkritik fest. Auch wenn diese Aussage schmerzt, weil die Kirche eigentlich unsere geistliche Heimat sein sollte, ist es doch besser, die Kirchensteuer abzuschaffen und auch sonst den Geldhahn zuzudrehen. Vielleicht wird man auf diese Weise die unzähligen Gremien und bibelkritischen Theologen los, die unsere Kirche in diesen schlimmen Zustand gebracht haben.

UlrichMottevor 1 Jahr und 206 Tagen

Evangelisch-konservative Gemeinden wie etwa in der Evangelisch-Lutherischen Freikirche, der Konferenz für Gemeindegründung, dem Forum Evangelischer Freikirchen, dem Maleachikreis, der Kamen-Initiative, aber auch die konservativere Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche kommen alle ohne Kirchensteuer aus. Das ist ein Kennzeichen fast nur der beiden weitgehend "linken", (zumindest) in der BRD großen Kirchen.

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