Bischof Abromeit
21. November 2014

Christen warten auf Gottes Gerechtigkeit

Bischof Hans-Jürgen Abromeit. Foto: PR
Bischof Hans-Jürgen Abromeit. Foto: PR

Lübeck-Travemünde (idea) – Fehlende Gerechtigkeit ist nach Ansicht von Bischof Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald) das größte Problem dieser Welt. Eine Gerechtigkeitslücke klaffe vor allem zwischen den Menschen im Süden der Erde und denen im Norden, sagte er am 20. November in einem Gottesdienst bei der Landessynode, die in Lübeck-Travemünde tagt. Neben Kriegen sei die Armut in Afrika, Asien und Südamerika Ursache für die zunehmende Zahl von Flüchtlingen. Aber auch in der deutschen Wohlstandsgesellschaft gebe es viele Ungerechtigkeiten, sagte der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern. Vor den 156 Synodalen führte er die Unterschiede zwischen den Lebensverhältnissen in Ost und West sowie die ungleichen Bildungschancen für Kinder an. Gott setze Gerechtigkeit am Ende durch, betonte Abromeit im Blick auf den Bibelvers „Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt“ (2. Petrus 3,13). Gerecht sei nicht, „wenn alle das Gleiche bekommen, sondern wenn jeder das bekommt, was er braucht“, so Abromeit. Ungerecht sei, „dass die reichsten 85 Menschen auf dieser Erde so viel besitzen wie die ärmsten 3,5 Milliarden“. Da Gerechtigkeit der Maßstab für das Handeln Gottes sei, sollten sich Christen um sie bemühen, auch wenn sie in dieser Welt nicht vollkommen erreichbar sei.

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Christen gehen keinem ungewissen Schicksal entgegen

Mit der Zukunft der Welt werde in der Bibel auch die Frage danach verknüpft, was nach dem Tode komme, sagte der Bischof mit Blick auf die „stille Zeit“ am Ende des Kirchenjahres im November. Abromeit: „Wir gehen nicht einem unsicheren, dunklen Schicksal entgegen, sondern unserem Herrn Jesus Christus.“ Darum müssten Christen nicht allein mit Trauer über die Friedhöfe gehen, sondern auch mit Zuversicht. Die Zeit, die Menschen auf dieser Erde bleibe, sei Bewährungszeit: „Wir haben noch die Chance, Gerechtigkeit zu lernen. Wir haben die Gelegenheit zu begreifen – auch als Gesellschaft und als Volk –, dass Teilen reich macht. Gott lässt uns noch Zeit, im Umgang miteinander eine herzliche Kultur des Willkommens zu lernen.“

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1 Kommentare

Herbert-Kluppvor 102 Tagen

Leider vergiftet das sozialistische Denken auch mehr und mehr die Gedanken guter frommer deutscher Christen (und leider auch anderer). Was die "Dritte Welt" braucht, ist das entschiedene und nachhaltige Bekenntnis zu Gott und Christus. Die vielen frommen "Aufbrüche", genannt "Entscheidungen" und "Lebensübergabe" (vor allem pfingstlerischer und freikirchlicher Natur) scheinen mir doch oft an einer zu kurzen Halbwertszeit zu leiden. Die in unsere lokale Geschichte und Kultur tief eingegrabene (kath.) Frömmigkeit (von "wilden Germanen" damals nach und nach angenommen) scheint mir wesentlich nachhaltiger gewesen zu sein - wir alle profitieren noch heute davon. Und dann "der Hunger und die Armut". Als ob das quasi von alleine kommt. Kurzsichtig, wer nicht erkennt, dass es die vielen Kriege sind, Bandenkriege, Kriminalität, heute vor allem islamistische Kriege, sicher auch Söldnerkriege wegen der Ausbeutung von Reichtümern zugunsten der Herrschenden, dass alle diese Kriege die einfachen Menschen hindern, ihre Felder zu bestellen, und ihr Leben in Ordnung zu bringen. Dieses billige "wir Reichen" mit "unserem Konsum" sind schuld, dass es "uns gut geht" ist schuld, greift WESENTLICH zu kurz und ist (so muss ich es leider vermuten) eine billige gesellschaftliche Selbstanklage, um sich persönlich "rein zu waschen".

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