Kenianischer Jurist
01. August 2013

Jesus-Prozess neu aufrollen

Der kenianische Rechtsanwalt Dola Indidis. Foto: youtube.com
Der kenianische Rechtsanwalt Dola Indidis. Foto: youtube.com

Nairobi (idea) – Ein kenianischer Rechtsanwalt will den Prozess um Jesus von Nazareth juristisch neu aufrollen. Allerdings ist sein Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens vom Obersten Gerichtshof Kenias in Nairobi abgewiesen worden. Dola Indidis gibt aber nicht auf; er will jetzt vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag (Niederlande) ziehen. Nach seiner Auffassung sind die Menschenrechte Jesu vor 2.000 Jahren durch gerichtliches Fehlverhalten, Amtsmissbrauch und Vorurteile verletzt worden. Deswegen klagt der Anwalt gegen den römischen Kaiser Tiberius, seinen Statthalter in Judäa, Pontius Pilatus, eine Gruppe von jüdischen Ältesten sowie König Herodes. Als Re...

10 Kommentare

jonatanvor 1 Jahr und 142 Tagen

Dafür müsste er zuerst beweisen, dass die Figur Jesus so existiert hat. In diesem Fall langt es nicht, dass irgendein Wanderprediger damals gelebt hat (genauso wie es nicht langen würde, dass ein Peter Parker in New York gelebt hat und deshalb Spider Man echt ist). Danach müsste er beweisen, dass dieser Gerichtsprozess stattgefunden hat (darüber existieren auch keine Aufzeichnungen). Und schließlich noch einen rechtmäßigen Nachfolger für die Schuldigkeit finden, was auch nicht möglich ist. Allerdings würde dies auch vorraussetzen, dass er das Ganze nicht nur der Publicity wegen macht, sondern wirkliche Gründe hat.

milanvor 1 Jahr und 143 Tagen

Was soll eigentlich dieser ganze Klamauk? Gott hatte entschieden, seinen Sohn am Kreuz für unsere Sünden sterben zu lassen, damit wir Vergebung und somit neues Leben erlangen können. Er wusste im voraus um die Falschheit der Ankläger, der korrupten Justiz und der Machtgier Einzelner und der Gruppen. Täglich wird der Schöpfer angeklagt, verhöhnt, lächerlich gemacht, verspottet, verleumdet, sein Wort verdreht, sein Volk gehasst, seine Nachfolger bekämpft. Will man mit einem erneuten Prozess die Blasphemie auf die Spitze treiben? Ein gefährliches Unterfangen! Die Quittung mag auf sich warten lassen, aber sie wird kommen.

vor 1 Jahr und 143 Tagen

Ich wundere mich doch immer wieder mit was sich die Menschen so beschäftigen. Entweder ist Herr Indidis in seiner Arbeit als Rechtsanwalt nicht richtig ausgelastet oder es geht ihm hier um die eigene Publicity.

HampelPumaivor 1 Jahr und 144 Tagen

Herr Indiddi hat Recht. Aber man sollte auch den Prozess gegen Sokrates neu aufrollen, der fälschlicherweise zum Tod verurteilt wurde. Auch Michael Kohlhaas wurde in seinem Prozess im Mittelalter Unrecht getan. Ich fordere ein neues Verfahren. Das Verfahren gegen den Grafen von Monte Christo ist ebenfalls sehr kritisch zu betrachten. Auch hier sollte Den Haag das Unrechtsurteil revidieren.

Franzvor 1 Jahr und 145 Tagen

@milan: Gute Frage: Wer ist der Rechtsnachfolger des römischen Reiches? Einige Möglichkeiten: (1) Österreich oder die Bundesrepublik Deutschland als mittelbare Nachfolger des "Heiligen römischen Reiches deutscher Nation". (2) Die Türkei (als faktischer Nachfolger des osmanischen Reichs und des byzantinischen Reichs). (3) Russland (als Erben des oströmischen Kaier- oder Zarentitels). - Herrlich, auf welche Abwege man beim Prozess gegen Jesus kommen kann.

Jesaja53,5vor 1 Jahr und 145 Tagen

Eine müßige Angelegenheit. Es ist so gelaufen wie es gelaufen ist. Ansonsten hätte sich die Schrift nicht erfüllt. An dieser Stelle verweise ich noch einmal auf Jesaja 53!  

milanvor 1 Jahr und 146 Tagen

@Franz: Ist das römische Papsttum mit seiner Weltkirche noch der Rechtsnachfolger des römischen Reiches oder schon die EU basierend auf den römischen Verträgen?

Johannes Hardtvor 1 Jahr und 146 Tagen

Juristisch betrachtet hat dieser Mann sicher Recht. Aber da müßte man wohl ganz viele Gerichtsprozesse aller Zeiten neu aufrollen. Und letztendlich: ja, Menschen haben Jesus verurteilt und hingerichtet. Aber es geschah nach dem Willen Gottes, weil Jesus so unsere Schuld auf sich nahm und uns die Möglichkeit gab, wieder mit Gott versöhnt zu sein. Also, lieber Herr Indidis, Sie meinen es sicher gut. Aber versuchen sie doch lieber Menschen, die heute zu Unrecht verurteilt werden und wurden, zu helfen. Jesus ist der Messias, er ist auferstanden und sitzt nun zur Rechten Gottes. Menschliche Hilfe braucht er nicht. Wohl aber viele seiner Nachfolger, die um ihres Glaubens willen verfolgt, verurteilt werden. Da ist noch viel zu tun.

Franzvor 1 Jahr und 146 Tagen

Die Idee ist interessant, die Begründung verheerend (falls idea sie richtig wiedergibt). Der Prozess gegen Jesus war nach jüdischen und römischen Regeln eine Farce. Das geht ziemlich klar aus dem Neuen Testament hervor. Vielleicht wäre es tatsächlich möglich, dass ein heutiges Gericht, das sich als Rechtsnachfolger des römischen Reiches sieht, dieses Urteil formal kassiert und Jesus rehabilitiert. Aber: Nicht mit dieser Begründung. Weder die Misshandlungen noch die Kreuzigung waren nach damaligem Recht zu beanstanden. Unschuldig war Jesus, weil er ganz offensichtlich kein Aufrührer war (als der er vor Pilatus angeklagt war), weil vor Pilatus gar nicht erst versucht wurde, in einem ordentlichen Prozess die Schuld mit Zeugen zu belegen, und weil die "Vorverhandlung" im jüdischen Rat ein völlig widersprüchliches Bild der angeblichen "Vergehen" Jesu ergab. Eine Schuld wurde nie bewiesen.

Geiernotizen.devor 1 Jahr und 146 Tagen

Da hat Herr Indidis wohl die weitere Entwicklung des Verfahrens nicht verfolgt. In der nächsten Instanz hat ja das Pilatus übergeordnete Gericht die Hinrichtung rückgängig gemacht (Lk. 24, 6) und Entschädigung gewährt (Offb. 3, 21b).

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