Weltanschauungsexperte
31. Januar 2013

Der Atheismus wird immer missionarischer

Der Atheismus wird immer missionarischer
Der Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Pfarrer Reinhard Hempelmann. Foto: PR

Berlin (idea) – Kirchen müssen sich stärker mit dem säkularen Humanismus und Atheismus auseinandersetzen. Dazu hat der Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Pfarrer Reinhard Hempelmann (Berlin), aufgerufen. Er sprach am 30. Januar in Berlin bei einer Veranstaltung des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg zum „Neuen Atheismus“. Hempelmann zufolge sind atheistische Bewegungen in Medien und Öffentlichkeit präsenter geworden. Sie riefen in kämpferischen Aktionen zum Kirchenaustritt auf und machten durch medial wirksame Aktivitäten wie die „Buskampagne“ auf sich aufmerksam. Sie warb im Jahr 2009 auf einer dreiwöchigen Rundreise durch 24 St...

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6 Kommentare

Demokritvor 1 Jahr und 197 Tagen

Der Begriff "neuer Atheismus" bedarf einer Erklärung, damit ist eine Menge von Menschen gemeint, die ihren Atheismus lautstark verbreiten, wie z.B. Prof. Richard Dawkins, der auch mit als einer der Begründer dieser Bewegung gilt und zu dessen Vertretern in Deutschland man Michael Schmidt-Salomon zählt. Aber sie sind nur eine Gruppe von Atheisten, unter denen sich auch einige mit extremen Positionen befinden. Aber auch dort gibt es Vernünftige, viel Kritik richtet sich nicht gegen den Glauben an Gott, sondern mehr gegen die Schlussfolgerungen von Menschen aus ihrem Glauben. Das Atheisten missionarischer werden, liegt sicher an den Erfolgen der missionarischen Religionen. Der Rat an Christen sich nicht aufzuregen ist zwar gut, nur leider gibt es auch bei den Christen eine Gruppe, die schon provoziert ist, wenn man nicht mit der Annahme über ein Thema diskutieren will, dass es Gott gibt und das er sich zum Thema geäußert hat. "Weder Glaube noch Nicht-Glaube könnten wissenschaftlich bewiesen werden." Damit meint der Autor wahrscheinlich, dass die Nichtexistenz Gottes nicht beweisbar ist - dass es Glaube gibt, ist doch bekannt. Wobei die Frage nach der Existenz ist nur eine unter vielen, die ist auch nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, ob die Offenbarungen wirklich Botschaften von Gott sind, ob wir sie richtig verstanden haben. Ich halte es für möglich, dass es Gott gibt, er aber sich nie offenbart hat oder dass die Offenbarungen des Christentums, Islam und Judentum gar nicht von Gott stammen. Vielleicht sind die Offenbarungen auch richtig, aber richten sich vielleicht nur an die Menschen ihrer Zeit - und der Mensch muss letztendlich selber die Wahrheit herausfinden, die Offenbarungen sind also keine absolute Wahrheit.

Johannes Hardtvor 1 Jahr und 198 Tagen

@ StSDijle: Ihre Behauptungen sind schon oft recht interessant, wenn auch oft neu für mich. Wir haben einen recht netten höflichen überzeugten Atheisten als Nachbarn. Das vorweg. Ich selbst habe schon in vielen Foren mit Atheisten geschrieben. Ich übertreibe nicht: während die Christen meist eher zurückhaltend, werbend schrieben, waren die Atheisten (bis auf wenige Ausnahmen) stets angreifend, fast bösartig, beschimpfend, alle Christen als zurückgeblieben bezeichnen. Sie waren einmal so intolerant, dass sich sogar zwei Atheisten über ein Thema (wie viel Tote es beim Angriff auf Dresden gab) so in die Haare bekamen und sich unsäglich beschimpften, dass einer dann voller Wut ausstieg. Im gleichen Forum gab es aber einen Atheisten, der zwar sehr überzeugt war und seine Idee verbreiten wollte (mit m.A. ganz interessanten und legalen Mitteln), sich aber am Ende schämte, weil seine Mitatheisten so unglaublich ungezogen auf Christen reagierten, dass er auch ausstieg. Wäre ich Atheist, hätte ich mich mit ihm zusammen getan. Aber vielleicht hat ihn ja diese ganze Diskussion ein Stück zu Jesus gezogen.  

Joachim Datkovor 1 Jahr und 198 Tagen

Die Christen haben keinen eigenen Gott, sie haben, wie die Muslime, den abrahamitschen Gott aus der jüdischen Mystik. --- Eine sonderbare Gottesvorstellung, man denke nur an die mystische Geschichte von der Vernichtung der Städte Sodom und Gomorrah durch den abrahamitischen Gott. --- Heute würde man bei so einem Verhalten psychiatrische Gutachten erstellen lassen und Sicherungsverwahrung anordnen. --- Für unsere Gesellschaft sind Humanismus und naturwissenschaftliche Weltsicht wesentlich besser geeignet als religiöse Weltanschauungen. --- Ich bin gerne bereit Presseanfragen zum Themenbereich Humanismus und Naturwissenschaften kontra religiöser Weltsicht zu beantworten. --- Joachim Datko - Philosoph, Physiker --- Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft --- www.monopole.de

StSDijlevor 1 Jahr und 200 Tagen

Wenn Herr Hempelmann hier Respekt für Christen fordert, muss das Christentum erstmal erstmal selbst Respekt zeigen. Die ewige Wiederholung des Mantras: Atheisten sind geldgierige, egozentrische Massenmörder, hilft nicht gerade.

milanvor 1 Jahr und 200 Tagen

Mal ehrlich, was geht einen Christen der Atheismus an? Nichts. Auch nicht mehr als Religionen, Weltanschauungen usw. Hey, sind wir denn Christen geworden, so sind wir jeder eine neue Kreatur, alles Alte ist vergangen, alles ist neu geworden. Wie schön! Und wie schön wäre es, wenn wir das auch tatsächlich leben würden! Das wäre nämlich echt attraktiv für Nicht- und Andersgläubige. Aber da wir das nicht tun, oder gerade nur einmal ein kleiner Teil, ist und scheint es so zu bleiben, dieses durchschnittliche Christsein platt, uninteressant bis traurig, traurig, traurig. Dabei ist wirkliches Christsein echt klasse, interessant, peppig, freudig und mehr. Wenn aber die persönliche Beziehung zum himmlischen Pappi fehlt, Mensch, da fehlt alles. --- Wer Essen zubereitet, im Topf auf dem E-Herd, der kann alle Knöpfe bis zum Anschlag drehen. Es wird nicht warm, heiß oder gar, wenn der Stecker nicht in der Dose steckt, d.h. die persönliche Beziehung zwischen dem Energiespender und dem Energieumwandler hergestellt ist. Dann kann der Energieumwandler auch keine Frucht bringen, gekochtes Essen. --- Christliches Leben ist nur interessant, wenn es brodelt und sprudelt, dass versteht jeder Atheist. Schließlich sind alle Menschen auf der Suche nach etwas, dass sich lohnt. Gott hat es in jedes Herz gelegt IHN zu suchen. Sieht man jedoch auf griesgrämige, fahle, traurige Gesichter, wer will da schon Christ werden? Nein danke, ich hab schon genug Probleme, wäre da die richtige Antwort. Wo sind sie, wo sind sie denn bloß, die Ströme lebendigen Wassers? In den toten Gebeinen und den weiß getünchten Gräbern jedenfalls nicht. Also wo denn? In Christen, die eine persönliche Beziehung zu ihrem Erlöser haben. Der erlöst nämlich aus Traurigkeit, aus Schmerz, aus Leid, aus Drogen sämtlicher Art, aus Unzucht: Pornographie, Partnerwechsel, Homosexualität, Masturbation, aus Kleptomanie, aus Lügenzwang, aus Religion und und ... Da braucht man sich keinen Kopf um Andersgläubige und Atheisten zu machen. Entweder sie finden plötzlich das christliche "Leben" interessant und lassen sich gern bekehren, oder sie bleiben weg. Könnte ich etwas daran ändern? Wenn mein Leben kein wahres Zeugnis ist, mit Sicherheit nicht. Wenn aber die lebendigen Ströme von mir ausgehen, dann braucht es wahrlich nicht vieler Worte; dann kann der heilige Geist in Freiheit walten und schalten, überzeugen und überführen, ohne dass ich ein großer Redner, Rhetoriker oder Theologe bin. So, nun viel Spaß beim Vorleben.

martin.herrndorfvor 1 Jahr und 200 Tagen

Wie Herr Hempelmann anscheinend richtig festgestellt hat, gibt es durchaus intelligente ("sprachgewandt") und witzige Atheisten. Und das ist natürlich für die nicht immer so sprachgewandte und witzige Kirche ein Problem. Ansonsten: Glaube lässt sich natürlich nicht beweisen, weil er eine individuelle Emotion/Überzeugung ist. Nur ist, wer Übernatürliches oder "Nicht-Evidentes" behauptet, in der Beweis- oder Belegpflicht. Physiker "beweisen" die Existenz neuer Teilchen, Biologen "beweisen" ihre Theorien zu bestimmten neurobiologischen Abläufen etc. Der Nicht-Glaube (insbesondere agnostischer Provinienz) bewegt sich insofern auf sicherem Grund, als das er kenne, über die wissenschaftlichen gesicherten Kenntnisse hinausgehenden Dinge postuliert. Der Atheismus selbst geht noch einen Schritt weiter – und schließt aus der Abwesenheit von Evidenz oder Belegen die Nicht-Existenz. Dies mag logisch bedenklich sein, ist aber anhand der vielfältigen, konfligierenden Gottesbilder und der notwendigen Gedankensprünge zu ihrer Rechtfertigung für mich durchaus einleuchtend...

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