Demo gegen Rechtsextremismus
03. August 2013

„Selig sind die, die nicht Opfer gegen Opfer aufrechnen“

Der schaumburg-lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke. Foto:PR
Der schaumburg-lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke. Foto:PR

Bad Nenndorf (idea) – Die aktuelle Bedeutung der Bergpredigt hat der schaumburg-lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg) bei einer Demonstration gegen Rechtsextremismus am 3. August in Bad Nenndorf bei Hannover hervorgehoben. Das Jesus-Wort „Selig sind die Friedfertigen“ sei „wie ein Stachel im Fleisch einer friedlosen Welt“, sagte er laut Manuskript in einem ökumenischen Gottesdienst für das Bürgerbündnis „Bad Nenndorf ist bunt“. Darin haben sich Gewerkschaften, Kirchen, die jüdische Gemeinde und antifaschistische Gruppen, unterstützt von Landes- und Kommunalpolitikern, zusammengeschlossen, um gegen einen Aufmarsch von Neonazis zu demonstrieren. Sie ru...

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8 Kommentare

Doris Ingrid Rieflervor 313 Tagen

Das ist mir wichtig, dass Menschen nicht vom Vergeben reden, sondern für Recht, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung eintreten damals für die Menschen und heute. Was ist doch unter "Christen" für ein Vergebungsgeschwätz. Einfach ausgedrückt: "Vergib, dann geht es dir gut". So kann man weder mit den Juden und sonstigen Opfern des Nationalsozialismus, noch mit den Menschen, die heute massives Unrecht leiden, umgehen. Gott ist heilig und gerecht, er will Recht und Gerechtigkeit, Liebe.

Matthäus53vor 1 Jahr und 80 Tagen

Warum muß immer alles gleich schlecht geredet und kritisiert werden? Wir sollten auch anerkennen, dass überhaupt an die Opfer von rechtsradikalen Gedankengut und undemokratischen britischen Verhörmethoden (US-Lager Guantanamo, immer noch) gedacht wird! Wenn alle Kommentatoren-Gedanken zusammengefasst werden, kann auch jeder gut erkennen, dass unser demokratischer Staat nicht von Waffensystemen bedroht ist, sondern von vielen radikalen, ideologischen Wort- und Text-Gebilden (wie NPD- und Salafisten-Schriften), so dass wir viel mehr christliche Waffenrüstungen brauchen, die schon vom Apostel Paulus vorgeschlagen wurden oder eher Truppen der Heilsarmee.

Johannes3.16vor 1 Jahr und 80 Tagen

Wer die jährlichen Verfassungsschutzberichte des Bundesamtes für Verfassungsschutz liest, wird dort immer wieder darauf hingewiesen, dass 1. der Islam für unsere freiheitlich-demokratische Ordnung die größte Gefahr darstellt. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern, weil Demokratie und Islam unvereinbar sind. Dass 2. der Linksextremismus danach folgt, auch wenn das von den Einheitsmedien und Politikern ständig heruntergespielt wird. Der Rechtsextremismus ist inzwischen nahezu ausgetrocknet und spielt kaum noch eine staatsgefährdende Rolle. Das wird auch deutlich am NSU-Prozeß, wo man kaum mehr als 13 Personen als mutmaßliche Mittäter benennen kann und es an eindeutigen Beweisen fehlt. Aber es macht sich gut und kostet ja auch nichts, wenn auch Herr Manzke in das Horn der kirchlichen Widerstandskämpfer gegen "Rechts" stößt. In der Nazizeit stand die offizielle Kirche jedenfalls rechts und während des DDR-Kommunismus stand sie erneut auf Seiten der Mächtigen. Dabei unterscheiden sich diese Systeme eigentlich nur durch die Farben braun und rot. Heute versäumt die Kirche erneut ihre eigentliche Aufgabe, nämlich das Evangelium zu verkündigen, anstatt sich mit linken Parteien und Programmen zu verbünden. "Der neue Faschismus wird nicht sagen: ´Ich bin der Faschismus.´ Er wird sagen: ´Ich bin der Antifaschismus.´" (Das sagte der italienische Sozialist und Schriftsteller Ignazio Silone, 1900-1978). Die gleiche Verschleierung von Tatsachen finden wir auch in der Behauptung "Islam heiße Frieden!"

Johannes Hardtvor 1 Jahr und 80 Tagen

@begevau: Nun, natürlich ist Kirche gegen jede Art von Faschismus. Aber diese antifaschistischen Gruppen sind auch gegen den christlichen Glauben. Sie halten eben alles für faschistisch, was nicht nach ihrem Willen ist. Man erlebt sie leider eher gewalttätig.

Jesaja53,5vor 1 Jahr und 81 Tagen

Ich möchte dem Herrn Landesbischof vorschlagen, sich mehr um seine Schäfchen statt um politische Hetze zu kümmern. Was nicht sein darf das kann einfach nicht sein , oder wie? NEIN, gleiches Recht für alle! Unrecht muß beim Namen genannt werden . An dieser Stelle einmal der Film "Töten auf tschechisch" empfohlen. Wie ein Vorschreiber schon erwähnte, mag es wohl in seinen Augen in Ordnung sein, fast 100 -Jährige mit Kopfgeldern zu jagen, jedoch verweigert man anderen Opfern das Andenken. Schäbig !

begevauvor 1 Jahr und 81 Tagen

Zu dem, was Herr Hardt schreibt, wäre einiges zu sagen. Das eine zustimmend, anderes eher widersprechend. Aber nur eines: Kirche im umfassenden Sinn ist eine antifaschistische Gruppe! Denn faschistische Systeme sind immer gottesfeindlich und versuchen Kirche entweder zu benutzen oder zu zerstören.

Johannes Hardtvor 1 Jahr und 82 Tagen

Noch ein Nachtrag zu meiner Meinung. Da ich ja nie die Absicht hatte, über dieses Lager in Bad Nenndorf hier oder anderswo zu schreiben, mußte ich erst mal nachsuchen, wo genau über dieses Lager des Grauen berichtet wurde. Der Bericht stand in der Nr. 4, 2013 des Focus-Magazins. Nein, wir sollten solche Geschehnisse sicher nicht immer wieder hervorholen. Aber wir tun es doch bei den Deutschen, die irgend etwas getan haben. Ich kann nur jedem, der diesem Landesbischof auch noch glaubt (von wegen einige gefoltert und zwei sind zu Tode gekommen!), empfehlen: besorgen Sie sich dieses Magazin. Man kann es auch bei Focus online im Internet nachlesen (bisschen schwierig zu finden). Da wird der Jude Habermann, der gerade dem KZ entronnen ist, mit Werkzeugen aus einem KZ der Gestapo gefoltert. Grund: er sei Kommunist und darum ganz bestimmt ein Spitzel. In diesem Focus-Bericht kann man da so manches lesen, das einfach nur unglaublich ist. Und das auch noch von den Briten. Es war nicht nur unmenschlich, sondern gegen die geschlossene Vereinbarung über die Behandlung von Zivilisten und Kriegsgefangenen. Ich schreibe das nicht, damit man da jetzt jedes Jahr einen Gedenkmarsch oder so was tun soll. Vergebung ist sicher richtig, aber dazu gehört eine wahrheitsmäßige Aufklärung und nicht diese Verniedlichung. Das bringt doch noch mehr Menschen in die eher "rechte" Ecke. "Die Wahrheit wird euch frei machen." sagt Jesus. Wer diese Wahrheit liebt, wird sich lieber verschämt in sein Zimmer einschließen. Traurig, wozu die Bibel missbraucht wird, um die eigene Meinung durchzusetzen. Ich bin sogar sicher, dass sich so ein Aufmarsch totläuft, wenn da niemand darauf reagiert. Auch Neonazis brauchen Publikum und das sollte man ihnen nicht geben. Trotzdem: um den Opfern gerecht zu werden - und sie nicht einfach als Nazis abzustempeln - sollte man da vielleicht zusammen mit den Engländern ein Gedenkmal hinstellen. Das würde ein Zeichen der Sühne und Vergebung sein. Und dann sollte es auch alles sein. Wenn irgendwer auch immer denkt, er könnte Juden oder andere Menschen beschimpfen - dann kann man das anzeigen.

Johannes Hardtvor 1 Jahr und 82 Tagen

Diese Gedanken sind sicher richtig. Aber wie kann es dann sein, dass man auf großen Plakaten 25.000,-- € Kopfgeld aussetzt dafür, dass Menschen noch die letzten Täter aus der Nazizeit anzeigen? Sicher kann man das nicht mit den Taten der Engländer in diesem Lager vergleichen. Dort wurden aber nicht nur Rechtsextreme misshandelt. Da sollte sich auch ein Landesbischof mal genau informieren. Ich las es in der "Focus" - sicher kein rechtes Blatt, welche Grausamkeiten in Bad Nenndorf von der britischen Siegermancht vollbraucht wurde. Nur ein Satz: "Im idyllischen Bad Nenndorf bei Hannover, vor dem Krieg eine Top- Adresse für betuchte Kurgäste, hatte der britische Geheimdienst im August 1945 unter größter Konspiration ein Verhörzentrum errichtet. Das 1930 erbaute Wincklerbad mit seinen zahlreichen Badezellen, in denen jetzt 20 Offiziere harte Vernehmungen durchzogen, war ein Ort des Grauens. Dutzende britische Geheimdienst-Akten, die FOCUS vorliegen, beschreiben ein wahres Martyrium. Häftlinge verhungerten, sie wurden zu Krüppeln geschlagen, ausgepeitscht, an den Handgelenken aufgehängt und mit glühenden Zigaretten verbrannt. Ein Gefangener kam bei einer dubiosen Agenten-Aktion ums Leben, andere brachten sich aus Verzweiflung um. Kein Außenstehender hätte sich jemals vorstellen können, dass die hochangesehene britische Armee zu diesem menschenverachtenden Regime fähig gewesen wäre." Wäre es nicht richtig, der Herr Bischof hätte auch für die Menschen Verständnis, die dort Furchtbares erlebten. Das waren eben nicht nur Nazis, sogar ein Jude, der schon unter den Nazis im KZ war, wurde dort gefoltert. Nein, wir wollen in der Tat kein "braunes" Gedankengut, aber auch nicht ein einseitiges Vergessen. Jedes Opfer hat Recht, über sein erlittenes Unrecht zu sprechen. Nur derjenige kann vergeben, der Unrecht erlitten hat. Ich schäme mich über solche Gutmenschen, die von zwei Toten sprechen. Und bitte schön, was hat die Kirche mit antifaschistischen Gruppen zu tun?

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