Pröpstin
06. Februar 2013

Kirche und Evangelikale sollen enger zusammenrücken

Eine führende Repräsentantin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Pröpstin Annegret Puttkammer. Foto: idea/Rösler
Eine führende Repräsentantin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Pröpstin Annegret Puttkammer. Foto: idea/Rösler

Wetzlar (idea) – Angesichts einer zunehmenden Skepsis gegenüber Religion in der Gesellschaft sollten die Volkskirche und die evangelikale Bewegung enger zusammenrücken. Dafür hat sich eine führende Repräsentantin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Pröpstin Annegret Puttkammer (Herborn), ausgesprochen. Nach ihren Worten ist ein „Grundverdacht“ gegenüber allem spürbar, „was religiös ist“. Das habe sich zum Beispiel in der Debatte um die Beschneidung jüdischer und muslimischer Jungen gezeigt, sagte die 49-jährige Theologin am 6. Februar bei einem Besuch der Evangelischen Nachrichtenagentur idea in Wetzlar. Sie ermunterte Evangelikale, in gesellschaftspolitisc...

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10 Kommentare

Vstansaveruvor 2 Jahren und 23 Tagen

Hinsichtlich der Gottesdienstzeit: Dass mit dem Beginn des Hauptgottesdienstes sonntags um 10.00 Uhr verstehe ich. Freilich sagt der hl. Apostel Paulus auch: "Betet ohne Unterlass." Die eine Stunde Gottesdienst in evangelischen Kirchen ist also eine extrem knapp bemessene Gottesdienstzeit. Das geht auch anders, wie etwa das Beispiel der Orthodoxen Kirchen zeigt.

Der Leservor 2 Jahren und 24 Tagen

@Schmall Ich hatte "Fortsetzung der Tradition der 68er" geschrieben. Und erst kennen Sie die 68er-nicht, dann plötzlich wissen Sie einiges darüber. Im Übrigen wiederholen sich auf dieser Erde viele Entwicklungen und die dahinter stehenden menschlichen Motivationen immer wieder. Andere Gottesdienste als "geradezu dämlich" zu bezeichnen, zeugt eher von eigener Engstirnigkeit, oder gar Lieblosigkeit?

Jesaja53,5vor 2 Jahren und 24 Tagen

@Schmall Ist 10.00 Uhr nicht auch die Zeit zwischen Frühstück und Mittagsessen, bzw. Vorbereitung zum Mittagessen ?... ;-)

milanvor 2 Jahren und 25 Tagen

@reihen Die einen leiden unter Glockenläuten, die anderen unter Vogelgezwitscher und Taubengurren, den nächsten fällt die Stille auf den Wecker. Dabei ist Straßenverkehrslärm viel aufreibender, oder etwa nicht?

Schmallvor 2 Jahren und 25 Tagen

@Jesaja53,5: Die 68er sind game over in meinem Jahrgang. Weder können wir uns vorstellen, gegen was sie angekämpft haben noch können wir uns vorstellen, wie sie ihren Kampf gestaltet haben. Ich habe vielmehr auf dem Schirm, meine Gemeinde vor der Ethisierung und Selbstsäkularisierung (Wolfgang Huber, ehem. Ratspräsident der EKD kritisierte so den Selbstsäkularisierungsprozess der EKD) schützen zu wollen. Da fallen bestimmt einige 68er-Ideen rein. Aber 68er sind für meine Generation nicht mehr der Rede wert. Genauso wie irgend eine Mao-Bibel. Früher, sagte man mir, habe man gedacht, dieses Werk vertreibe die Bibel. Heute weiß ich nur, dass es irgend so ein rotes Büchlein war... Übrigens: Mit Gottesdienstzeiten und Popkultur hat die Dame recht! Denn unsere Gottesdienste heute um 10:00 Uhr zu halten, ist geradezu dämlich. Wen von meinen Freunden könnte ich Sonntag um 10:00 Uhr zu einem Godi einladen? 10 Uhr! Denn Gottesdienst um 10 Uhr zu feiern hat seinen Begründung nur in ökonomischen Aspekten. Einst hatte man in jener Zeit am Sonntag zeitlich Freiraum, da man kurz davor und kurz danach sich wieder um das Vieh kümmern müsste (2. und 3. Viehfütterung)...

Jesaja53,5vor 2 Jahren und 25 Tagen

@Schmall Dann sollten Sie sich schnell mit der 68er Bewegung und ihren Marsch durch die Instanzen beschäftigen, bevor man auch Ihre Kirche von innen aushöhlt, so wie man es schon mit der EKD gemacht hat.

Schmallvor 2 Jahren und 26 Tagen

ich hingegen finde die Äußerungen ermunternd gut. Ich habe gar nichts dagegen, dass Christensein auch etwas mit politischen Einsätzen zu tun hat. Die 68er kenne ich nicht... Vielleicht liegt hier meine Unbefangenheit. Ob der Glaube eine reine Entscheidungsfrage ist - glaube ich nicht. Klar: Gott klopft an und man kann ihm öffnen. Doch treffe ich auf so viele, die von ihrer Prägung her derart sind, dass sie keine "Klopf-Zeichen-Fähige-Tür" haben. Man denke an das Gleichnis von der Saat. Die eine Körner fallen unter Gestrüpp, die anderen werden weggepickt, die anderen auf unfruchtbaren Boden usw. nur 1/4 - wenn man es so pauschal überträgt - fallen auf fruchtbaren Boden.... // Noch etwas: Man kann doch als "Lagermeister" evangelikaler Seite aus den Äußerungen eines hören: Die schlägt nicht in die evangelikale Ecke, sondern interessiert sich für uns. DASS IST DOCH POSITIV! Gott segne bitte ihr Werk.

Vstansaveruvor 2 Jahren und 26 Tagen

Meine Frage wäre: Warum nicht enger mit Christus zusammenrücken? D.h. alle unsre Bemühungen darauf auszurichten, dass wir in engere Verbindung mit Christus kommen? Dann fällt nämlich die von Frau Puttkammer apostrophierte Diastase zwischen der Entscheidung für Gott und "mehr Mitmenschlichkeit" von selbst weg. Vorläufig sind wir freilich sowohl von jener anvisierten Gottnähe ebenso weit weg wie von dem "mehr" an Mitmenschlichkeit. Martin Buber nannte das Gottesfinsternis. Das einzige, was da hilft, ist aufrichtige, ernsthafte Buße, so wie Luther das in seiner ersten These zum Ablass immerhin auch noch gesagt hat, nämlich, dass das Leben eines Christenmenschen eine einzige Buße sein soll, in Anknüpfung an die Predigt unsres HERRN und Heilands: "Kehrt um, tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbei gekommen." Zum Buße tun gehört freilich auch, dass wir Gottes Wort wieder gelten lassen. Auch davon sind wir allerdings meilenweit entfernt. Popmusik ist da übrigens absolut keine Lösung, und Flexibilisierung der Gottesdienstzeiten ebenso wenig. Unsere Aufgabe ist hier schlicht und ergreifend, in rechter Weise beten zu lernen. HERR, erbarme Dich unser!

reihenvor 2 Jahren und 26 Tagen

Es ist Christen aber scheinbar egal, wenn Menschen unter dem mittlerweile fast den ganzen Tag über von irgendwoher tönendem Lärm von Kirchenglocken leiden.

Der Leservor 2 Jahren und 26 Tagen

Wenn der vorliegende Text die geäußerten Denkanteile von Frau Puttkammer ansatzweise richtig darstellt, dann geht es ihr wohl um die Fortsetzung der Tradition der 68-er in ihrer Kirche: im Zentrum stehen Politik und Demonstration. Evangelium, gibt es das auch? Wer diejenigen als theologisch problematisch bezeichnet, die betonen - und der Schwerpunkt liegt wohl auf "betonen" -, "dass man sich für Gott entscheiden müsse", ist wohl selbst das Problem, denn der Mensch entscheidet nun einmal frei auf den Ruf Gottes. Umgekehrt in den Vordergrund zu stellen, dass "der Glaube nur ein Geschenk Gottes sei", soll wohl die menschliche Eigenverantwortung übertünchen. Und zum guten Schluss dieser Ideenreichtum: bei der Gestaltung und den Anfangszeiten der Gottesdienste flexibler werden! Da reibe ich mir doch die Augen und frage mich, warum ich - rein "lagermäßig" - mit Frau Puttkammer enger zusammenrücken sollte.

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