Anglikanische Kirche
04. August 2013

Erzbischof betet in „Zungen“

Erzbischof betet in „Zungen“
Das geistliche Oberhaupt der Anglikaner, Erzbischof Justin Welby. Foto: Keith Blundy / Aegies Associates

London (idea) – Das geistliche Oberhaupt der Anglikaner, Erzbischof Justin Welby (London), spricht auch in „Zungen“. Damit ist das Beten in menschlich unverständlichen Sprachen gemeint, das im Neuen Testament als eine Gabe des Heiligen Geistes beschrieben und heute meist in Pfingstkirchen und der charismatischen Bewegung praktiziert wird. Der 57-jährige frühere Ölmanager, der am 21. März als Primas der 77 Millionen Anglikaner inthronisiert wurde, erwähnte das Zungenbeten jetzt in einem Gespräch mit dem Journalisten Charles Moore, der für die Zeitung Daily Telegraph arbeitet. Welby spreche darüber mit großer Selbstverständlichkeit, so Moore. „Das gehört zu meiner geistl...

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16 Kommentare

milanvor 1 Jahr und 16 Tagen

Herr Motte, wo steht denn in der Bibel, dass das Amt des Apostel erlöschen würde oder solle? Der Fünffältige Dienst bestehend aus Aposteln, Hirten, Lehrer, Propheten und Evangelisten dient dem Leib Jeshuas. Die menschlich kirchlichen Organisationen haben ihn nur benutzt und zugerichtet.

milanvor 1 Jahr und 16 Tagen

@solrex: Mit Ausnahme, dass nur Kinder Gottes den Heiligen Geist empfangen.

UlrichMottevor 1 Jahr und 19 Tagen

Hr. Herf: 2 Korinther, 12, Vers 12 sagt, dass die Zeichen des Aposteltums (Zeichen und Wunder) in der Gemeinde, also nicht nur von Aposteln, ausgeführt wurden. Dass ändert gemäß Vers 12 also nichts daran, dass sie Zeichen des inzwischen erloschenen Amtes der Apostel waren. Schließlich ist auch das apostolische NT nicht nur von Aposteln geschrieben worden, ohne dass es nachapostolische Schrift gäbe. Die Verse 15-18 desselben Kapitels handeln nicht von apostolischen Gaben.

solrexvor 1 Jahr und 19 Tagen

Nochmals ein Beitrag zum Zungenreden: Wie ersichtlich, ist diese Erscheinung nicht allein auf das Christentum beschränkt. Man sollte doch deshalb äußerst vorsichtig mit dieser Gabe (?) umgehen! "Zungenreden" ist unter seinen Anhängern überall in der Welt eine wohlbekannte Erscheinung. Es kommt in der Mystik der orientalischen Religionen wie anderswo im Animismus vor. Im Westen wird es in spiritistischen Kreisen ebenso gepflegt wie in mehreren eigenartigen Sekten. Außerdem war es eine wohlbekannte Erscheinung in den heidnischen Religionen der Antike. http://www.horst-koch.de/zungenreden-114/zungenreden-r.shallis.html Aus Lexikon Bibelwissenschaft: Zungenreden (Glossolalie) ist eine Form der lautlichen Äußerung, die in ekstatischen Zuständen (-> Ekstase) auftreten kann. Das Sprechen wird dabei nicht kognitiv gesteuert und ist auch nicht an Syntax und Vokabular einer bestimmten – eigenen oder fremden – Sprache gebunden. Dieses Phänomen ist mitnichten auf bestimmte Formen des Christentums beschränkt, es kann auch in anderen Religionen und Kulturen bei Schamanen oder Sehern auftreten. http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/zungenrede-glossolalie-2/ch/ec9a15a6d4c74dd8db8e4317be70af0c/  

Herfvor 1 Jahr und 20 Tagen

@Lutheranus: Gerade die Stelle 2. Kor. 12 (Vers 17 + 18) bekräftigt nach meinem Verständnis den Fortbestand der genannten Gaben für alle Zeiten, besonders, wenn man den wörtlichen Bezug zu Vers 16 sieht. Die Konsequenz einer gegenteiligen Deutung wäre, dass entsprechend Vers 15 der Missionsbefehl heute auch nicht mehr gelten würde. Auch fällt es mir schwer, aus 2. Kor. 12, 12 eine Exklusivität herzuleiten. Das widerspräche auch eindeutig 1. Kor. 14! Denn hier ist es eindeutig, dass offensichtlich auch im Kreis der Angesprochenen - die ausnahmslos nicht das waren, was man als Apostel bezeichnen würde - Geistesgaben praktiziert werden (bes. Vers 18) und der Apostel Paulus gibt sogar vielfältige Anweisungen über den rechten Gebrauch dieser Gaben. An keiner Stelle wird behauptet, dass ein Teil der Gaben mit dem Tod des Briefschreibers erlöschen würde! Der Garant für die Gaben ist nicht Paulus oder ein anderer der Apostel sondern der Heilige Geist und der "weht" wo und solange er will. (Herausgelesen aus Luther '84)

Jojovor 1 Jahr und 20 Tagen

Wenn man sich die katholische Eucharistie-Feier genau anschaut, kann man doch nicht allen Ernstes einen Kirchführer loben und für einen treuen Diener Jesus Christi halten, der diese Feier toll findet. Unwissenheit kann man ihm da auch nicht vorwerfen. Sorry aber aus protestantisch, reformierter Sicht, ist das tiefster Götzendienst.

solrexvor 1 Jahr und 20 Tagen

@Johannes Hardt: Ich gehe keinesfalls gegen diesen Erzbischof persönlich an. Natürlich schrieb Paulus, dass er mehr in Zungen redete als alle anderen. Das habe ich ja in meinem Beitrag erwähnt. Paulus hat es aber in seinem Brief zurechtgerückt. Sie schreiben zu Recht von den Auswüchsen in der Charismatik, die allerdings manchmal schon mehr als extrem sind. Zungenreden verbunden mit Prophetien, die dann irgendwer erklärt – oder auch verknüpft mit den berüchtigten Auswirkungen des Toronto Segens. Ich kann nicht nachvollziehen, dass Christen eine Geistesgabe, wenn dies nun bei den Charismatikern je eine sein sollte, als ein Gebrauchsgegenstand, wie z.B. ein Auto benutzt werden kann. Ihr Beispiel passt meines Erachtens absolut nicht zum Zungenreden.  

Johannes Hardtvor 1 Jahr und 21 Tagen

solrex: doch, es gibt jede Menge Gründe, diesem Erzbischof Beachtung zu schenken. Es gibt leider nämlich wenige Leiter, die sich so klar zu Jesus Christus bekennen. Wenn das Sprachengebet bei manchen überbewertet wird oder gar unschöne Auswüchse hat - das bedeutet nicht, dass es falsch ist. Paulus sagt, er bete mehr in Zungen als alle anderen. Und dieser gute Erzbischof wird ja wohl in seinen Gottesdiensten ganz normal sprechen, so dass ihn jeder versteht. Sie benutzen doch wohl auch Auto und andere Fahrzeuge, obwohl damit schreckliche Sachen passieren. Also, nicht immer unnötig gegen jemanden angehen.

Jojovor 1 Jahr und 21 Tagen

Milan, du machst auf mich wirklich den Eindruck, als seist du ein aufrichtiger Christ. Und du wirst mir doch sicher zustimmen, dass in der charismatischen Bewegung es sicher nicht überall mit rechten Dingen zugeht: Wohlstandsevangelium, Geist steht über dem Wort, ein vom Geist erfüllter benötigt die Bibel nicht mehr, etc. So wie du nicht möchtest, dass man bei "Euch" alle über einen Kamm schert, solltest du das im Gegenzug auch nicht bei denen machen, die die Übertonung des Geistes ablehnen. Ich denken, dass in meiner Gemeinschaft auch viele sehr ernsthafte Menschen sind und alle haben ihre guten Gründe, warum sie diesen Hype ablehnen. Wir glauben auch an Geistesgaben, auch wird immer wieder mal von Missionaren berichtet, die bei fremden Stämmen auf einmal deren Sprache sprachen, später dieses aber wieder "verlernt" hatten, als sie wieder nach Hause kamen. Gott gibt eben Gaben nicht zu Selbstzweck, sondern immer nur dann, wenn es für sein Werk dienlich ist. Auch kam es schon vor, dass Menschen behauptet hatten Visionen von Gott zu haben. Dieses wurde nicht von vornherein abgelehnt, sondern nach biblischen Maßstäben geprüft. Es gibt sehr klare Zeichen, die erfüllt sein müssen, damit klar ist, dass jemand wirklich eine Vision von Gott hat. Auch gibt es klare Zeichen in der Bibel wie jemand zu erkennen ist über den der Geist Gottes kommt und dieser dann eine Vision erhält. Von diesen Zeichen hört man jedoch in den charismatischen Bewegungen gar nichts. - komisch. Was den Bischof hier angeht: Wo liest du in seinem Zeugnis, bevor der Geist über ihn kam, hat er eine tiefe Reue über seine Sünden verspürt und er hat wahrhaft Buße getan? Weißt du wie lange es bei mir gedauert hat, bis sich Gott mir gezeigt hat? Zwei Jahre. Und warum? Weil es zwei Jahre und viele Prüfungen gekostet hatte, bis ich endlich begriffen habe, dass ich nicht zweigleisig fahren kann, sondern mein Leben Gott ganz übergeben muss, mit allen Wünschen und Zielen. Da lesen ich nichts von in dem Beitrag. Sicher muss nicht jeder das gleiche Bekehrungserlebnis haben, dennoch finde ich, würde ein Bekehrter die Ehre auf Gott lenken und auch seine Sünden ansprechen.

Dieter_D.vor 1 Jahr und 21 Tagen

Schade, das aus diesem besonderen Interview von Charles Moore mit Justin Welby nur das Zungengebet als Schlagzeile herausgearbeitet wurde! Justin Welby ist Gebet in allen möglichen Formen wichtig, das ist nichts neues. Irgendwie scheinen mir die auf diese Schlagzeile folgenden Kommentare eine typisch deutsche Diskussion zu sein. Deutsche sind ja zumindest seit der Berliner Erklärung dafür bekannt, beim Thema Heiliger Geist (ich sags mal zurückhaltend) das Kind mit dem Bad auszuschütten. Dafür werden dann wirkliche Ungeister (Nationalsozialmus) übersehen. Das Interview mit Justin Welby enthält wirkliche Perlen: Sein Vater war Alkoholiker, die Mutter Sekretärin bei Winston Churchill, mit dem er als kleiner Junge Tee trank. Vor kurzer Zeit entdeckte er seine jüdischen Wurzeln. Er ist übrigens ein Kirchenführer, der noch an eine wirkliche Erneuerung der Kirche durch Gebet glaubt und das auch erwartet. "Archbishop Welby continued: "There has never been a renewal of the Church in Western Europe without a renewal of prayer and the life of religious communities. Never. And if we want to see things changed, it starts with prayer." Man kann das ganze nachlesen und auch anhören: http://www.churchtimes.co.uk/articles/2013/2-august/news/uk/%E2%80%98collateral-blessing%E2%80%99-desired Und hier geht es zu dem im Idea-Artikel erwähnten ausführlichen Interview von Charles Moore: http://www.telegraph.co.uk/news/religion/10176190/Archbishop-Justin-Welby-I-was-embarrassed.-It-was-like-getting-measles.html   

milanvor 1 Jahr und 22 Tagen

Es gibt allerhand Ablehnung gegen vielerlei biblische Aussagen. Heilung heute; taufen bedeutete schon immer untertauchen; Glaubenstaufe; Feuertaufe durch Jeshua; Geistesgaben; Dämonenaustreibung; Jungfrauengeburt; Himmelfahrt; uvm. Hingegen wurde so allerhand hinzugefügt: gerechtfertigte Homosexualität; Heiligenanbetung; Ikonen und anderer Klimbim; sowie "es war einmal". Obwohl Gott der Herr derselbe ist, gestern, heute und für alle Zeit, interpretiert man einen veränderlichen, schwachsinnigen und vergesslichen Gott, der den Überblick verloren hat, der wankelmütig ist, zur Erholung für längere Pause machen muss, der sich selbst in Frage stellt bis hin zum Widerspruch. Nein, nicht jeder muss die Sprachengabe praktizieren, nicht jeder muss die Bibel auswendig lernen. Bei der Sprachengabe ist zu unterscheiden zwischen dem persönlichen Aspekt und dem Dienst an der Gemeinde. Während das persönliche Sprachenreden der Selbsterbauung dient, ist die Sprachenrede in der Gemeinde auszulegen, (nicht zu übersetzen). Es ist müßig, über die Annahme biblischer Fakten bzw. deren zeitlicher Begrenzung zu diskutieren. Schließlich gibt es im Reich Gottes keinen Zwang. Es kann aber auch keinen Zwang geben, es nicht zu tun. Es ist halt Weisheit zum Gebrauch einzusetzen. Meine Frau wuchs katholisch auf, bekehrte sich später zu Jeshua und lehnte wie ihre Gemeinde das Sprachengebet ab. Seit wir uns kennenlernten betete sie, dass ich davon befreit werden möge. So auch noch in den ersten Ehejahren. Eines Tages berichtete sie mir, dass während sie allein zuhause betete, der Heilige Geist über sie kam und sie plötzlich sich selbst in anderen Sprachen beten hörte. Der heilige Geist weiss, welche Worte der Himmlische Vater hören möchte. Für die Vertreter der "Geist-von-unten-Theologie" sei folgendes gesagt: Jeshua wurde auch beschuldigt, ER hätte einen Dämon. Die Antwort kann jeder selbst in der Bibel nachlesen. An den Früchten werdet ihr sie erkennen. Herr und Frau Jedermann können an den Früchten meiner Frau erkennen, dass sie ein folgsames Kind Gottes ist, (trotz ihrer Fehler). --- Die Liebe ist das Größte, bildlich die Spitze des Berges. Siehe 1. Kor13. Das ausgerechnet die Geistesgaben in den Kap. 12 + 14 die Liebe umgeben, sollte kein Zufall sein. Die Geistesgaben dienen zum Schutz und der Stärkung, wie auch die Sprachgabe als kleinste Geistesgabe. Warum ist denn die Christenheit heute so schwach? U.a. weil die Geistesgaben (zumindest zum Teil) verpönt sind. Schon Eva hatte sich von Satan hinter das Licht führen lassen. Ihrem Mann nicht untergeordnet (sprich emanzipiert), hatte sie die Initiative zur Sünde ergriffen und ihren Mann belatschert dasselbe zu tun, was er auch tat. (Reine Feststellung). Die Kirchenfürsten belatschern uns heute wegen Homosexualität usw. Die meisten Christen haben dem nichts entgegen zu setzen, weil sie kraftlos, wissensarm und menschenfürchtig sind. Satan hat ein leichtes spiel mit ihnen. Deshalb sagt Adonai: mein Volk stirbt aus Mangel an Erkenntnis und dass obwohl doch Eva und Adam vom Baum der Erkenntnis probiert haben. Die Frucht war lieblich anzusehen und schmeckte süß, jedoch ist der Durchfall bis heute geblieben. Die geistige Nahrung geht oft genug unverdaut durch uns hindurch, ohne den gewünschten Zweck erzielen zu können, weil wir den Lügen Satans mehr Glauben schenken, als dem Wort Gottes, sowohl geschrieben als auch gesprochen.

Johannes Hardtvor 1 Jahr und 22 Tagen

Welch ein Glück für eine Kirche, wenn ihr Leiter klar bekennen kann, dass er sich einmal zu Jesus bekehrt hat. Und sich bis heute klar zum Glauben an Jesus Christus bekennt. Wenn er die Gabe des Sprachengebetes hat: warum nicht? So lange er das nicht von allen fordert. Der HERR gibt vielerlei Gaben.

solrexvor 1 Jahr und 22 Tagen

  Zum Zungenreden hier ein Wort des Apostel Paulus: 1Kor 14,18: "Ich danke meinem Gott, daß ich mehr mit Zungen rede denn ihr alle. Aber ich will in der Gemeinde lieber fünf Worte reden mit meinem Sinn (Verstand), auf dass ich auch andere unterweise, denn zehntausend Worte mit Zungen." Wir sollten dies auch besonders heute beachten, wo ein solch übertriebener Kult um diese Gabe gemacht wird. Es ist nicht erkennbar aus der Schrift, dass Zungenreden ein Allgemeingut für alle Gläubigen ist. Wer sich einmal über Zungenreden und andere "charismatische Geistesgaben" informieren möchte, kann bei Google schon recht abstoßende Filme finden. Es gibt keinen Grund, diesem Erzbischof zu viel Beachtung zu schenken.      

milanvor 1 Jahr und 22 Tagen

Der Heilige Geist schaut nicht auf die Konfession, sondern ins Herz. Pfingstler oder Charismatiker haben keine Exklusivität. Ich kenne auch lutherische Pastoren mit der Sprachengabe, die ja laut Bibel die kleinste unter den Geistesgaben ist. Als kleinste steht sie vom Prinzip her jedem wiedergeborenen Christen zur Verfügung. Aber so manche Theologie bzw. Theologen haben damit ein Problem. Warum? Weil nicht sein darf, was sie selbst nicht empfangen haben. Warum haben sie nicht empfangen? Weil sie nicht darum gebeten haben. Warum haben sie nicht darum gebeten? Weil sie die Unveränderlichkeit des Wortes Gottes in Frage stellen. Warum stellen sie sie in Frage? Weil sie Gott nicht kennen. Warum kennen sie Gott nicht? Weil sich Gott ihnen nicht offenbart hat. Warum hat sich Gott ihnen nicht offenbart? Weil sie nicht die Herzenshaltung haben, die Gott von ihnen zuvor erwartet.

Lutheranusvor 1 Jahr und 22 Tagen

Ob es sich bei "Zungenrede" um eine menschlich völlig unverständliche Sprache handelte, ist eine exegetische Frage. Zumindest an Pfingsten waren es eindeutig verständliche Sprachen, die nur die Apostel zuvor nicht gelernt hatten. Eine ganz andere Frage ist, ob wir sie heute noch haben, ob wir überhaupt die Zeichen und Wunder der Apostel noch brauchen - und bekommen? Das hat der HERR in seinem Wort eindeutig entschieden, indem er von den "Zeichen und Wundern eines Apostels" spricht, 2. Kor. 12, und damit deutlich macht, dass sie an die fundamentlegenden Apostel gebunden waren und für die Zeit danach nicht mehr verheißen. Das machen auch die entsprechenden Zeitformen in Mark. 16 und Hebr. 2 deutlich, die anzeigen, dass diese Sachen zu Ende gehen bzw. beendet sind. Entsetzlich ist allerdings, wenn Herr Welby meint, das schwierigste Problem mit Rom sei die Frauenordination. Mal abgesehen davon sie ja tatsächlich schriftwidrig ist, liegen die Trennungen ja weit tiefer: Rechtfertigungslehre, also wie ein Mensch gerettet wird; damit hängen eng zusammen: Amtsverständnis, Kirchenverständnis, der römische Heiligen- und Marienkult, Ablass, Fegfeuer, vor allem auch: Schriftverständnis, Tradition, um nur die wichtigsten Punkte zu nennen. Wenn all das Herrn Welby anscheinend nicht bedeutend ist oder er es gar nicht mehr sieht, dann muss man allerdings fragen, wie man ihn als "Evangelikalen" bezeichnen kann - oder wo die Evangelikalen stehen. Es gibt allerdings auch in Großbritannien Alternativen, z.B. die Evangelical Lutheran Church of England, eine freie, bibeltreue lutherische Kirche mit Gemeinden auch in Wales und Schottland.

UlrichMottevor 1 Jahr und 22 Tagen

Das Interview zeigt, wie sehr der Erzbischof und auch weite Teile seiner Kirche sich vom anglikanischen Bekenntnis entfernt haben. Die 39 Artikel waren recht weitgehend ev.-reformiert geprägt. Und der Katholizismus kennt im Gegensatz zu konservativen ev. Kirchen Frauengemeindegottesdienstpredigt und Frauen in mancherlei kirchlichen Führungspositionen. Hier liegt viel Ähnlichkeit zum Linksprotestantismus. Die katholische Rechtfertigungslehre (ETWA: Nichtchristen können in den Himmel kommen) ist heute das größte Problem, das "Rom" wahrer Ökumene mit ev. Kirchen (im Sinne der Reformation) entgegenstellt.

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