Samstag • 25. März
Ex-Weltbankberater
24. Februar 2017

Der Euro führt in die Katastrophe

Der britische Wirtschaftswissenschaftler Michael Schluter. Foto: idea/kwerk.eu
Der britische Wirtschaftswissenschaftler Michael Schluter. Foto: idea/kwerk.eu

Nürnberg (idea) – Der Euro führt den Kontinent direkt in eine Katastrophe. Diese These vertrat der britische Wirtschaftswissenschaftler Michael Schluter (Cambridge) am 24. Februar auf dem Kongress christlicher Führungskräfte in Nürnberg. Die Währungsunion habe zu wirtschaftlicher Ungleichheit, hohen Schulden und massenhafter Jugendarbeitslosigkeit geführt. Sie zerstöre vor allem die Volkswirtschaften der südlichen Mitgliedsländer. Das sorge für schlechte Beziehungen bis hin zu Hass in den Staaten der Eurozone. Schluter, früher unter anderem Berater der Weltbank in Ostafrika, empfahl Deutschland deshalb, das „Projekt Euro“ zu beenden. Aufgrund seiner wirtschaftlichen und politischen Stärke sei das Land dazu in der Lage. Da Deutschland größter Gläubiger Griechenlands sei, bezeichnete Schluter die Beziehungen der beiden Staaten als besonders problematisch. Die Höhe der Schulden und die Unnachgiebigkeit Deutschlands hinsichtlich eines Schuldenerlasses erinnerten ihn an das biblische Gleichnis vom unbarmherzigen Gläubiger (Matthäus 18,23-35): „Deutschland hält Griechenland in Sklaverei“, so Schluter.

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Keine Belohnung ohne Verantwortung

Unternehmern empfahl Schluter, ihre Firmen beziehungsorientiert zu führen. Das bedeute, dass alle Interessensgruppen berücksichtigt werden müssten. Dazu gehörten vor allem Mitarbeiter und Kunden, aber auch Mitbewerber und staatliche Stellen. Der Zweck des Unternehmens müsse breiter aufgestellt sein als das reine Aktionärsinteresse. Daraus leitete Schluter ein Motto für rechtschaffene Unternehmen ab: „Keine Belohnung ohne Verantwortung. Keine Investition ohne Beteiligung. Kein Gewinn ohne Mitwirkung.“

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