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Gynäkologe
20. März 2018

Abtreibungsärztin Hänel verbreitet Falschinformationen

Der Gynäkologe Michael Kiworr. Foto: Privat
Der Gynäkologe Michael Kiworr. Foto: Privat

Mannheim/Gießen (idea) – Der Gynäkologe Michael Kiworr (Mannheim) hat der Abtreibungsärztin Kristina Hänel (Gießen) vorgeworfen, Falschinformationen und ein irreführendes Bild zu verbreiten. Zum Hintergrund: Das Amtsgericht Gießen hatte Hänel im November zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt, weil sie auf der Internetseite ihrer Praxis über Abtreibungen informiert und geworben hatte. Gemäß Paragraf 219a StGB macht sich strafbar, wer „seines Vermögensvorteils wegen (...) Dienste zur Vornahme eines Schwangerschaftsabbruchs (...) anbietet, ankündigt oder anpreist“. Im Nachrichtendienst Twitter veröffentlichte Hänel am 12. März ein Bild, das nach ihren Angaben „eine Fruchtblase in der 7. SSW (Schwangerschaftswoche)“ zeigt. Dazu schrieb sie: „Bitte erinnert die Presse daran, dass sie sich nicht mit den sogenannten Abtreibungsgegnern gemein machen soll, indem sie immer wieder deren Bilder zeigt. Niemand sieht mit bloßem Auge einen Embryo in der 7. SSW.“ Auf dem Bild ist ein etwa vier Zentimeter langes, weißes, glänzendes Gebilde zu sehen.

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Kiworr: In der siebten Woche sind Augen, Hände und Füße zu erkennen

Laut Kiworr zeigt das Foto möglicherweise nur eine Fruchtblase ohne sichtbaren Embryo oder einen Embryo „nach einer nicht intakten Fehlgeburt oder einer Abtreibung“. Da Hänel im gynäkologischen Bereich überwiegend Abtreibungen durchführe und damit „leider überwiegend nur abgetriebene, zerstückelte Embryonen und Feten, aber kaum lebende Embryonen zu Gesicht bekommt“, sei ihr dieses Bild vielleicht vertrauter. Es spiegle aber keinesfalls das tatsächliche Spektrum von lebenden Embryonen wieder. Die Aussage, dass man einen Embryo in der siebten Schwangerschaftswoche nicht mit bloßem Auge erkennen könne, sei falsch. „Jeder Facharzt für Gynäkologie und Embryologe kann aus eigener Berufserfahrung das Gegenteil sagen“, so Kiworr. Problematisch sei, dass Hänel nicht die Art der Berechnung der Schwangerschaftswoche angebe. Sie könne sowohl nach dem tatsächlichen Lebensalter des Embryos nach der Befruchtung als auch nach der letzten Periode der Schwangeren erfolgen. Im ersten Fall sei der Embryo in der siebten Woche acht Millimeter, im zweiten Fall bereits zwei Zentimeter lang. Auf jeden Fall habe zu diesem Zeitpunkt das Herz des Kindes begonnen zu schlagen. Augenanlage sowie Hand- und Fußteller seien mit bloßem Auge zu erkennen. Wenn mit der siebten Schwangerschaftswoche die Berechnung nach der letzten Periode gemeint sei, könne man bei dem Embryo bereits „komplett ausgebildete Arme und Beine sowie Augen und Ohren mühelos erkennen“.

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