Dienstag • 23. Mai
Manchester
23. Mai 2017

Christen rufen nach Anschlag zu Gebeten auf

Die Konzertbesucher und Opfer des Anschlags, Vikki Baker und ihre dreizehnjährige Tochter Charlotte umarmen sich vor der Manchester Arena. Foto: picture-alliance/abaca
Die Konzertbesucher und Opfer des Anschlags, Vikki Baker und ihre dreizehnjährige Tochter Charlotte umarmen sich vor der Manchester Arena. Foto: picture-alliance/abaca

Manchester (idea) – Nach dem tödlichen Bombenanschlag im nordenglischen Manchester haben Vertreter von Kirchen und christlichen Organisationen zum Gebet für die Opfer und deren Angehörige aufgerufen. Bei einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande am 22. Mai hatte sich nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. 23 Personen – vor allem Kinder und Jugendliche – wurden getötet, rund 60 verletzt. Auch der Attentäter ist unter den Toten. Paul Keeble von der christlichen Organisation „Urban Presence“ sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, es seien speziell ausgebildete Seelsorger im Einsatz. Sie sprächen mit Verletzten und Angehörigen von Opfern. Keeble: „Ich habe Pastoren gesehen, die mit Betroffenen auf der Straße beteten.“ Zudem hätten die meisten Kirchen ihre Türen geöffnet. Keeble rief auch die Christen in Deutschland zur Fürbitte für die Opfer und ihre Angehörigen auf.

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Anglikanische Bischofskonferenz: Eine „barbarische“ Tat

Die katholische Bischofskonferenz von England und Wales teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, ihre Gedanken seien bei jenen, die bei der „entsetzlichen Attacke“ getötet und verletzt wurden: „Wir beten für die Familien, Freunde und alle Betroffenen.“ Die anglikanische Kirche von England zeigt sich in einer Erklärung schockiert über die „barbarische“ Tat. Die Generalsekretärin des britischen Baptistenbundes, Lynn Green (Didcot), schrieb im Sozialen Netzwerk Facebook, sie bete, dass sich nun alle friedliebenden Menschen gemeinsam der Finsternis widersetzten.

EKD-Ratsvorsitzender ist entsetzt

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), zeigte sich in einer Erklärung „entsetzt“: „Junge Menschen haben ein Konzert besucht. Sie haben gesungen und gefeiert. Und wurden dann Opfer einer brutalen Gewalttat. Wir alle können mitfühlen und ahnen, was es heißt, einen Sohn oder eine Tochter zu verlieren.“ Er bete für die Opfer und ihre Angehörigen, so Bedford-Strohm. Auch der Vorsitzende des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland, Burhan Kesici (Berlin), verurteilte den Anschlag: „Mein Mitgefühl ist bei den Opfern und Verletzten. Die hinterlistige und menschenverachtende Tat richtete sich gegen Kinder und Jugendliche, die Schwächsten in der Gesellschaft.“

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