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USA
20. Dezember 2017

Amerikanerin bringt Baby zur Welt, das 24 Jahre eingefroren war

Eine tiefgefrorene Probe mit embryonalen Stammzellen wird aus flüssigem Stickstoff geholt. Foto: picture-alliance/AP Photo
Eine tiefgefrorene Probe mit embryonalen Stammzellen wird aus flüssigem Stickstoff geholt. Foto: picture-alliance/AP Photo

Nashville (idea) – In den USA hat eine junge Frau ein Baby zur Welt gebracht, das fast ein Vierteljahrhundert eingefroren war. Ärzte hatten ihr den Embryo im März eingepflanzt, weil sie auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen kann. Wie der Fernsehsender CNN meldete, kam Emma Wren Gibson am 25. November im US-Bundesstaat Tennessee zur Welt. Laut dem Sender gilt das Mädchen als der älteste gefrorene Embryo, der je zu einer erfolgreichen Geburt geführt hat. Wissenschaftler hatten das Baby 1992 einfrieren lassen. „Dieser Embryo und ich, wir hätten beste Freunde sein können“, wird die 26-jährige Mutter Tina Gibson zitiert. Denn als er eingefroren wurde, war sie selbst noch ein Baby. Sie sei unfassbar dankbar für ihre Tochter. Sie sei ein „wertvolles Weihnachtsgeschenk“. Laut CNN stammte der Embryo von einer anonymen Spenderin.

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Treffen Christlicher Lebensrecht-Gruppen: Gut, dass das Kind leben darf, aber...

Für den Vorsitzenden des Treffens Christlicher Lebensrecht-Gruppen, Hartmut Steeb (Stuttgart), ist diese Geburt einerseits Grund zur Freude, andererseits zur Sorge. „Dass das eingefrorene Kind nicht getötet wurde, sondern jetzt leben darf, ist ein großes Geschenk für diesen Menschen“, sagte er auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Für alle noch eingefrorenen Kinder sollten rasch Adoptiveltern gesucht werden: „Adoption ist immer die bessere Option als Gefrierschrank oder Tötung.“ Allerdings fröstele ihn die menschliche Kälte, Menschen einzufrieren: „Menschen sind doch keine Ware, die man wie Lebensmittel einsalzt oder einfriert.“ Es sei gut, dass das 1990 einstimmig beschlossene deutsche Embryonenschutzgesetz so etwas verbiete.

Steeb: „Finger weg vom deutschen Embryonenschutzgesetz“

Weil es aber auch hierzulande politische und wirtschaftliche Bemühungen gebe, diese Regelung zu lockern, sei der Fall aus den USA ein guter Anlass zur Ermahnung: „Finger weg vom weltbesten deutschen Embryonenschutzgesetz.“ Menschliche Natürlichkeit dürfe nicht manipuliert werden. Kinder seien Geschenke Gottes. Es gebe kein Recht auf eigenen Nachwuchs. Aber jedes Kind habe ein Recht auf seine natürliche Mutter und seinen natürlichen Vater. Alle Versuche das aufzulösen seien kinderfeindlich, weil sie mindestens deren seelische Gesundheit beeinträchtigten. Die Risiken und Nebenwirkungen seien nicht erforscht und dürften es auch nicht werden, weil Menschen keine „Versuchsobjekte“ seien. Steeb: „Das wäre im Höchstmaß Kindesmissbrauch.“

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