Donnerstag • 19. April
Nigeria
15. April 2018

Unicef: Terrormiliz Boko Haram hat seit 2013 über 1.000 Kinder entführt

Die Eltern der noch immer vermissten 112 Chibok-Mädchen tragen schwer an dem Verlust ihrer Töchter. Trost finden sie durch die Hilfe der Kirchen und im Gebet. Foto: Open Doors Deutschland e.V.
Die Eltern der noch immer vermissten 112 Chibok-Mädchen tragen schwer an dem Verlust ihrer Töchter. Trost finden sie durch die Hilfe der Kirchen und im Gebet. Foto: Open Doors Deutschland e.V.

Abuja (idea) – In Nigeria hat die radikal-islamische Terrormiliz Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) seit 2013 über 1.000 Kinder entführt. Das meldet das Kinderhilfswerk Unicef. Anlass war der vierte Jahrestag der Entführung von 276 Mädchen in der Stadt Chibok im Nordosten des Landes am 14. April 2014. Mehr als 100 Mädchen seien bis heute in der Gewalt der Terrormiliz. Für den Leiter von Unicef Nigeria, Mohamed Malick Fall (Abuja), ist es eine Erinnerung daran, dass Kinder im Nordosten Nigerias in „schockierend hoher Zahl Opfer von Angriffen werden“. Der jüngste Überfall auf eine Schule in dem Dorf Dapchi (Bundesstaat Yobe) zeige, dass es kaum noch sichere Orte für sie in der Region gebe: „Die wiederholten Angriffe auf Kinder in Schulen sind völlig skrupellos.“ Das Klassenzimmer müsse ein Ort sein, an dem sie sicher seien. In Dapchi waren am 19. Februar bei einem Überfall auf eine Mädchenschule 111 Mädchen verschleppt worden. 105 kamen im März wieder frei, fünf starben. Ein Mädchen, Leah Sheribu, befindet sich weiterhin in der Gewalt der Terroristen, weil sie sich weigert, ihrem christlichen Glauben abzuschwören.

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Anglikanischer Erzbischof: Alles für die Freilassung Leahs tun

Auch das geistliche Oberhaupt von über 80 Millionen Anglikanern, Erzbischof Justin Welby (London), äußerte sich besorgt über die zahlreichen Übergriffe. Bei einem Treffen am 12. April mit dem nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari in London forderte Welby ihn auf, „das Vertrauen in die Neutralität des nigerianischen Staates wiederherzustellen“ und alles für die Freilassung Sheribus zu tun. Buhari antwortete, dass der Fall des Mädchens „in aller Stille“ geregelt werde. Das Rote Kreuz und andere internationale Organisationen seien bereits damit betraut. Die Terrorgruppe Boko Haram kämpft seit knapp acht Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 20.000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, 2,6 Millionen durch die Gewalt in die Flucht getrieben. Von den 177 Millionen Einwohnern sind etwa 51 Prozent Muslime und 48 Prozent Kirchenmitglieder.

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