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Opfer von Boko Haram
24. September 2017

Ich habe den Terroristen vergeben

Die nigerianische Christin Rebeca Bitrus hat Ihren Entführern vergeben. Foto: ACN España
Die nigerianische Christin Rebeca Bitrus hat Ihren Entführern vergeben. Foto: ACN España

Maiduguri/Madrid (idea) – Eine nigerianische Christin hat mit ergreifenden Aussagen über ihre Gefangenschaft bei der islamischen Terrororganisation „Boko Haram“ (Westliche Bildung ist Sünde) berichtet. Obwohl sie von den Islamisten schwer misshandelt wurde, sagte Rebeca Bitrus nach ihrer erfolgreichen Flucht: „Ich habe den Terroristen vergeben.“ Die in der nordnigerianischen Kleinstadt Baga (Bundesstaat Borno) lebende 24-jährige schwangere Katholikin war im August 2014 gemeinsam mit ihrem Ehemann und den Söhnen Zechariah und Jonathan vor den Kämpfern geflohen. Während ihr Mann entkommen konnte, seien sie und die Kinder gefangen genommen worden. Aufgrund der tagelangen Strapazen auf dem Weg zum Boko-Haram-Lager habe sie ihr Baby bei einer Frühgeburt verloren. Die Islamisten hätten sie zwingen wollen, Muslima zu werden. Doch sie habe sich geweigert. Sie sei dann mit einem Kämpfer verheiratet worden, habe aber Sex mit ihm abgelehnt. Daraufhin sei sie brutal verprügelt und ihre Zähne seien teilweise rausgeschlagen worden. Ihren jüngsten Sohn Jonathan warfen die Islamisten ihr zufolge zur Strafe in einen See und ließen ihn ertrinken.

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„Ich liebe dich, Herr Jesus“

Daraufhin gab Bitrus äußerlich den Widerstand auf. Die Terroristen zwangen sie, fünf Mal am Tag aus dem Koran zu zitieren und in Richtung Mekka zu beten. In ihrem Herzen habe sie aber stattdessen immer gebetet: „Ich liebe dich, Herr Jesus.“ Infolge der Vergewaltigungen durch ihren islamistischen „Ehemann“ sei sie erneut schwanger geworden. Nach mehr als zwei Jahren sei es ihr gelungen, zusammen mit ihrem Sohn Zechariah und dem Neugeborenen zu fliehen. Wochenlang sei sie herumgeirrt, bis sie zurück in ihre Heimat gefunden habe. Nun lebe sie in einem Flüchtlingscamp in Maiduguri (Borno). Dank der Hilfe durch die katholische Kirche hätten sie und ihr Ehemann wieder zueinander gefunden, so Bitrus. Er habe auch das durch die Vergewaltigung gezeugte Kind akzeptieren können. Die junge Frau unterstützt jetzt eine Spendenkampagne des internationalen katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“, das sich um Opfer von Boko Haram kümmert. Mitte September stellte sie die Aktion bei einer Veranstaltung des Werks in Madrid vor. 48 Prozent der 177 Millionen Einwohner Nigerias sind Kirchenmitglieder, 51 Prozent Muslime.

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