Dienstag • 22. Mai
Türkei
15. Mai 2018

Menschenrechtler kritisieren türkischstämmige Fußballnationalspieler

Auf seinem Trikot hatte der Fußballspieler Ilkay Gündogan geschrieben: „Mit Respekt für meinen Präsidenten.“ Foto: picture-alliance/AP Photo
Auf seinem Trikot hatte der Fußballspieler Ilkay Gündogan geschrieben: „Mit Respekt für meinen Präsidenten.“ Foto: picture-alliance/AP Photo

London/Frankfurt am Main (idea) – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat scharfe Kritik an den türkischstämmigen deutschen Fußballnationalspielern Mesut Özil (Arsenal London) und Ilkay Gündogan (Manchester City) geübt. Anlass ist ein Treffen der beiden mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in London. Dabei ließen sich die Fußballprofis mit dem Staatschef fotografieren und überreichten Trikots der englischen Vereine, bei denen sie spielen. Durch ihr Verhalten hätten sich Özil und Gündogan willig für die Image-PR des Politikers hergegeben, erklärte der Nahost-Referent der Menschenrechtsorganisation, Max Klingberg (Frankfurt am Main) gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Unter Erdogans Herrschaft entwickele sich die Türkei zu einer Diktatur. „Wenn Mitglieder der deutschen Nationalelf aus freien Stücken den aufwerten, der in der Türkei Demokratie und Freiheit abschafft, dann ist das zutiefst enttäuschend“, so Klingberg. Der Autor und Islamkritiker Hamed Abdel-Samad (München) kritisierte das Treffen auf seiner Facebook-Seite als Wahlkampfhilfe. In der Türkei finden am 24. Juni Präsidentschaftswahlen statt. Özil und Gündogan hätten bisher als Beispiele gelungener Integration in Deutschland gegolten. Ihre Unterstützung für Erdogan zeige, dass „nicht Sprache und sozialer Aufstieg die wichtigsten Voraussetzungen für Integration sind, sondern emotionale Verbundenheit und Identifikation mit dem Land, in dem man lebt.“ Ungeachtet der Debatte um die Fotos mit dem türkischen Präsidenten Erdogan gehören Özil und Gündogan wie erwartet zum vorläufigen Aufgebot des Deutschen Fußball-Bundes für die Weltmeisterschaft vom 14. Juni bis 15. Juli in Russland.

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