Dienstag • 21. November
Kauder an Christen
12. November 2017

Vor allem für verfolgte Glaubensgeschwister einsetzen

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder. Foto: idea/kwerk.eu
Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder. Foto: idea/kwerk.eu

Schwäbisch Gmünd (idea) – Christen sollten sich vor allem für verfolgte Glaubensgeschwister einsetzen. Dazu hat der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, am 12. November beim ökumenischen Kongress „Christenverfolgung heute“ in Schwäbisch Gmünd aufgerufen. Kauder – er ist Schirmherr der Veranstaltung – sagte, dass er in Berlin öfters von Politikern gefragt werde, ob er nicht sehe, dass auch andere Menschen verfolgt würden, etwa die muslimischen Rohingya in Myanmar. Das spreche er auch an, betonte Kauder, aber „unsere Verpflichtung als Christen ist, sich in erster Linie für unsere Glaubensgeschwister in der Welt einzusetzen“. Es mache Mut, dass überall auf der Welt, wo Christen bedrängt werden, die Kirchen in der Regel voller seien als in Deutschland. Die koptisch-orthodoxen Christen in Ägypten etwa müssten immer damit rechnen, dass auf sie beim Besuch der Gemeinde ein Anschlag verübt werde. Trotzdem sagten sie, so Kauder, dass sie sich nicht verstecken wollen.

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Christen reagieren nicht mit Hass auf Hass

Nach seinen Worten zufolge nimmt die Verfolgung von Christen weltweit zu. Man könnte deswegen glauben, dass sie einen Grund hätten, sich für das zu rächen, was ihnen angetan werde. Aber von Christen gehe für keine andere Religion Lebensgefahr aus: „Wir reagieren nicht mit Hass auf Hass und nicht mit Tod auf Tod.“ Christen dürften über niemanden den Stab brechen, aber sie dürften das Verhalten und die Handlungen jedes Einzelnen kritisch überprüfen und ansprechen.

Warnung vor dem politischen Islam

Ein Land, in dem die Situation für Christen schwieriger werde, sei beispielsweise Indien. Der Hinduismus erstarke, und die Einstellung wachse, dass nur Hindus „und sonst niemand“ ein Recht hätten, dort zu leben. Kauder warnte ferner vor einer Ausbreitung des politischen Islams in Asien. Indonesien etwa sei nie eine muslimische Republik gewesen: „Aber zunehmend wird der Druck größer.“ Der Entwicklung in Asien dürfe man nicht nur zusehen, sondern müsse sie kritisch ansprechen: „Wir akzeptieren und achten den Islam als eine Weltreligion, aber wir müssen uns mit dem politischen Islam auseinandersetzen, der etwas erreichen will, was ihm nicht zusteht.“ Christen sollten Religionsfreiheit einfordern und kritisieren, wenn das grundlegende Menschenrecht nicht gewährt werde. Er wünsche sich zudem, das Christen intensiver, fröhlicher und selbstbewusster über ihren eigenen Glauben redeten: „Wir haben allen Grund dazu.“ Veranstalter des Kongresses vom 12. bis 15. November mit rund 500 Teilnehmern sind das Christliche Gästezentrum Schönblick in Schwäbisch Gmünd und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) in Zusammenarbeit mit 35 evangelischen und katholischen Hilfswerken sowie Menschenrechtsorganisationen – so vielen wie noch nie.

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