Freitag • 20. Januar
Stuttgart
09. Januar 2017

Evangelikale Missionswerke melden 2.400 offene Stellen

An Deutschlands größter Fachmesse für Berufe in Mission und Entwicklungshilfe nahmen rund 4.500 vor allem junge Christen teil. Foto: nxtwphotos/Andreas Stein
An Deutschlands größter Fachmesse für Berufe in Mission und Entwicklungshilfe nahmen rund 4.500 vor allem junge Christen teil. Foto: nxtwphotos/Andreas Stein

Stuttgart (idea) – In vielen Teilen der Welt wird um Missionare aus Deutschland gebeten. Die Mitgliedswerke der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) haben im Augenblick 2.400 Stellen frei. Das wurde bei der Jugendmissionskonferenz (JuMiKo) am 8. Januar in Echterdingen bei Stuttgart bekanntgegeben. An Deutschlands größter Fachmesse für Berufe in Mission und Entwicklungshilfe nahmen rund 4.500 vor allem junge Christen teil. Großer Andrang herrschte bei den 104 Ausstellungsständen. Dabei konnten sich die Besucher über Einsatzmöglichkeiten sowohl im Ausland als auch in Deutschland informieren. Gesucht würden vor allem Landwirte, Lehrer, Bauingenieure, Erzieherinnen, Ärzte und Krankenschwestern, aber auch Fachkräfte aus dem Bereich erneuerbare Energien seien sehr gefragt. Wie der Direktor der Entwicklungsdienste „Christliche Fachkräfte International“ und „Hilfe für Brüder“, Ulrich Weinhold (Stuttgart), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, sind auch Mitarbeiter nötig, die Afrikaner ausbildeten. Die Missionare müssten „offen sein für andere Kulturen und Gott fest vertrauen“. Laut Weinhold wollen mögliche Mitarbeiter verstärkt frühzeitig und konkret über ihre Einsätze informierte werden. Außerdem sinke die Dauer des Auslandsdienstes immer mehr, so der Konferenzleiter.

ANZEIGE

Das Kreuz beleidigt den Stolz und den Egoismus

In rund 25 Bibelarbeiten und Seminaren riefen Referenten dazu auf, sich für Gott weltweit einzusetzen. Der JuMiKo-Initiator und Gründer der Entwicklungsdienste Christliche Fachkräfte International und Hilfe für Brüder, Pfarrer Winrich Scheffbuch (Stuttgart), bezeichnete es als wichtigsten Auftrag der Christen, Jesus in der Welt bekanntzumachen. Er sei auf die Welt gekommen, um den Menschen Vergebung der Sünden und Frieden mit Gott anzubieten. Das Kreuz beleidige den Stolz und den Egoismus des Menschen, da es deutlich mache, dass niemand ohne Jesus vor Gott bestehe könne.

Ulrich Parzany: Wir benötigen Glaubenslehre

Für den früheren proChrist-Hauptredner und Leiter des Netzwerks Bibel und Bekenntnis, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel), haben Christen den Auftrag, über Jesus zu informieren und zu ihm einzuladen. Danach bestehe das Glaubensleben aus einem Lernprozess. In der alten Kirche habe der Katechumenat (Glaubensunterricht) zwei bis drei Jahre gedauert. Das sei heute wieder aktuell. Parzany: „Die Menschen wissen heute fast nichts von der Bibel. Wenn sie zum Glauben an Jesus gekommen sind, benötigen sie intensive biblische Unterweisung, aber auch praktische Anwendung der biblischen Lehre im Leben.“ Die Vertreter der Postmoderne verachteten die Lehre, weil es nach ihrer Meinung keine Wahrheit gebe. Viele hielten zudem den Glauben für ein Gefühl. „Da müssen wir gegenhalten.“

Muslimen freundlich das Evangelium weitersagen

Der Wissenschaftliche Referent am Institut für Islamfragen der Evangelischen Allianz, Carsten Polanz (Bonn), rief die Besucher dazu auf, Muslimen zuallererst als Mitmenschen und nicht als Anhänger eines Glaubens zu begegnen. Das bedeute auch, „dass wir trotz aller berechtigten Kritik an vorherrschenden Islamauslegungen differenzieren lernen zwischen traditionellen, missionarischen, aggressiven, säkularen, liberalen und suchenden Muslimen.“ Der Islamwissenschaftler ermutigte, Muslime einzuladen, ihnen zuzuhören und für sie zu beten. „Lebe so, dass sie nach dem Grund deiner einzigartigen Hoffnung fragen. Und sei bereit, von deinem Glauben freundlich und respektvoll zu erzählen“, sagte Polanz.

Von verfolgten Christen lernen

Nach Ansicht des Leiters der Hilfsaktion Märtyrerkirche, Pastor Manfred Müller (Uhldingen am Bodensee), könnten Gemeinden in Deutschland wieder wachsen, wenn sie von den verfolgten Christen lernen würden, ihren Glauben mutiger zu bekennen. Der Theologe ermutigte die Besucher, sich von Gott führen zu lassen – auch auf Wegen, die einem zunächst nicht gefielen, weil sie unter Umständen auch gefährlich sein könnten. Müller: „Wir haben kein bequemes Leben verheißen bekommen, aber die Zusage, dass Gott immer bei uns ist.“ Wenn man ein erfülltes und gesegnetes Leben wolle, müsse man sich ganz Jesus hingeben.

Gott ist kein Navigationsgerät

Dem Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell, Prof. Volker Gäckle (Bad Liebenzell/Nordschwarzwald), zufolge erfährt man Gottes Willen, indem man in der Bibel liest und auf den Heiligen Geist hört. Gott sei dabei aber kein Navigationsgerät, das an jeder Wegkreuzung den bequemsten und schnellsten Weg aufzeige. Vielmehr könne man sowohl von Jesus als auch von dem Apostel Paulus lernen, dass das Befolgen von Gottes Willen oft bedeute, Schwierigkeiten durchschreiten zu müssen.

Lasst eure Bedenken los!

Der Vorsitzende der württembergischen „ChristusBewegung Lebendige Gemeinde“, Dekan Ralf Albrecht (Nagold/Nordschwarzwald), nannte es ein „verbrieftes Menschenrecht“, dass jeder die beste Botschaft der Welt erfährt. Gott begabe die Christen und fordere sie auf, ihre Bedenken loszulassen. „Zeig dich! Mach dich erkennbar in der Schule und im Büro!“ Zum Abschluss der Jugendmissionskonferenz wurden rund 80 Kurz- und Langzeitmissionare nach Afrika, Asien und Südamerika sowie Ost- und Westeuropa ausgesandt. Veranstalter der JuMiKo ist die „Lebendige Gemeinde – ChristusBewegung in Württemberg“ in Zusammenarbeit mit Gemeinschafts- und Jugendverbänden, Bibelschulen sowie evangelikalen Missionswerken.

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser sieben Tage kommentiert werden.

7 Kommentare
Kommentare sind ausgeblendet.
Zum Einblenden der Kommentare hier klicken.
Diese Woche lesen Sie
  • Weltwirtschaftsforum „Der Zustand der Welt ist nicht so schlecht, wie er oft gemacht wird“
  • US-Präsident Reiche: Warum ich Trump für gefährlich halte
  • ideaSpezial Mit Werten führen
  • Pro und Kontra Ist es besser, frei zu beten?
  • Partnersuche Single-Tag: „Das wird mir nie passieren“
  • mehr ...
ANZEIGE