Montag • 26. Juni
„Hass auf Juden“
14. Juni 2017

„Brot für die Welt“ weist Vorwürfe zurück

In der Dokumentation kritisieren die Filmemacher Joachim Schröder und Sophie Hafner auch zahlreiche im kirchlichen Umfeld agierende Nichtregierungsorganisationen. Ein Beispiel sei „Brot für die Welt“. Screenshot: bild.de
In der Dokumentation kritisieren die Filmemacher Joachim Schröder und Sophie Hafner auch zahlreiche im kirchlichen Umfeld agierende Nichtregierungsorganisationen. Ein Beispiel sei „Brot für die Welt“. Screenshot: bild.de

Berlin (idea) – Die evangelische Hilfsaktion „Brot für die Welt“ (Berlin) hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie setze sich einseitig für Palästinenser ein. Hintergrund ist die für die Fernsehsender Arte und WDR produzierte Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“. Die beiden Sender wollen den Streifen aber wegen „handwerklicher Bedenken“, wie es hieß, nicht ausstrahlen. Daraufhin zeigte das Internetportal bild.de den 90-minütigen Film am 13. Juni online. In der Dokumentation kritisieren die Filmemacher Joachim Schröder und Sophie Hafner auch zahlreiche im kirchlichen Umfeld agierende Nichtregierungsorganisationen, die sich „notorisch“ dem Wohl der Palästinenser widmeten. Ein Beispiel sei „Brot für die Welt“. Die Aktion habe zwischen 2013 und 2015 rund 800.000 Euro an die israelische Nichtregierungsorganisation „B’tselem“ überwiesen. Sie ist umstritten, weil sie Israels Regierung „Apartheid und Nazi-Methoden“ vorwirft. Für „Brot für die Welt“ endet nach eigenen Angaben jede Förderung, „wenn das Existenzrecht Israels nicht anerkannt wird, zum Boykott von Waren aus Israel aufgerufen oder Antisemitismus geäußert wird“. In der Dokumentation werde ein Fall aus dem Jahr 2014 aufgegriffen, bei dem ein Mitarbeiter in einem Interview den Holocaust leugnete. Er sei daraufhin sofort entlassen worden. Man sei überzeugt, dass „B’tselem“ die Fördervorgaben von „Brot für die Welt“ achte: „Deswegen setzen wir die Zusammenarbeit fort.“ Die Organisation sei zudem 2014 mit einem Menschenrechtspreis einer schwedischen Anwältevereinigung ausgezeichnet worden.

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Filmemacher: UN-Flüchtlingswerk für die Palästinenser hat ein Budget von 1,36 Milliarden Euro

Laut den Filmemachern bekommt weltweit niemand mehr Entwicklungshilfegeld pro Kopf als die 4,6 Millionen Palästinenser in der Westbank und im Gazastreifen. Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen für die Palästinenser habe ein Jahresbudget von 1,36 Milliarden Euro. Ein Großteil davon versickere aber über korrupte Kanäle. Seriösen Schätzungen zufolge zahlten zudem die Europäische Union, europäische Regierungen, Kirchen und UN-Organisationen jährlich rund 100 Millionen Euro an Nichtregierungsorganisationen, die gegen Israel agitierten.

Frankreich: Immer mehr Juden wandern nach Israel aus

Die Dokumentation zeigt ferner Demonstrationen gegen Juden in europäischen Städten. So gingen während des Gaza-Kriegs 2014 Tausende – vor allem Muslime – in Berlin, Frankfurt und Essen auf die Straße und skandierten Hassparolen gegen Israel: „Tod den Juden“, „Tod Israel“ und „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein“. In der Pariser Vorstadt Sarcelles, wo 13.000 Juden bislang friedlich mit Christen und Muslimen zusammenlebten, verbreiteten ebenfalls 2014 Algerier einen Aufruf: „Palästina, kommt ausgerüstet mit Mörsern, Feuerlöschern, Knüppeln. Wir nehmen uns das Judenviertel vor.“ 3.000 Demonstranten zogen daraufhin zur Synagoge und griffen sie an. Seitdem lebten jugendliche Juden in Sarcelles in Angst. Nach Worten des Bürgermeisters wanderten inzwischen immer mehr Juden nach Israel aus.

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