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„Gefangener des Monats Oktober“
30. September 2012

Der Iran soll verurteilten Pastor freilassen

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den iranischen Pastor Farshid Fathi benannt und zu seiner Unterstützung aufgerufen. Der 32-jährige Leiter einer Untergrundgemeinde – er war vor seinem Übertritt zum Christentum Muslim – wurde im Dezember 2010 in Teheran verhaftet. Im April 2012 verurteilte ihn das Islamische Revolutionsgericht zu sechs Jahren Haft wegen „Aktionen gegen die Staatssicherheit, Kontaktaufnahme zu ausländischen Organisationen und religiöser Propaganda“. Im März 2011 boten die Behörden der Familie an – Fathi ist verheiratet und Vater von zwei Kindern –, ihn gegen eine Kaution von umgerechnet rund 155.000 Euro freizulassen. Trotz Zahlung des unter großen Mühen aufgebrachten Betrages und der Zusage der Gefängnisleitung, Fathi aus der Haft zu entlassen, kam es nicht dazu. Die Kaution wurde nicht zurückerstattet. Zur Begründung hieß es, dass im Islam jegliches Eigentum von Nichtmuslimen als „Raub an der Ummah“ (religiöse Gemeinschaft der Muslime) gelte und damit „unrechtmäßig“ sei und „re-islamisiert“ werden müsse. Die IGFM und idea rufen dazu auf, die iranische Führung um Freilassung des Christen zu bitten. Der Iran habe den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert und bekenne sich öffentlich dazu. Die Verfolgung von Konvertiten wie Fathi sei ein Bruch dieses Vertrages. Anfang September war der im Iran zum Tode verurteilte Pastor Youcef Nadarkhani nach dreijähriger Inhaftierung überraschend freigelassen worden. Für ihn hatten sich führende deutsche Politiker und Kirchenvertreter eingesetzt. Von den 74,2 Millionen Einwohnern Irans sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.

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