Mittwoch • 20. Juni
Datenschutzbeauftragter
30. Mai 2018

Gottesdienstübertragungen sind auch weiterhin erlaubt

Auch nach Inkrafttreten der neuen europäischen Datenschutzverordnung sind Liveübertragungen von Gottesdiensten und kirchlichen Veranstaltungen erlaubt. Foto: picture-alliance/dpa
Auch nach Inkrafttreten der neuen europäischen Datenschutzverordnung sind Liveübertragungen von Gottesdiensten und kirchlichen Veranstaltungen erlaubt. Foto: picture-alliance/dpa

Chemnitz (idea) – Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen können auch weiterhin trotz der neuen europäischen Datenschutzbestimmungen (DSGVO) im Rundfunk, auf YouTube oder im Livestream auf der Internetseite von evangelischen Kirchengemeinden übertragen werden. Das teilte der Datenschutzbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Pierre Große (Chemnitz), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf Anfrage mit. Zuvor hatte das (katholische) Erzbistum Freiburg angekündigt, Gottesdienste aus dem Freiburger Münster nicht mehr live zu übertragen. Man sei unsicher, ob das „datenschutzrechtskonform“ sei, wenn keine eindeutige Zustimmung der Abgebildeten vorliege. Laut Große ist die Aufzeichnung und Übertragung bei Einhaltung bestimmter Vorgaben mit dem neuen Kirchengesetz über den Datenschutz der Evangelischen Kirche in Deutschland (DSG-EKD) abgedeckt. Darin heißt es: „Die Aufzeichnung oder Übertragung von Gottesdiensten oder kirchlichen Veranstaltungen ist datenschutzrechtlich zulässig, wenn die Teilnehmenden durch geeignete Maßnahmen über Art und Umfang der Aufzeichnung oder Übertragung informiert werden.“

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Bereits im Vorfeld informieren

Laut Große sollte die Information in den Kirchengemeinden am besten bereits im Vorfeld über eine Abkündigung in den Kirchennachrichten oder dem Aushang geschehen. „Jeden Einzelnen am Eingang der Kirche mit Quittung bestätigen zu lassen, dass er mit der Aufzeichnung einverstanden ist, würde doch etwas zu weit führen“, so der Experte. Laien empfiehlt er, bei den Aufnahmen „mit großem Fingerspitzengefühl und der nötigen Sorgfaltspflicht vorzugehen“. Vorbild sei hier die Herangehensweise der öffentlich-rechtlichen Sender: „Sie würden beispielsweise niemals eine betende Person in Vollansicht zeigen.“ Laut Große stellt die EKD-Regelung „eine äußerst pragmatische Lösung dar – obwohl sie juristisch nicht unumstritten ist“. Das novellierte Kirchengesetz über den Datenschutz der EKD trat am 23. Mai in Kraft.

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