Freitag • 20. Januar
Taizé-Treffen
02. Januar 2017

15.000 junge Christen gingen mit Gebet ins neue Jahr

15.000 junge Menschen stellten beim Taizé Treffen in Riga Jesus in den Mittelpunkt. Foto: picture-alliance/Pacific Press
15.000 junge Menschen stellten beim Taizé Treffen in Riga Jesus in den Mittelpunkt. Foto: picture-alliance/Pacific Press

Riga (idea) – Mit Gebeten und christlichen Liedern haben rund 15.000 junge Menschen den Jahreswechsel in der lettischen Hauptstadt Riga begangen. Sie waren Teilnehmer des fünftägigen Europäischen Jugendtreffens der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, das jedes Jahr in einer anderen Stadt durchgeführt wird. Die größte Gruppe stellten 4.500 Christen aus Polen. Das Treffen, das erstmals in einem baltischen Land veranstaltet wurde, stand unter dem Motto „Gemeinsam Wege der Hoffnung öffnen“. Der Prior der Gemeinschaft von Taizé, der deutsche Katholik Alois Löser, rief dazu auf, Jesus Christus immer wieder neu in den Mittelpunkt des eigenen Lebens zu stellen und einen einfachen Lebensstil zu pflegen. Dieser sei eine Quelle der Freiheit und der Freude. Bruder Alois zog ein positives Fazit des Treffens. Es habe gezeigt, dass sich die Jugendlichen ein weiteres Zusammenwachsen Europas wünschten. In einer Botschaft zum neuen Jahr erklärte er: „Es ist höchste Zeit, dass die Menschen in den westlichen Ländern ihre Angst vor Fremden und vor anderen Kulturen überwinden und sich entschlossen daranmachen, ihr Gemeinwesen so umzugestalten, dass es den Zuwanderern entgegenkommt.“ Der Zustrom von Flüchtlingen bringe große Herausforderungen mit sich, aber er könne für Europa auch eine Gelegenheit sein, noch offener und solidarischer zu werden.

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Lutherischer Erzbischof Vanags: Ein „wunderbares Ereignis“

Kirchenleiter in Lettland würdigten das Jugendtreffen. Der Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands, Janis Vanags, sprach von einem „wunderbaren Ereignis“ in Riga und erinnerte an die Gastfreundschaft, die lettische Jugendliche in Taizé erfahren hätten. Sein katholischer Kollege Zbignevs Stankieviczs begrüßte, dass die ökumenische Gemeinschaft Brücken zwischen Konfessionen, Völkern und Ländern baue. Papst Franziskus hatte eine Grußbotschaft an die Teilnehmer gerichtet. Er rief sie angesichts von Gewalt und Unrecht auf, „in Wort und Tat zu zeigen, dass das Böse nicht das letzte Wort in der Geschichte hat“. Mit Jesus Christus als dem „treuen Freund“, der sie nie enttäuschen werde, könnten sie mit Freude der Zukunft entgegengehen sowie ihre Talente und Fähigkeiten zum Wohle aller entfalten.

Bruder Alois: Begegnungen in Taizé führen in die Mitte des Evangeliums

Zur Kommunität von Taizé bei Cluny (Burgund) gehören heute rund 100 Männer verschiedener Konfessionen aus über 25 Ländern. Sie ist bekannt für ihren einfachen Lebensstil und ihre meditativen, eingängigen Gesänge. Die Gemeinschaft veranstaltet seit 1978 jedes Jahr über Silvester ein Großtreffen in einer europäischen Großstadt. Ihr Gründer war der reformierte Schweizer Pfarrer Roger Schutz (1915–2005). Er wurde vor elf Jahren von einer Frau während des Abendgebets in Taizé erstochen. Sein Nachfolger ist der 62-jährige Löser. Zur Begegnung von Jugendlichen in Taizé sagte er gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: „Dieses Zusammenkommen weckt eine neue Dynamik, die die Jugendlichen dann in die Mitte des Evangeliums führt.“ Dies sei für den Reformator Martin Luther (1483–1546) das Entscheidende gewesen. Das nächste europäische Taizé-Jugendtreffen wird zum Jahreswechsel 2017/18 in Basel stattfinden. Vor einem Jahr hatten rund 25.000 junge Christen im spanischen Valencia teilgenommen.

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