Dienstag • 12. Dezember
Oppermann
15. November 2017

Es gibt verschiedene Wege zu Gott

Der frühere Vorsitzende der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Thomas Oppermann. Foto: thomasoppermann.de
Der frühere Vorsitzende der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Thomas Oppermann. Foto: thomasoppermann.de

Bonn (idea) – Der frühere Vorsitzende der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Thomas Oppermann, hat das Nein des EKD zur Judenmission begrüßt. „Ich halte es für die richtige Entscheidung zu sagen, dass es verschiedene Wege zu Gott gibt“, sagte er am 14. November bei einem Empfang der SPD am Rande der EKD-Synode in Bonn. Zum Hintergrund: Im vergangenen Jahr hatte das Kirchenparlament in einer einstimmig verabschiedeten „Kundgebung“ eine christliche Mission unter Juden abgelehnt. Darin heißt es, Christen seien ungeachtet ihrer Sendung in die Welt nicht berufen, Israel davon zu überzeigen, dass der Weg zu Gottes Heil nur über den Juden Jesus Christus führe: „Alle Bemühungen, Juden zum Religionswechsel zu bewegen, widersprechen dem Bekenntnis zur Treue Gottes und der Erwählung Israels.“ Oppermann äußerte sich ferner zum 500-jährigen Reformationsjubiläum. Die EKD habe es genutzt, um „den protestantischen Glauben populär zu machen“, ohne „kritischen Punkten“ auszuweichen.

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Die sechs Millionen AfD-Wähler nicht ausnahmslos in die rechte Ecke stellen

Der Politiker ging auch auf die AfD ein. Viele Bürger sähen mit Sorge, „dass erstmals wieder Menschen im Reichstagsgebäude sitzen, die offen rassistische und nationalistische Positionen vertreten“. Das sei keine einfache Situation. Er rate dennoch dazu, mit der nötigen Gelassenheit zu reagieren. Wo Regeln verletzt oder Grenzen überschritten würden, müsse natürlich deutlich widersprochen werden. Ansonsten gelte es aber, AfD-Vertreter „korrekt“ zu behandeln. Sie seien gewählt. Oppermann: „Und eines muss man auch klar sagen: Diese sechs Millionen Menschen, die die AfD gewählt haben, kann man nicht alle ausnahmslos in die rechte Ecke stellen. Das wäre völlig falsch.“

Klimaschutz darf nicht zum „Spalterthema“ werden

Oppermann warnte ferner, der Klimaschutz dürfe nicht zu einem „Spalterthema“ werden: „Da sind die einen, die kämpfen um ihre Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Zukunft ihrer Region, und da sind die anderen, die sicher sind, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen und die den schnellen Ausstieg aus der Braunkohle wollen.“ Die Digitalisierung von Wirtschaft und Industrie dürfe nicht automatisch zu Verlierern führen, um die sich keiner kümmert. Bürger, die sich abgehängt fühlten, seien auch empfänglicher für Populismus. Oppermann plädierte für eine „vernünftige Flüchtlingspolitik“. Er hoffe auf eine Regelung, „die unterscheidet zwischen denjenigen, die Schutz suchen und uns brauchen, und denjenigen, die wir brauchen und die über ein Zuwanderungsgesetz kommen“.

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