Freitag • 20. Januar
Glaubenskonferenz
06. Januar 2017

Mehr als 10.000 Christen aus Europa treffen sich in Augsburg

Auf dem Programm der Konferenz stehen Vorträge, Podiumsdiskussionen, Konzerte und Lobpreisabende. Foto: Matthias Fischer
Auf dem Programm der Konferenz stehen Vorträge, Podiumsdiskussionen, Konzerte und Lobpreisabende. Foto: Matthias Fischer

Augsburg (idea) – Die charismatisch orientierte Glaubenskonferenz „MEHR“ in Augsburg erfreut sich immer größerer Beliebtheit. In diesem Jahr nehmen über 10.000 Christen aus ganz Europa und vielen Konfessionen an dem Treffen vom 5. bis 8. Januar teil. 2016 waren es noch rund 7.000, im Jahr davor 4.500. Veranstalter ist das „Gebetshaus Augsburg“, das die ökumenische Konferenz zum zehnten Mal ausrichtet. Pressesprecher Stefan Dobner zeigte sich begeistert über den wachsenden Zuspruch: „Unsere Bekanntheit ist in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Wir sind jedes Mal wieder überrascht, wie viele Menschen zum ersten Mal an dem Treffen teilnehmen.” Man habe keine großen Werbekampagnen gefahren. „Es reicht, dass die Besucher zufrieden und bereichert in ihre Gemeinden zurückgehen und dort berichten.“ Den Namen „Mehr“ erhielt die Tagung, weil man sich durch „mehr“ Gebet auch „mehr“ Erfahrungen mit Gott erhoffe. Der Gründer und Leiter des Gebetshauses Augsburg, der katholische Theologe Johannes Hartl, rief junge Christen auf, nicht länger in digitalen Parallelwelten zu verweilen. Sie sollten in die Realität zurückkehren, denn nur hier sei Gott zu finden. Hartl kritisierte den Wunsch vieler Jugendlicher, stets das Perfekte aus ihrem Leben herausholen zu wollen. „Gott ist an dir interessiert, so wie du bist, und nicht an einer Idealvorstellung von dir.“ Er forderte die Besucher auf, in Lobpreis und Gebeten Gott zu entdecken. Gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte Hartl: „Gebet ist nichts anderes als die Herzensbeziehung mit Gott, der alles wunderschön erschaffen hat. Das ist der Mittelpunkt unseres Glaubens.“

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Unter den Rednern ist der Hausprediger des Papstes

Auf dem Programm der Konferenz stehen Vorträge, Podiumsdiskussionen, Konzerte und Lobpreisabende. Weitere Redner sind der päpstliche Hausprediger, der Kapuzinerpater Raniero Cantalamessa, der evangelikale US-Pastor Ben Fitzgerald (Redding/Kalifornien) und der Präsident der Freien Christlichen Jugendgemeinschaft in Lüdenscheid, Walter Heidenreich. Den Auftakt bildete ein Konzert mit dem Popmusiker Michael Patrick „Paddy“ Kelly. Über 70 christliche Organisationen stellen mit Ständen ihre Arbeit vor.

Evangelische Allianz wirkt bei der Konferenz mit

Aufgrund der wachsenden Beliebtheit der Veranstaltung beschäftigte sich das katholische Bistum Augsburg in diesem Jahr mit der Ausrichtung der Gebetshaus-Bewegung. Nach einer eingehenden Prüfung befand Generalvikar Harald Heinrich, im Gebetshaus werde nichts verkündet, was im Gegensatz zur katholischen Lehre stehe. Hartl begrüßte die Stellungnahme: „Das Gebetshaus versteht sich nicht als eigenständige Kirche oder Gemeinde, sondern als Gebetsdienst für die Kirche.“ Der Vorsitzende der Evangelischen Allianz Augsburg, Pfarrer Bernd Fischer, äußerte sich positiv über die Großveranstaltung: „Wir beteiligen uns schon seit Jahren an der Austeilung des evangelischen Abendmahls auf der Konferenz.” Man sei mit Johannes Hartl und vielen weiteren Akteuren über den regionalen Leiterkreis verbunden, respektiere sich trotz mancher theologischer Unterschiede und freue sich über den großen Zuspruch der Tagung. Das Gebetshaus Augsburg ist eine 2005 entstandene Initiative junger Christen innerhalb der (katholischen) Charismatischen Erneuerung. Seit September 2011 beten dort Christen unterschiedlicher Konfessionen rund um die Uhr. In Deutschland gibt es mittlerweile 20 – meist charismatisch orientierte – Gebetshäuser.

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