Montag • 25. September
Pro und Kontra
05. September 2017

Dürfen Christen Yoga betreiben?

Knapp 3 Millionen Deutsche praktizieren regelmäßig Yoga. Foto: pixabay.com
Knapp 3 Millionen Deutsche praktizieren regelmäßig Yoga. Foto: pixabay.com

Wetzlar (idea) – Yoga boomt: Knapp drei Millionen Menschen in Deutschland praktizieren regelmäßig die fernöstliche Entspannungsmethode. Ihre Wurzeln liegen im Hinduismus. Dürfen dann Christen Yoga betreiben? Zu der Frage nehmen zwei Theologen in einem Pro und Kontra für die Evangelische Nachrichtenagentur idea Stellung.

ANZEIGE

Pro: Wer Yoga zur Entspannung betreibt, wechselt nicht die Religion

Nach Ansicht des Referenten für nichtchristliche Religionen und östliche Spiritualität bei der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Friedmann Eißler (Berlin), können auch Christen Yoga ausüben: „Es gibt viele Angebote, die sich von einem religiös-weltanschaulichen Hintergrund gelöst haben oder noch nie einen hatten.“ Wer Yoga zur Entspannung oder zur Verbesserung der körperlichen Fitness mache, wechsle nicht die Religion. Untersuchungen belegten, dass Yoga gesundheitsfördernd sein könne. Aber es gibt Eißler zufolge auch klare Grenzen: „Wo Mantren rezitiert oder Rituale vollzogen werden, wo hinduistische Götterbilder aufgestellt werden und von einem Selbsterkenntnisweg zur Erlösung die Rede ist, können Christen nicht mitmachen.“

Kontra: Yoga ist untrennbar mit dem Hinduismus verbunden

Grundsätzlich anders sieht das der Vorsitzende des Bibelbundes und Dozent an der Bibelschule Brake, Michael Kotsch (Horn-Bad Meinberg). Für ihn ist Yoga untrennbar mit dem Hinduismus verbunden. Es gebe Hunderte nichtreligiöse Alternativen, um Sport zu machen. Yoga sei nicht dafür gedacht, den Menschen gesünder zu machen: „Als hinduistischer Erlösungsweg dient Yoga dazu, den eigenen Körper zu kontrollieren, um ihn dann auszuschalten, damit sich die Seele mit dem kosmischen Brahman verbinden kann“, so Kotsch. Es gebe Hunderte nichtreligiöse Alternativen, um Sport zu machen. Das könne aber kein Ziel für Christen sein: „Ruhe für die Seele findet der Mensch eher im Gebet zu Gott.“

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser sieben Tage kommentiert werden.

47 Kommentare
Kommentare sind ausgeblendet.
Zum Einblenden der Kommentare hier klicken.
Diese Woche lesen Sie
  • Katrin Göring-Eckardt „Ökologie ist eine Existenzfrage“
  • Berlin Marsch für das Leben
  • Pro & Kontra Säkulare Lieder ins Gesangbuch aufnehmen?
  • Dankbarkeit Es geht uns besser als wir glauben!
  • Bundestagswahl Ein ungewöhnlicher AfD-Kandidat
  • mehr ...
ANZEIGE