Sonntag • 20. August
Atheistischer Bestsellerautor
02. August 2017

Ohne Religion wäre die Welt besser dran

Die beiden Bestsellerautoren Möller (l.) und Wäsch (r.) im von Karsten Huhn moderierten Streitgespräch. Foto: idea/M. Pletz
Die beiden Bestsellerautoren Möller (l.) und Wäsch (r.) im von Karsten Huhn moderierten Streitgespräch. Foto: idea/M. Pletz

Wetzlar (idea) – Ohne Religion wäre die Welt besser dran. Davon ist der Bestsellerautor und Atheist Philipp Möller (Berlin) überzeugt. „Ich bin gottlos glücklich und verlasse mich nicht auf eine vermeintliche höhere Instanz, die über mein Schicksal entscheidet“, sagte er in einem Streitgespräch mit dem christlichen Bestsellerautor Markus Wäsch (Dillenburg) für die Evangelische Nachrichtenagentur idea. Obwohl er als Sohn eines katholischen Kirchenmusikers aufgewachsen sei, so Möller, habe er die Kirche als „völlig humorfreien und stinklangweiligen Ort“ erlebt. Je mehr er heute über die christliche Lehre nachdenke, desto mehr halte er sie für unethisch, weil sie Selbstbestimmung und damit persönliches Glück verhindere. Als Beispiel nannte er den Umgang mit Homosexualität in Teilen der Kirche. Er könnte nie Christ sein, weil das Christentum Antworten gebe, die für ihn nicht plausibel seien: „Ich könnte nicht einem Glaubenssystem verhaftet sein, das Wunder benötigt, um die Welt zu erklären. Die Auferstehung von den Toten ist nicht möglich! Sie ist ein Mythos – genauso wie die Jungfrauengeburt. Und ich kann meine Weltanschauung nicht auf einem Mythos begründen.“

ANZEIGE

„Ich brauche Gott, um glücklich zu sein“

Wäsch zeigte sich hingegen überzeugt, dass der Mensch auf Gott angewiesen sei: „Ich brauche Gott, um glücklich zu sein, weil er mir einen Halt im Leben gibt, den ich durch Geld oder Erfolg nicht bekommen würde.“ Geprägt hätten ihn christliche Zeltlager im Kindesalter: „Mir wurde klar, dass Gott keine Enkelkinder hat. Nur weil meine Eltern Christen sind, bin ich es nicht auch automatisch. Deshalb traf ich meine persönliche Entscheidung.“ Er unterscheide zwischen einer Religion, die dem Menschen aufgebürdet wird, und der Frohen Botschaft von Jesus Christus, betonte Wäsch. Jesus habe sich mit den Religionsvertretern seiner Zeit – den Pharisäern – angelegt: „Die Pharisäer bedrückten die Menschen mit ihren Gesetzen. Jesus wollte sie davon befreien.“ Zu Möllers Argument, Jesu Auferstehung sei lediglich ein Mythos, sagte Wäsch: „Die Jünger Jesu hätten nicht ihr Leben riskiert, wenn ihre Weltanschauung auf einer Lüge gründen würde. Wegen einer nett zusammengereimten Geschichte wären die ersten Christen wohl kaum durch den ganzen Mittelmeerraum gezogen.“

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser sieben Tage kommentiert werden.

43 Kommentare
Kommentare sind ausgeblendet.
Zum Einblenden der Kommentare hier klicken.
Diese Woche lesen Sie
  • Atheismus Kann man ohne Gott glücklich sein?
  • Pro & Kontra Haben Evangelikale noch Heimat in der EKD?
  • Allversöhnung Das Jüngste Gericht findet statt
  • Gemeindebau Heimliche Helden
  • Experiment Pfarrer setzt sich ein „Sterbedatum“
  • mehr ...
ANZEIGE