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Stuttgart
31. Juli 2017

Debatte um das neue Buch von Birgit Kelle

Das Cover des Buches „Muttertier. Eine Ansage“ von Birgit Kelle. Foto: Fontis Verlag
Das Cover des Buches „Muttertier. Eine Ansage“ von Birgit Kelle. Foto: Fontis Verlag

Stuttgart (idea) – In Stuttgart ist eine Debatte um das neue Buch der Journalistin und Autorin Birgit Kelle entbrannt. Der örtlichen Buchhandlung Wittwer – sie gilt als „Platzhirsch“ und ist mit rund 3.300 Quadratmetern Verkaufsfläche eine der größten in der Stadt – wird in den sozialen Netzwerken vorgeworfen, das Werk mit dem Titel „Muttertier. Eine Ansage“ (Fontis Verlag) aus ideologischen Gründen nicht im Sortiment zu führen und es anfangs auch auf Nachfrage als „nicht bestellbar“ abgelehnt zu haben. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Kelle vertritt ein konservatives Familienbild und gilt als Kritikerin der deutschen Familienpolitik. Ihrer Ansicht nach arbeitet der Staat darauf hin, dass beide Elternteile schnellstmöglich nach der Geburt wieder berufstätig sind und dass die Kinder fremdbetreut werden sollten.

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Verlagsleiter: Die Buchhandlung bevormundet ihre Kunden

Auf Nachfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea berichtete der Verlagsleiter von Fontis, Dominik Klenk (Basel), er sei auf die Buchhandlung aufmerksam geworden, weil sich zwei Kunden aus Stuttgart bei ihm gemeldet hätten. Sie hätten das Kelle-Buch bei Wittwer nicht bestellen können. Darauf habe Klenk selbst sich bei Wittwer erkundigt und von einer Einkäuferin die Auskunft bekommen, dass man dem Buch aus inhaltlichen Gründen keine Bühne bieten wolle und es deswegen nicht im Sortiment habe. Selbstverständlich könne jeder Buchhändler entscheiden, welche Produkte er verkaufe, betonte Klenk. Bei über zwei Millionen lieferbarer Bücher in Deutschland müsse man eine Auswahl treffen: „Wenn jemand ein Produkt aus politischen oder ideologischen Gründen nicht ins Sortiment aufnimmt, ist das absolut in Ordnung. Aber er bevormundet seine Kunden, wenn er ihnen sein wahres Anliegen nicht ehrlich nennt.“ Wittwer werbe mit dem Slogan „Vielfalt erleben“. Dem müssten dann auch Taten folgen, so Klenk. Wittwer-Geschäftsführer Rainer Bartle sagte der Stuttgarter Zeitung, dass er sich von der „gesteuerten Aktion“ in den sozialen Netzwerken nicht von buchhändlerischen Grundsätzen abbringen lasse. Das Buch von Kelle könne bestellt werden, sei aber „bei unserer Auswahl eben durchgefallen. Schließlich hat sich schon das vorige Buch von Frau Kelle bei uns nicht gut verkauft.“ Das sei, so Klenk, verwunderlich, denn „Gender-Gaga“ habe es auf die „Spiegel“-Bestsellerliste geschafft. Gegenüber idea wollte Bartle den Fall nicht kommentieren.

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