Dienstag • 23. Januar
Medienkongress
12. Januar 2018

Nicht einmal jeder 16. Deutsche liest regelmäßig in der Bibel

Der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts INSA-Consulere, Hermann Binkert. Foto: idea/Daniela Städter
Der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts INSA-Consulere, Hermann Binkert. Foto: idea/Daniela Städter

Schwäbisch Gmünd (idea) – Nicht einmal jeder 16. Deutsche (sechs Prozent) liest regelmäßig in der Bibel. Das berichtete der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt), Hermann Binkert, am 12. Januar beim 5. Christlichen Medienkongress in Schwäbisch Gmünd. Er stellte dort Ergebnisse von Befragungen vor, die sein Institut im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur idea durchgeführt hatte. Deutlich höher sei die Zahl der Bibelleser nur bei den freikirchlichen Christen (32 Prozent). Bei Katholiken und landeskirchlichen Protestanten sehe es „sehr dürftig aus“.

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Religion scheint viele nicht mehr zu interessieren

Religion scheine viele Menschen nicht mehr zu interessieren. Die Befragten hätten auf die Fragen oft mit „Weiß nicht“ reagiert oder gar keine Antwort gegeben. Ein Beispiel sei die Aussage „Jesus ist am Kreuz gestorben und auferstanden von den Toten“. 27 Prozent antworteten „Weiß nicht“ und neun Prozent machten keine Angabe. Beim 500. Reformationsjubiläum 2017 konnten laut Binkert viel zu wenige Menschen für die Veranstaltungen gewonnen worden. Das Jubiläum sei nicht der „große Bringer“ gewesen. Es habe keinen Zweck, sich da etwas vorzumachen. INSA habe auch einmal die Befragten gebeten, sich vorzustellen, dass es Gott gibt, und ob es dann ein richtiges oder falsches Leben sei, wenn man nicht versuche, zu glauben und gottgefällig zu leben. 80 Prozent hätten geantwortet, dass man dann etwas falsch mache: „Daran sollte man anknüpfen“, sagte Binkert. Er rief dazu auf, den Menschen Gott nicht nur als lieb vorzustellen, sondern auch an das erste Gebot zu erinnern „Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“. Es sei die Frage, ob sich die Kirche bei dem Thema nicht auch unbeliebt machen müsste.

Der Tod Jesu am Kreuz ist nicht symbolisch gemeint

Die Leiterin der Württembergischen Bibelgesellschaft und des Stuttgarter Bibelmuseums „Bibliorama“, Pfarrerin Franziska Stocker-Schwarz, sagte in einem Vortrag, dass heute viele Menschen den Tod Jesu am Kreuz als symbolisch verstünden. Damit werde das Kreuz zu einem Symbol für das Mitleiden Jesu in aller Not. Andere legten es so aus, dass man wie Jesus barmherzig mit anderen umgehen solle. Aber Gott habe es sich vor aller Zeit „so ausgedacht“, dass Jesus gekreuzigt und auferstehen werde, so Stocker-Schwarz. Sie ermutigte, Griechisch und Hebräisch zu lernen oder fünf unterschiedliche Bibelübersetzungen zu lesen, um Texte besser zu verstehen. Veränderte Sichtweisen seien durch die Schrift selbst möglich.

EKD-Medienbeauftragter: Mit den ZDF-Fernsehgottesdiensten 19 Millionen erreicht

Der Medienbeauftragte der EKD und der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), Oberkirchenrat Markus Bräuer (Frankfurt am Main), betonte am 11. Januar die Bedeutung des Fernsehens und der sozialen Netzwerke für die Verbreitung des Evangeliums. Die evangelische Kirche habe beispielsweise mit den ZDF-Fernsehgottesdiensten im Jahr 2017 19 Millionen Menschen erreicht. Wenn es gelinge, die Aktualität der Bibel in ihren Urthemen zu vermitteln – etwa Verrat, Vergeben und Gottvertrauen –, werde man auch in den neuen Medien Akzente setzen können. Der Christliche Medienkongress findet noch bis 13. Januar im Christlichen Gästezentrum Württemberg – dem Schönblick – statt. Das Treffen wird gemeinsam von kirchlichen und evangelikalen Organisationen veranstaltet. Träger sind unter anderen die EKD, die Evangelische Landeskirche in Württemberg, das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), Bibel TV, ERF Medien, die Stiftung Christliche Medien, die Stiftung Marburger Medien, der Christliche Medienverbund KEP und die Evangelische Nachrichtenagentur idea.

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