Samstag • 22. Juli
Peter Hahne
16. Juli 2017

Linksextremismusforscher kritisiert SPD und Linke

Der Politikwissenschaftler und Linksextremismusforscher, Prof. Klaus Schroeder. Screenshot: zdf.de
Der Politikwissenschaftler und Linksextremismusforscher, Prof. Klaus Schroeder. Screenshot: zdf.de

Berlin (idea) – Große Teile der Medien, Politiker und Wissenschaftler haben sich mit dem Linksextremismus bislang entweder nicht beschäftigt oder sie leugnen, dass es ihn überhaupt gibt. Davon ist der Politikwissenschaftler und Linksextremismusforscher, Prof. Klaus Schroeder (Berlin), überzeugt. Wie er in der am 15. Juli auf Phoenix ausgestrahlten ZDF-Sendung „Peter Hahne“ sagte, gibt es seit Mitte der 1960er Jahre eine Kontinuität linker Gewalt. Die Szene warte auf Anlässe und schlage dann zu. Die Partei „Die Linke“ und die SPD hätten den Fehler gemacht zu behaupten, dass es sich bei den Akteuren in Hamburg nicht um Linke handle. Dabei gebe es auch in diesem Bereich eine lange Geschichte der Gewalt –etwa wenn man auf den kubanischen Revolutionär Ernesto „Che“ Guevara (1928–1967), den sowjetischen Staatsgründer Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924) oder den kommunistischen Herrscher Mao Tse-Tung (1893–1976) schaue: „Da, wo Linke an die Macht gekommen sind, haben sie Diktaturen errichten und haben Gewalt ausgeübt.“ Auch in der DDR habe die SED die Bevölkerung gewaltsam unterdrückt. In Deutschland müsse man sich intensiver mit dem Linksextremismus auseinandersetzen und dürfe dies nicht gegen eine Beschäftigung mit dem Rechtsextremismus und dem Islamismus ausspielen. Prof. Schroeder ist Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin.

ANZEIGE

Hamburg war für die „wirkliche Linke“ ebenfalls schlimm

Laut dem stellvertretenden Vorsitzenden des Innenausschusses des Bundestages, Frank Tempel (Die Linke), ist das Hamburger Geschehen für die „wirkliche Linke“ ebenfalls „richtig schlimm“. Die Linke sei auch ein Verlierer der Vorgänge, weil ihre politischen Botschaften nun nicht diskutiert würden, sondern es stattdessen nur eine Sicherheitsdiskussion gebe. Zivilen Ungehorsam bezeichnete der Bundestagsabgeordnete als legitim, es dürfe aber keine Gewalt gegen Personen oder Sachen angewendet werden. Die Linke müsse deutlich selbstkritischer werden. Ihn als ehemaligen Polizisten störe es sehr, wenn ein Parteikollege die Polizei kritisiere, aber zu der Gewalt von Demonstranten nichts sage. Eine Solidarisierung mit Gewalttätern lehnte Tempel ab.

Diskutieren

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich neu, um Artikel zu kommentieren.

Jetzt kostenlos registrieren.

12 Kommentare
Kommentare sind ausgeblendet.
Zum Einblenden der Kommentare hier klicken.
Diese Woche lesen Sie
  • Mutter Der beste Beruf der Welt
  • Pro & Kontra Sollte sich die Kirche am CSD beteiligen?
  • Gemeindearbeit Sieben Gründe, warum ich gerne Pastor bin
  • Beziehung Vom Geheimnis einer glücklichen Ehe
  • Ehrenamt Was machen eigentlich die Flüchtlinge bei uns?
  • mehr ...
ANZEIGE