Freitag • 30. September
Bericht
25. September 2014

Der Unbeugsame

Es war das Gefängnis, aus dem der Westen zu Zeiten der deutschen Teilung die meisten Häftlinge freikaufte – das ehemalige Zuchthaus Cottbus, auch „Rote Hölle“ genannt. Obwohl es nur 600 Haftplätze gab, saßen bis zu 1.100 Häftlinge ein – zumeist politische Gefangene. Einer von ihnen war Siegmar Faust. Matthias Pankau hat ihn getroffen.

„Hier unten kann man zum Tier werden“, sagt Siegmar Faust und blickt einen Moment ins Leere. Der 70-Jährige steht mit einer Gruppe junger Menschen in einer der Arrestzellen im Keller des ehemaligen Zuchtshauses Cottbus. Als Staatsfeind der DDR saß er von 1974 bis 1976 in dem wegen seiner Ziegelfarbe auch als „Rote Hölle“ bezeichneten Gefängnis. Einen Großteil der Zeit verbrachte er in Isolationshaft. Außer einem Metallbett mit bloßem Lattenrost und einem Kübel für die Notdurft gab es in der feuchten Kellerzelle nichts. Tagsüber war das Bett hochgeklappt, so dass der Gefangene 16 Stunden stehen musste. Faust lief dann meist auf und ab, rezitierte Gedichte, sang Lieder ode...

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