Samstag • 22. Juli
„Der Spiegel“
15. Juli 2017

Fromme Christen und rechte Wähler bilden eine Allianz

Viele Christen setzen sich für das Lebensrecht ungeborener Kinder ein. Foto: Andreas Schroth
Viele Christen setzen sich für das Lebensrecht ungeborener Kinder ein. Foto: Andreas Schroth

Hamburg (idea) – Fromme Christen und konservative Wähler, die von den Unionsparteien frustriert sind, verstärken ihre Allianz. Davon ist das Wochenmagazin „Der Spiegel“ (Hamburg) überzeugt. Wie es in der aktuellen Ausgabe heißt, betonen beide den Widerstand gegen Abtreibungen, die gleichgeschlechtliche Ehe und „Gender-Mainstreaming“. Das beflügle die AfD. Die politische und die religiöse Rechte verbinde ein Gefühl der Heimatlosigkeit. Konservative Katholiken etwa verstöre in ihrer Kirche Papst Franziskus mit seinen Reformen: „Und in der Union finden sie als Gegner der Merkel-Moderne kein Zuhause mehr. Sie vermissen traditionelle Familienwerte in der CDU.“

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Die Christen in der AfD haben sich „politisch-religiös klar positioniert“

Als ein Beispiel nennt das Magazin die Großfamilie des stellvertretenden Vorsitzenden der „Christen in der AfD“, Joachim Kuhs (Baden-Baden). Fünf seiner zehn Kinder seien ebenfalls AfD-Mitglieder, so der „Spiegel“. Sie hielten nichts von einer Familienpolitik, die das „Modell Mann-Frau-Kind nicht mehr zum alleinigen Ideal erhebt“. Kuhs selbst – er ist Gemeindeältester einer unabhängigen Anglikanischen Kirche in Baden-Baden – sei bis vor wenigen Jahren ein überzeugter CDU-Wähler gewesen, habe aber den Glauben an die Union verloren. Die „Christen in der AfD“ haben sich laut dem Magazin „politisch-religiös klar positioniert“. Auf ihrer Internetseite heiße es, dass die Bundestagsabstimmung über die gleichgeschlechtliche Ehe „schlimm für die Ehe und damit schlimm für Deutschland“ sei. Ein anderer „Mittelsmann“ zwischen religiösen und politischen Rechten sei – so das Magazin – der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart). Er habe nach eigenen Angaben die größte „gefühlte Schnittmenge“ mit der Union. Doch die konservative Partei ist laut dem Magazin moderner geworden: „Für Steeb ist das ein Problem. Sein Traum ist eine ,Pro-Life’-Bewegung in Deutschland, die wie in den USA Abtreibungen erschweren will.“

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