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Bischof Oster
25. Dezember 2017

Entchristlichung macht die Demokratie instabil

Der katholische Passauer Bischof Stefan Oster. Foto: Bistum Passau
Der katholische Passauer Bischof Stefan Oster. Foto: Bistum Passau

Köln (idea) – Entchristlichung trägt dazu bei, dass die Demokratie instabil wird. Diese Befürchtung äußert der katholische Passauer Bischof Stefan Oster in einem Interview mit dem Deutschlandfunk (Köln). Nach seinen Worten gibt es einen inneren Zusammenhang zwischen dem christlichen Fundament einer Gesellschaft und einer funktionierenden Demokratie. Es sei kein Zufall, dass in den allermeisten Ländern, in denen diese Staatsform funktioniere, eine christliche Kultur vorangegangen sei. Sie achte die Menschenwürde und die Freiheit des Einzelnen. Wenn es zu einer breiten Entkonfessionalisierung komme – wie man sie jetzt in Deutschland erlebe – dann breche etwas „von diesem Fundament weg, „das uns eigentlich trägt“. Oster macht sich deshalb Sorgen um die Demokratie. Er bejaht ferner die Frage, ob die CDU/CSU ihr ‚C‘ stärker betonen soll. Es komme aber vor allem auf „ein echtes Leben aus dem Glauben“ an. Es habe keinen Wert, sich das ‚C‘ nur auf die Fahnen zu schreiben. „Aber Bekehrung kann man nicht verordnen“, so der Bischof.

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Bischof Oster – auf katholische Art und Weise evangelikal

Er äußert sich auch zu der Frage, ob er auf katholische Art und Weise evangelikal sei. Wenn der Begriff bedeute, ihm gehe es um das Evangelium, die Heilige Schrift und den Versuch, den Inhalt zu leben, „dann bin ich das gern“. Von Freikirchen könne man lernen, den christlichen Glauben mit Entschiedenheit zu praktizieren. Oster ist überzeugt: „Eine nur liberal gewordene Kirche ohne Fundament des Evangeliums, die zieht am Ende niemanden mehr an.“ Der 52-Jährige ist seit 2014 Bischof des Bistums Passau. Es umfasst etwa 300 Pfarrgemeinden mit rund 500.000 Mitgliedern.

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