Fußballclub
01. Dezember 2014

Kreuz entfernt: Zugeständnis von Real Madrid an Muslime

Der Direktor des evangelikalen Missionswerkes „Evangelismo en Acción“, Benjamin Martín. Foto: PR
Der Direktor des evangelikalen Missionswerkes „Evangelismo en Acción“, Benjamin Martín. Foto: PR

Madrid/Malaga/Altenkirchen (idea) – Unterschiedliche Reaktionen bei Protestanten in Spanien und Deutschland hat die Entscheidung des spanischen Fußball-Spitzenklubs Real Madrid ausgelöst, für ein Sponsoren-Geschäft mit einer arabischen Bank das Kreuz aus dem Wappen zu entfernen. Der Verzicht gilt zunächst für eine neue Kreditkarte der National Bank von Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate), mit der der spanische Rekordmeister eine dreijährige Zusammenarbeit vereinbart hat. „Die Königlichen“ – wie der Verein auch genannt wird – nehmen damit Rücksicht auf die Gefühle vieler Muslime, die das christliche Symbol als anstößig empfinden. Die Spieler werden aber weiter Trikots mit dem kompletten Logo tragen.

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Für Spanier steht das Kreuz für Katholizismus

Der Direktor des evangelikalen Missionswerkes „Evangelismo en Acción“ (Evangelisation in Aktion), Benjamin Martín (Malaga), bezeichnete die Entscheidung gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea als „völlig unwichtig“. Sie habe angesichts der Verweltlichung in Spanien keinerlei Bedeutung. Deshalb hätten die evangelischen Kirchen auch keine Erklärung zu dem Vorgang abgegeben. Martín verweist ferner darauf, dass das Kreuz im Wappen von Real Madrid für das frühere katholische Selbstverständnis des Vereins stehe, das aber heute keine Rolle mehr spiele. Dem Missionsleiter zufolge befinden sich die christlichen Werte in Spanien im Ausverkauf. Die breite Mehrheit der Bevölkerung habe kein Interesse an dem, was sie selbst unter Christsein verstehe: „nämlich einen speziellen spanischen Katholizismus“. Diese Situation erfordere von evangelischen Christen, „dass sie laut und deutlich das Evangelium, die wahre Botschaft vom Kreuz, unter den Spaniern predigen“. Allerdings wolle fast niemand diese Botschaft hören. „Evangelisation in Aktion“ ist ein Partner der West-Europa-Mission (Wetzlar). Dessen Leiter, Johannes Pfründer, erklärte zur Lage der Protestanten in dem südeuropäischen Land: „Für die Evangelischen in Spanien bedeutet die moderne, weltliche Gesetzgebung mit der Gleichberechtigung aller Glaubensüberzeugungen eine große Erleichterung in ihrer Missions- und Gemeindearbeit.“ Früher seien sie vom katholischen Staat massiv unterdrückt worden. Allerdings gebe es in der Praxis nach wie vor Diskriminierungen.

Wie bringt man Sportlern die Bedeutung des Kreuzes nahe?

Der Leiter des Missionswerks „Sportler ruft Sportler“, Hans-Günter Schmidts (Altenkirchen/Westerwald), nannte die Entscheidung gegenüber idea zwar bedauerlich. Schließlich verleugne der 1902 gegründete Verein, der als Fußballmannschaft einer Kirchengemeinde gestartet sei, seine christlichen Wurzeln: „Was mich jedoch wesentlich mehr bewegt, ist die Frage, wie wir es schaffen, in die Herzen der Spieler, Mitarbeiter und Funktionäre von Real Madrid die Bedeutung des Kreuzes zu transportieren und wie wir ihnen die Liebe Gottes vorleben können.“ Kritik an der Vorgehensweise von Real Madrid und der Nationalbank von Abu Dhabi übte der frühere EKD-Ratsvorsitzende, Altbischof Wolfgang Huber (Berlin). Sie hätten eine „kleingeistige Entscheidung“ getroffen und sollten sie „so schnell wie möglich revidieren“, schrieb er in „Sport Bild“. Von den 47 Millionen Einwohnern Spaniens gehören etwa 70 Prozent zur katholischen Kirche. Etwa drei Prozent sind Protestanten (meist zugewandert) und 2,4 Prozent Muslime. Der Rest ist meist konfessionslos.

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6 Kommentare

solrexvor 66 Tagen

Noch ein Nachtrag zum Kreuz: Das größte christliche Kreuz der Welt steht in einem arabischen Land, in Dubai! Das Burj al Arab in Dubai zeigt an seiner Seeseite das größte christliche Kreuz der Welt. Das müssen die Moslems eben ertragen. (http://www.geo.de/reisen/community/bild/570152/Dubai-Vereinigte-Arabische-Emirate-Kreuz#gallerySlider)

Lisettevor 91 Tagen

Dass dieses schnöde Verhalten verdient nur Verachtung. Aber ich verstehe eines nicht. Um so ein Wappen zu tragen, bedurfte es doch bestimmt der Genehmigung des Wappeninhabers, des Königshauses oder wer auch immer. Möglicherweise ist es nur verliehen oder übertragen. Aber eine eigenmächtige Wappenänderung kann ich mir gar nicht vorstellen. Bedurfte diese Änderung eigentlich keiner Zustimmung oder hat man diese erkauft oder erst gar nicht gefragt? Das wäre ja dann doch der absolute Hammer. Ich bin der Meinung, dass der Königshof bzw. der Wappeninhaber eine Erklärung abgeben sollte, und zwar öffentlichkeitswirksam dahingehend, dass er jede ideelle Verbindung zu dem Verein für beendet erklärt. Wo bleibt der so oft gepriesene Stolz der Spanier? Wo ist er geblieben?

Johannes3.16vor 92 Tagen

Schon vor Jahren hat British Airways vor dem Islam gekuscht und den Union Jack von den Hecks der Flugzeuge genommen und durch Schlangenlinien in den britischen Farben ersetzt. Der Union Jack ist eine Verschmelzung des englischen roten Georgskreuzes mit dem schottischen weißen Andreaskreuz, denen 1801 das rote Patrickskreuz Irlands aufgelegt wurde. Ja, selbst das einstige stolze britische Weltreich knickte vor der "Friedensreligion" ein - bemerkenswert! Und Deutschland? Hier wird halal in Kindergärten und Schulen gekocht, wenn nur ein Mohammedaner in Sicht ist oder es verlangt. Die "Willkommenskultur" geht so weit, dass sich die Kultur des Gastlandes der erobernden "Kultur" der Einwanderer beugt und sich verbiegt - oft schon in vorauseilendem Gehorsam. Integration heißt oft schon, dass Einheimische türkische Sprachkurse besuchen und die Schulpolitik sich den Forderungen der Einwanderer anpasst (Schwimmunterricht bestenfalls in Burkinis, Unterrichtsbefreiung an moslemischen Feiertagen, verweigerte Teilnahme an Klassenfahrten etc.).

solrexvor 93 Tagen

Schon vor 25 Jahren forderten arabische Firmen von einem Schweizer Konzern, die Kreuze auf den Bergen auf ihrem Alpenkalender zu entfernen. Was blieb der Firma übrig - sie mussten eben für die muslimischen Geschäftsfreunde andere Kalender ohne Kreuz herstellen. Zur Bemerkung von Wolfgang Huber kann man aber auch die "kleingeistigen" Aktionen und Entscheidungen der EKD anführen. Hier könnte Huber und sein Verein auch mal selbst so einiges aus Vergangenheit und Gegenwart revidieren. Das wäre wirklich jetzt an der Zeit!

Lisettevor 93 Tagen

Der Ausdruck von Altbischof Huber "kleingeistige Entscheidung" gefällt mir. Ich stimme ihm voll zu. Das war stupid. Ein sehr primitiver Verein, primitiver geht es fast nicht mehr.

namlob1vor 94 Tagen

Geld regiert die Welt. War doch schon immer so.

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