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Missionsleiter
10. Januar 2017

Zu unbiblischen Tendenzen in der Kirche nicht schweigen

Der Leiter der Mission für Süd-Ost-Europa, Friedemann Wunderlich. Foto: Volker Lommel
Der Leiter der Mission für Süd-Ost-Europa, Friedemann Wunderlich. Foto: Volker Lommel

Freudenberg (idea) – Manche evangelikale Repräsentanten schweigen zu unbiblischen Tendenzen in der evangelischen Kirche oder sind sogar mitverantwortlich dafür. Diesen Vorwurf erhebt der Leiter der Mission für Süd-Ost-Europa, Friedemann Wunderlich (Freudenberg bei Siegen), in der Zeitschrift des Werkes. Als Beispiel verweist er auf die Umdeutung des Missionsbegriffs. Mission werde umfunktioniert „zum Dialog, zum interreligiösen Gespräch – und am Ende abgelehnt“. Das ganze Dilemma zeige sich am Nein der beiden großen Kirchen zur Judenmission. Die EKD-Synode hatte am 9. November einen entsprechenden Beschluss gefasst. Dies zeige, dass viele Christen – „einschließlich der bei der Synode anwesenden Evangelikalen“ – ein Problem mit den eindeutigen Aussagen der Bibel hätten. Die historisch-kritische Methode der Bibelauslegung habe für den Glauben und das Missionsverständnis „verheerende Auswirkungen“. Beim Thema „Mission“ werde wie auch zum Beispiel in der Genderpolitik ein Beschluss nach dem anderen gegen eindeutige Aussagen der Bibel getroffen: „Und die Evangelikalen schweigen oder machen längst mit.“ Wunderlich erinnerte daran, dass der Apostel Paulus leidenschaftlich unter seinem Volk missioniert habe. „Zuerst den Juden und anschließend den Heiden“ sei bis zu seinem Tod seine Berufung geblieben.

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„Wer Judenmission ablehnt, verweigert Jesus Christus den Gehorsam“

Der Missionsleiter kritisiert ferner, dass der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der (katholischen) Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (beide München), bei einem Besuch des muslimisch verwalteten Tempelbergs und der jüdischen Klagemauer im Oktober ihre Amtskreuze abgenommen hatten. Wer Judenmission ablehne und vor Vertretern des Islam und vor der Weltöffentlichkeit das Kreuz ablege, „der verweigert Jesus Christus den Gehorsam“, so Wunderlich. Mit dieser bibelkritischen Haltung zerstöre sich jede Kirche und Gemeinde. Wer zu diesen Entwicklungen schweige, mache sich mitschuldig: „Aber Gott lässt sich seine Ehre auch nicht von christlichen Kirchen, Freikirchen und Verbänden nehmen.“ Laut Wunderlich haben Verantwortliche aus der Evangelischen Allianz, den Gemeinschaftsverbänden und von freikirchlichen Werken einst „in stürmischen Zeiten klare geistliche Signale“ gegeben. Heute führe die offen zur Schau getragene Bibelkritik zu zunehmender Entfremdung der Gläubigen gegenüber diesen Organisationen und oft auch gegenüber den örtlichen Gemeinden. Aber an der Basis gebe es „noch viele einfache, normale Jesus-Nachfolger, die jeden Tag die Bibel so lesen, wie es Christen über Jahrhunderte getan haben und die kritiklos diesem Wort vertrauen“.

„Wir brauchen keine historisch-kritischen Lesebrillen“

Wunderlich: „Wir brauchen keine postmodernen, postfaktischen oder historisch-kritische Lesebrillen.“ Das uneingeschränkte Vertrauen in Gottes Wort sei die Überlebensgrundlage für alle Mitarbeiter in der Weltmission: „Christliche Organisationen, die Gottes Wort infrage stellen, sind Irrlichter für die Gläubigen.“ Die Mission für Süd-Ost-Europa beschäftigt Mitarbeiter aus 23 Ländern in Europa und Asien. Sie verbreitet evangelistische Literatur in 150 Sprachen, darunter den missionarischen Verteilkalender „Leben“ in 31 Sprachen. Das Werk gehört zur Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) und zum Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband.

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