Dienstag • 25. April
Pro und Kontra
19. April 2017

Sind unsere Gottesdienste zu langweilig?

Was ist der Grund für die fast leeren Kirchen? Sind die Gottesdienste etwa zu langweilig? Foto: pixabay.com
Was ist der Grund für die fast leeren Kirchen? Sind die Gottesdienste etwa zu langweilig? Foto: pixabay.com

Wetzlar (idea) – Der Gottesdienstbesuch in den evangelischen Landeskirchen hat einen neuen Tiefststand erreicht. Laut jüngster EKD-Statistik gingen 2015 sonntags durchschnittlich nur noch 3,4 Prozent der knapp 22,3 Millionen Mitglieder in die Kirche. Liegt ein Grund darin, dass die Gottesdienste zu langweilig geworden sein könnten? Dazu nehmen zwei Theologen in einem Pro und Kontra für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) Stellung.

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Pro: Wir brauchen große Gottesdienste

Für Pfarrer Jan von Campenhausen (Lutherstadt Wittenberg) – er ist Theologischer Direktor der Evangelischen Wittenbergstiftung – ist der Anspruch, dass in der Kirche das Wort Gottes öffentlich verkündet wird, immer schwerer erkennbar: „Das tut weh.“ Gottesdienste seien zu langweilig, und es sei nur ein schwacher Trost, dass es bei Gottesdiensten an besonderen Orten anders aussehe. Gottesdienst wolle „mehr als ein Versammlungsort von wenigen sein, die sich gegenseitig bestätigen, auf dem richtigen Weg zu sein“. Der Schmerz über den Bedeutungsverlust der Kirchen und ihrer Angebote dürfe nicht betäubt werden: „Der große Gott soll in großen Gottesdiensten gelobt werden.“

Kontra: Die Kirche braucht die klassische Liturgie und keine alternativen Gottesdienste

Die Gegenposition vertritt der Pastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Kirchdorf (Hamburg) in der Nordkirche, Malte Detje. Gottesdienste seien nicht langweilig, wenn sie die klassische Liturgie anböten: „Denn hier kommt Gott selbst zu Wort, da fast jedes ihrer Worte aus der Bibel stammt.“ Besser als mit Gottes Worten könne man einen Gottesdienst nicht feiern. Ein Gottesdienst müsse natürlich verständlich sein und die Liturgie in den Gemeinden erklärt werden: „Aber es ist kein Missionstreffen, sondern der Ort, an dem die Gemeinde Gottes Wort der Vergebung hört.“ Alternative Gottesdienste hätten mitunter unbewusst Anteil an der Selbstsäkularisierung der Kirche. Dort gebe es oft Theaterstücke und Filmclips statt Epistellesung und Psalmen. Das eigne sich nicht als „geistliche Kost“ einer Gemeinde.

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