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Umfrage
14. Februar 2017

Nur jeder Fünfte für Vereinigung von evangelischer und katholischer Kirche

Wird es eine Abendmahlsgemeinschaft zwischen evangelischer und katholischer Kirche geben? Foto: pixabay.com
Wird es eine Abendmahlsgemeinschaft zwischen evangelischer und katholischer Kirche geben? Foto: pixabay.com

Erfurt (idea) – Nur jeder fünfte Deutsche ist dafür, dass sich die evangelische und die katholische Kirche vereinigen. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt) im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur idea ergeben. Anlass ist das 500-jährige Reformationsjubiläum, das in diesem Jahr erstmals ökumenisch begangen wird. Der Reformator Martin Luther (1483–1546) hatte der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen und damit die Kirchenspaltung ausgelöst. Bei der Umfrage votierten Frauen (22 Prozent) etwas häufiger für ein Zusammengehen der beiden großen Kirchen als Männer (18 Prozent). 18 Prozent der Befragten sprachen sich gegen eine Vereinigung aus. Die meisten Deutschen (62 Prozent) haben allerdings keine Meinung zu dem Thema: Fast jedem Zweiten (45 Prozent) war es egal, zehn Prozent konnten und sieben Prozent wollten keine Angaben machen.

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Der „Westen“ will die kirchliche Einheit, der „Osten“ ist dagegen

Betrachtet man nur diejenigen Befragten, die einer Vereinigung der beiden Kirchen entweder zustimmen oder sie ablehnen, und lässt jene außen vor, die keine Angaben machten oder mit „Ich weiß nicht“ votierten, dann überwiegen die Befürworter einer Kirchenvereinigung mit 53 Prozent leicht. Vergleicht man beides nach Ost und West, so wird deutlich, dass in den alten Bundesländern mehr als jeder Zweite (56 Prozent) für ein Zusammengehen von evangelischer und katholischer Kirche ist, während in den östlichen Bundesländern fast zwei Drittel (63 Prozent) dagegen sind. Unterschieden nach Konfessionen ist die Zustimmung zu einer Vereinigung von katholischen und evangelischer Kirche mit 66 Prozent unter den Katholiken am höchsten – gefolgt von Konfessionslosen (55 Prozent). Unter den befragten Freikirchlern war die eine Hälfte für und die andere gegen ein Zusammengehen. Landeskirchler sprachen sich mit 59 Prozent überwiegend gegen eine Kirchenvereinigung aus. An der Online-Befragung beteiligten sich 2.028 Personen aus ganz Deutschland ab 18 Jahren.

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