Montag • 27. Februar
Sigurd Rink
17. Februar 2017

Militärbischof gegen einseitige Steigerung der Militärausgaben

Der Evangelische Militärbischof Sigurd Rink. Foto: idea/kairospress
Der Evangelische Militärbischof Sigurd Rink. Foto: idea/kairospress

Berlin (idea) – Eine Steigerung der Militärausgaben in Deutschland müsste mit einer Erhöhung der Aufwendungen für Krisenvorsorge und Entwicklungszusammenarbeit einhergehen. Diese Ansicht vertritt der Evangelische Militärbischof Sigurd Rink (Berlin). Wie er am 17. Februar vor Journalisten in Berlin sagte, bedarf es bei der Entscheidung, die Militärausgaben von derzeit 1,2 Prozent auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzuheben, allerdings einer Debatte im Parlament: „Wir müssen uns grundlegend über die Richtung verständigen, in die wir gehen wollen.“ Er erwarte, dass eine solche Steigerung beschlossen werde, da etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) dafür eintreten. Aufgabe der Kirche sei es allerdings, sich für eine parallele Anhebung der Ausgaben für Krisenvorsorge und Wiederaufbauprojekte einzusetzen: „Sie sind so wichtig, dass man darauf dringen müsste.“ Anlass der Pressekonferenz war die bevorstehende Gesamtkonferenz Evangelischer Militärseelsorger vom 20. bis 24. Februar in Bad Boll. Zudem jährt sich der evangelische Militärseelsorgevertrag am 22. Februar zum 60. Mal. Auf dessen Grundlage findet die Militärseelsorge statt. Sie wird als Teil der kirchlichen Arbeit und unter Aufsicht der Kirchen ausgeübt. Der Staat sorgt für den organisatorischen Aufbau und trägt die Kosten.

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Die Seelsorge genießt große Akzeptanz in der Bundeswehr

Nach Rinks Worten genießt die Seelsorge in der Bundeswehr eine große Akzeptanz – auch wenn nur 52 Prozent der Soldaten einer der beiden großen Kirchen angehörten. Der Dienst der Pfarrer werde ausdrücklich auch von Soldaten gewünscht, die nicht kirchlich gebunden seien. Besonders gefragt sei die Seelsorge in Auslandseinsätzen und im Anschluss daran. Im Einsatz stellten sich grundlegende Fragen nach Leben und Tod und nach der Bedeutung des Glaubens in besonderer Weise.

Militärgeneraldekan: Viele Soldaten wollen gesegnet werden

Laut dem Militärgeneraldekan Matthias Heimer (Berlin) ist besonders das Interesse an dem Projekt „Seelsorge an unter Einsatzfolgen leidenden Menschen“ in den vergangenen Jahren gestiegen. Es wird jedes Jahr mit knapp einer Million Euro jeweils zur Hälfte von Bund und Kirche finanziert. Es richtet sich nicht nur an Militärangehörige direkt, sondern auch an deren Angehörige. Heimer: „Was ich von vielen Soldaten gehört habe: Etwas Besonderes, das nur ihr uns geben könnt, ist der Segen Gottes. Das kann kein Arzt.“ Viele Soldaten wollten gesegnet werden. Sie empfänden das als Kräftigung, so Heimer. Gegenwärtig sind 100 evangelische Soldatenseelsorger im Dienst. Ende 2017 werden es aufgrund der Strukturreform der Bundeswehr noch 95 sein. Hinzu kommen gut 80 katholische Militärpfarrer.

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